Der Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg (VFF) öffnet seine Türen für chilenische Alumni. In einem neuen Pilotprogramm wird eine Geschäfts- und Beitrittsordnung für einen Förderkreis TUBAF-Chile erarbeitet, um die langfristige Bindung der Alumni an die Universität nach ihrer Rückkehr nach Chile zu fördern. Gleichzeitig soll dieses Programm als Modell für internationale Alumni-Arbeit dienen.
Ein zentrales Ziel der Initiative ist die Vernetzung von interessierten Studierenden, Mitarbeitern und Unternehmen, die sich auf Chile fokussieren. Wissenschaftler der TU Freiberg arbeiten bereits an Kooperationsprojekten in Bereichen wie der Biolaugung von Mineralen, Bergbau, Metallurgie und grünem Wasserstoff. Chile selbst strebt an, vom Importeur fossiler Energieträger zum Energieexporteur zu werden und spielt eine führende Rolle als größter Kupferproduzent weltweit sowie durch seine bedeutenden Lithiumreserven.
Wissenschaftliche Kooperationen und EU-Initiativen
Chile ist ein aktiver Partner im EU-Forschungsprogramm „Horizon Europe“ und gehört unter den nicht-EU-Ländern zu den häufigsten Teilnehmern. Research and Innovation berichtet, dass Chile und die EU im September 2002 ein Abkommen zur wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit unterzeichnet haben. Dieses trat im Januar 2007 in Kraft und wurde 2022 bis 2027 erneuert. Ein gemeinsamer Lenkungsausschuss beaufsichtigt die Zusammenarbeit und entwirft strategische Leitlinien.
Die chilenische Beteiligung umfasst auch spezifische Programme wie das Copernicus-Programm zur Erdbeobachtung, das 2018 verankert wurde. Chile stellt in-situ Daten aus regionalen Beobachtungsnetzwerken zur Verfügung und profitiert von kostenlosem Zugang zu Daten der Copernicus-Satelliten. Der Europäische Kommission plant den Bau eines regionalen Datenzentrums in Santiago, das als Datenrepository für Chile und Lateinamerika dienen soll.
Zukünftige Perspektiven und Kooperationen
Die 10. Sitzung des EU-Chile-Gemeinsamen Lenkungsausschusses im Dezember 2023 verdeutlichte zahlreiche Bereiche für zukünftige Kooperationen. Dazu gehören die Bereiche:
- Energie: Gemeinsame Forschung zu grünem Wasserstoff
- Nachhaltige Städte: Projekte in vier chilenischen Städten
- Klimaneutrales Mining und nachhaltige Rohstoffe
- Marine und Polarforschung
- Digitale Zusammenarbeit
- Offene Wissenschaft und Geschlechtergerechtigkeit
Chile wird auch als aktiver Teilnehmer im Eureka-Netzwerk aufgeführt und plant eine intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen akademischen Institutionen in Europa. Im Jahr 2023 wurde zudem eine Initiative ins Leben gerufen, um die Verbindungen zwischen chilenischen und deutschen Universitäten zu stärken. Diese soll die Herausforderungen des Klimawandels gemeinschaftlich angehen und vor allem interdisziplinäre Ansätze fördern, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Das erste Akademische Forum Chile-Deutschland fand im Juni 2023 in Santiago statt und brachte over 40 Wissenschaftler beider Länder zusammen.
Für weitere Informationen zur Finanzierung und Zusammenarbeit können sich Interessierte an Professor Michael Schlömann oder Pascale Kohler wenden.