Am 28. April 2026 wird an der Universität Hohenheim ein bedeutendes Forschungsprojekt mit dem Namen sheepR3 vorgestellt. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit von Merinoschafen gegen Magen-Darm-Parasiten zu erhöhen. Durch die Zucht von Tieren mit spezifischen genetischen Merkmalen soll die Resilienz gegenüber Infektionen mit Weideparasiten verbessert werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Verlauf der Infektionen und dem Einfluss der Genetik auf die Widerstandsfähigkeit der einzelnen Tiere, wie uni-hohenheim.de berichtet.
Zusätzlich zu diesem Forschungsvorhaben gibt es personelle Veränderungen an der Universität: Prof. Dr. Verena Hüttl-Maack hat am 1. April 2026 das Amt der Gleichstellungsbeauftragten von Prof. Dr. Ute Mackenstedt übernommen. Regina Rapp wird als neue Gleichstellungsreferentin und Leiterin des Büros für Gleichstellung und Diversität fungieren.
Wichtigkeit des Weidemanagements
Ein effektives Weidemanagement spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung starker Parasiteninfektionen in Schafherden. Empfohlene Maßnahmen umfassen eine geringe Besatzdichte sowie gemischte oder alternierende Beweidung mit anderen Tieren wie Pferden oder Rindern. Das gezielte Mähen von bereits bestossenen Weiden trägt ebenfalls zur Gesundheit der Herden bei, wie bioaktuell.ch angibt.
Die Forschung hat jedoch gezeigt, dass es zunehmende Resistenzen gegen Entwurmungsmittel gibt, bedingt durch eine hohe Behandlungsfrequenz, den Einsatz desselben Mittels, Unterdosierung und die ganzherdenschonende Behandlung. Um der Resistenzbildung entgegenzuwirken, wird empfohlen, möglichst wenig zu behandeln und zwischen verschiedenen Entwurmungsmittelstoffklassen abzuwechseln.
Bedeutung der Parasitenkontrolle
Aktuelle Studien zeigen, dass 20 bis 30 Prozent der Schafe und Ziegen nur schwach mit Magen-Darm-Parasiten belastet sind. Das Nichtbehandeln dieser Tiere könnte die Wirksamkeit von Entwurmungsmitteln erhalten, da sie nichtresistente Parasiten auf der Weide fördern. Auch die genetische Vielfalt spielt eine Rolle: Mischerbige Würmer, die einen resistenten Vater und eine empfängliche Mutter haben, sprechen weiterhin auf Entwurmungsmittel an. Bei resistenten Elterntieren ist eine Beseitigung der Nachkommen mit dem jeweiligen Wirkstoff jedoch nicht mehr möglich.
Ein weiteres Anzeichen für Probleme sind rotgefärbte Lidbindehäute bei Ziegen oder Schafen, was auf eine Blutarmut durch den „Roten gedrehten Magenwurm“ (Haemonchus) hindeuten kann. Bleiche Lidbindehäute sind ebenfalls ein Indikator für Blutarmut, die durch starke Verwurmung verursacht wird.
Die laufenden Forschungsarbeiten sind daher auch auf die Identifikation von Tieren ausgerichtet, die keiner Behandlung bedürfen, was nicht nur die Tiergesundheit verbessert, sondern auch wirtschaftliche Vorteile für die Züchter bietet. Die Kombination dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse mit praktischen Maßnahmen könnte künftig dazu beitragen, die Problematik der Parasitenbelastung effektiv zu bekämpfen.