Trickdiebe geben sich in Weingarten als Wasserwerker aus – Seniorin vereitelt Eindringen mit lautem Schrei
Ein lauter Schrei hat am Mittwochmorgen in Weingarten zwei mutmaßliche Trickdiebe aus einer Wohnung vertrieben. Gegen 10 Uhr, kurz vor 10 Uhr, klingelten die Männer bei einer Seniorin in der Hoyerstraße. Sie behaupteten, Mitarbeiter der Wasserwerke zu sein und wegen eines Wasserschadens dringend die Wassertemperatur messen zu müssen.
Einer der Männer ging mit der Bewohnerin in die Küche. Sein Komplize, der sich zunächst versteckt hatte, wollte währenddessen unbemerkt ins Schlafzimmer gelangen. Die Seniorin bemerkte ihn aus dem Augenwinkel und schrie laut auf. Danach ergriffen beide die Flucht – mehr kam für sie offenbar nicht infrage.
Polizei sucht Zeugen
Das Polizeirevier Weingarten ermittelt wegen versuchten Diebstahls und bittet um Hinweise. Die beiden Männer sollen etwa 35 bis 40 Jahre alt und circa 1,75 Meter groß gewesen sein. Beschrieben werden sie mit normaler Statur und akzentfreiem Deutsch. Beide trugen schwarze Jacken und lange schwarze Hosen.
Einer hatte eine schwarze Tasche dabei, der andere eine schwarze Basecap beziehungsweise schwarze Kappe. Hinweise nimmt das Polizeirevier Weingarten unter 0751/803-6666 entgegen.
Bekannter Vorwand an der Haustür
Der Fall passt zu einem Muster, vor dem die Polizei immer wieder warnt: Trickdiebe versuchen, unter einem Vorwand in Wohnungen zu gelangen, um Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen zu stehlen. Als Einstieg dienen oft ganz alltägliche Bitten – etwa um ein Glas Wasser, etwas zum Schreiben oder die Toilettennutzung.
Manche Täter treten als Paketboten oder Handwerker auf. Auch ein angeblicher Wasserrohrbruch, der dringend behoben werden müsse, gehört zu den häufigen Geschichten. Bleibt die Wohnungstür nach dem Einlass nur einen Spalt offen, kann eine zweite Person unbemerkt hineinschlüpfen und die Räume durchsuchen. Genau dieses Zusammenspiel versuchten die Männer in Weingarten offenbar ebenfalls.
Bei Haustürgeschäften werden außerdem spontane Handwerkerarbeiten angeboten, besonders Dach- und Pflasterarbeiten. Die Arbeiten werden teilweise gar nicht oder nur unzureichend ausgeführt. Andere Betrüger wollen Abonnements oder Spendenverträge abschließen, versprechen Gewinne oder behaupten, für ein soziales Projekt zu arbeiten, um Mitleid zu wecken. Manche geben sich als Mitarbeitende seriöser Unternehmen aus.
Das Ziel solcher Haustürgeschäfte besteht meist darin, Betroffene zur Unterschrift unter einen Vertrag zu bewegen. Eine weitere Variante sind namentlich ausgefüllte Benachrichtigungen im Briefkasten: Darin wird behauptet, niemanden angetroffen zu haben. Die Empfänger sollen dann wegen einer Terminvereinbarung oder zur Paketabholung eine kostenintensive Telefonnummer anrufen.
Häufig betroffen sind Seniorinnen und Senioren, weil sie tagsüber meist zu Hause sind. In Weingarten endete der Versuch diesmal mit einem Schrei – und zwei flüchtenden Männern.
