Die Wanderausstellung „Rechter Terror in Hessen“ öffnete im November 2025 ihre Pforten in Frankfurt am Main und ist nun bis zum 11. Juni 2026 in der Universitätsbibliothek Gießen zu besuchen. Diese Ausstellung hat zum Ziel, die lange Geschichte rechter Gewalt in Hessen aufzuarbeiten. Seit der Gründung des Bundeslandes starben mindestens 21 Menschen durch diese brutale Form der Gewalt, die in Deutschland eine besonders dunkle Facette des politischen Extremismus darstellt, wie bpb.de darlegt.

Die Ausstellung wird täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein und beinhaltet 24 Roll-Ups, die Fälle schwerster rechter Gewalttaten thematisieren. Fotografien von Mark Mühlhaus illustrieren die heutigen Erinnerungsorte, von denen viele keine Gedenktafeln aufweisen. Zahlreiche Tatorte erinnern nicht an die begangenen Verbrechen, was die Ausstellung besonders eindrücklich macht.

Fokussierung auf chronische Gewalt

Besonders betont werden in der Ausstellung die jüngeren Fälle. Der Mord an Dr. Walter Lübcke, das Attentat in Hanau, bei dem elf Menschen starben, sowie der Mordversuch in Wächtersbach sind zentrale Themen. Politikwissenschaftler Yvonne Weyrauch hat in ihrem Buch „Rechter Terror in Hessen – Geschichten, Akteure, Orte“ diese Kontinuitäten rechter Gewalttaten nach 1945 beleuchtet, eine Analyse, die sich auch mit den gesellschaftlichen Diskursen und den Motiven der extrem rechten Täter beschäftigt, wie hlz.hessen.de feststellt.

Die Ausstellung gibt den Besuchern die Möglichkeit, sich mit grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen: Was ist rechter Terror? Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fördern diese Gewalttaten? Und wie können wir als Gesellschaft aus diesen Vorfällen lernen? Zielgruppen sind unter anderem Studierende, Mitglieder der Universität, sowie Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, die gemeinsam mit sozialen Initiativen gegen Rechtsextremismus arbeiten.

Vernetzung und Verantwortung

Die Veranstalter, die Professur für Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, verfolgen das Ziel, nicht nur über die Vergangenheit aufzuklären, sondern auch einen Raum für Diskussionen zu schaffen. Die Begleitveranstaltung am 9. Juni 2026 beinhaltet eine Buchvorstellung der Autoren Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch, die aktiv im Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus tätig sind. Schmidt leitet die Abteilung „Extreme Rechte / Diskriminierung“ des DGB Hessen-Thüringen und Weyrauch ist Dozentin für politische Bildung.

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Die Ausstellung wird auch in den folgenden Monaten weiter durch Stadt und Landkreis Gießen wandern, was zeigt, dass die Themen der Aufarbeitung und die Verantwortung der demokratischen Gesellschaften gegenüber rechtem Terror längerfristig im Fokus stehen müssen.

So wird die Wanderausstellung mit ihrem beeindruckenden Material und der tiefgehenden thematischen Bearbeitung ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Hessen und ein Aufruf zur aktiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart rechter Gewalt.