Am 22. April 2026 ist die Hochschule Coburg einen wegweisenden Schritt gegangen, um das Handwerk der Denkmalpflege und Restaurierung zu stärken. Die Einrichtung hat einen neuen Bachelorstudiengang mit dem Titel „Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“ ins Leben gerufen, der im kommenden Wintersemester startet. Diese Initiative erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg und der Handwerkskammer für Oberfranken. uni-bamberg.de berichtet, dass diese Kooperation als bundesweit einzigartig gilt und sich an historischen Dombauhütten orientiert, die einst Planung und Ausführung vereinten.

Jens Beland, ein renommierter Kirchenmaler und Coburger Kreishandwerksmeister, spielt eine zentrale Rolle im Kontext dieser Entwicklungen. Er hat sich der Rekonstruktion von Jugendstil-Malereien verschrieben und kann auf umfangreiche Aufzeichnungen seines Urgroßvaters zurückgreifen, die traditionelle Farbtechniken dokumentieren. Solche Bemühungen sind gerade heute wichtiger denn je, da nach dem Zweiten Weltkrieg viele kunstvoll gestaltete Treppenhäuser in Jugendstilhäusern durch unsachgemäße Renovierungen ihrer ursprünglichen Pracht beraubt wurden.

Fachkräftemangel im Handwerk

Ein zentrales Ziel des neuen Studiengangs ist es, das Wissen über traditionelle Techniken zu bewahren und gleichzeitig Aspekte des nachhaltigen Bauens in die Ausbildung zu integrieren. Die Handwerkskammer für Oberfranken sieht in diesem Programm eine Antwort auf den bestehenden Fachkräftemangel sowie auf die strukturellen Veränderungen, die das Handwerk momentan durchlebt. Der Bedarf an Fachkräften mit sowohl praktischen Fähigkeiten als auch betriebswirtschaftlichem Wissen ist erheblich gestiegen.

Zusätzlich zu den Ausbildungsangeboten stellt die aktuelle Marktsituation im Handwerk eine Herausforderung dar. zdh.de hebt hervor, dass restaurierende und denkmalpflegende Betriebe in Deutschland einen steigenden Bedarf an Arbeitskräften verzeichnen. Diese Situation betrifft nicht nur gewerbliche Fachkräfte, sondern auch akademisch ausgebildete Restauratoren, die von rückläufigen Studierendenzahlen und einer insgesamt gefährdeten Entwicklung in der Denkmalpflege betroffen sind.

Integration von Wissenschaft und Praxis

Durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis fördert der Bachelorstudiengang den Austausch zwischen Forschung, Lehre und der praktischen Anwendung. Dies ist besonders wichtig, um die kulturelle Bausubstanz in Deutschland zu erhalten. Die Universität Bamberg bringt ihre umfassende Expertise durch das Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien in die Lehrinhalte ein.

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Die Einschreibungen für den neuen Studiengang beginnen ab dem 1. Mai. Damit wird den Teilnehmern eine fundierte Ausbildung angeboten, die sowohl die notwendigen handwerklichen Fähigkeiten als auch unternehmerisches Denken schult. Dieser neue Ansatz wird langfristig als Grundlage für die Übernahme von Betrieben gedacht, in einer Branche, die sich zunehmend mit strengen Herausforderungen im Fachkräftemangel konfrontiert sieht.
uni-bamberg.de und zdh.de