Rettung für bedrohte Küsten: Forscher stärken Mangroven & Riffe!
Ein neues, internationales Forschungsprojekt namens SEASTRONG, das von der Universität Bremen in Partnerschaft mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) koordiniert wird, hat das Ziel, die Wechselwirkungen zwischen Mangrovenwäldern, Seegraswiesen und Korallenriffen zu untersuchen. Mit einem Budget von sechs Millionen Euro, gefördert durch die Europäische Union im Rahmen von Horizon Europe, wird das Projekt in drei verschiedenen weltweiten Regionen durchgeführt. Belize, die Seychellen und Fidschi sollen dabei als Forschungsstandorte dienen.
Das Hauptziel von SEASTRONG ist es, die Widerstandsfähigkeit dieser entscheidenden Küstenökosysteme gegen die Folgen des Klimawandels zu stärken. Mangroven, Seegras und Korallenriffe bieten wertvolle Lebensräume, schützen die Küsten und spielen eine wichtige Rolle in der Kohlenstoffspeicherung. Trotz dieser Bedeutung wird die Forschung zu diesen Ökosystemen oft separat betrachtet, obwohl sie in der Natur eng miteinander verbunden sind. Der Projektleiter, Professor Christian Wild von der Universität Bremen, wird von Dr. Sonia Bejarano des ZMT unterstützt.
Forschung und Wiederherstellung im Fokus
Im Rahmen des Projektes sollen bestehende Wiederherstellungsmaßnahmen in den Untersuchungsregionen erfasst und bewertet werden. Darüber hinaus ist die Entwicklung neuer experimenteller Wiederherstellungsflächen in Belize in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen geplant. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der alarmierenden Tatsachen über den Zustand der Mangrovenwälder. Laut der Wikipedia haben die Mangrovenflächen weltweit seit 1990 um über eine Million Hektar abgenommen.
Die weltweit verbreiteten Mangroven sind salztolerante Bäume, die vor allem in tropischen Küstengebieten gedeihen. Sie bieten nicht nur einen einzigartigen Lebensraum für viele Arten, darunter Fische, Krebse, Reptilien und Wasservögel, sondern schützen auch die Küsten vor Erosion und Sturmfluten. Mangrovenwälder sind somit zentrale Ökosysteme, die dringend geschützt und restauriert werden müssen.
Einbindung lokaler Gemeinschaften
Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften. Die Verbindung von traditionellem Wissen mit wissenschaftlichem Ansatz wird als Schlüssel zum Erfolg einer nachhaltigen Bewirtschaftung dieser Ökosysteme betrachtet. Das SEASTRONG-Projekt wird lokale soziale Forschungen einbeziehen, um die Nutzung und Verwaltung der Mangroven und anderer Küstenökosysteme durch die Anwohner zu optimieren.
Darüber hinaus strebt das Projekt faire internationale Zusammenarbeit an, um so die erarbeiteten Ergebnisse in praktischen Formaten wie interaktiven Karten, Monitoring-Leitlinien und Empfehlungen für den Naturschutz bereitzustellen. Diese sollen helfen, das Bewusstsein für die Bedeutung von Mangroven zu steigern und deren Schutz zu fördern.
Zusätzlich zu den Bemühungen von SEASTRONG engagiert sich der WWF in verschiedenen Projekten für den Schutz der Mangroven. Unter dem Motto „Save Our Mangroves Now!“ fördert der WWF in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden nachhaltige Bewirtschaftung, um den Druck durch Abholzung und andere schädliche Praktiken zu reduzieren. Diese Anstrengungen sind entscheidend, um die vitalen Funktionen der Mangroven in der globalen Umwelt zu erhalten und sowohl die Biodiversität als auch den Schutz gegen Klimafolgen zu gewährleisten.
Insgesamt stehen Mangrovenwälder weltweit vor zahlreichen Bedrohungen. Zu den Hauptfaktoren zählen die Abholzung für Wirtschaftsaktivitäten, wie etwa die Garnelenzucht, und die durch den Klimawandel bedingten Veränderungen. Daher sind umfassende Maßnahmen zur Wiederherstellung und zum Schutz dieser Ökosysteme von äußerster Dringlichkeit.
