Am 21. Oktober 2026 geht es im Frankfurter Haus am Dom um eine Frage, die weit über den Wahltag hinausweist: „US-Midterms: Der Anfang vom Ende des Trumpismus?“ Die Veranstaltung findet am Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main, statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, kann die Diskussion über den YouTube-Kanal „Haus am Dom“ verfolgen.

US-Zwischenwahlen gelten traditionell als Prüfstein für die Politik des amtierenden Präsidenten. Normalerweise schauen Wählerinnen und Wähler dabei vor allem auf innenpolitische Themen: Inflation, Handelspolitik und die Lebenshaltungskosten. 2026 könnten allerdings auch außen- und sicherheitspolitische Fragen stärker ins Gewicht fallen. Im Seminar, Workshop und in der Diskussion soll es deshalb nicht nur um den Zustand der amerikanischen Innenpolitik gehen, sondern auch um die Folgen für den Nahen Osten und um die Auswirkungen des Krieges der USA gegen den Iran.

Was am 3. November auf dem Spiel steht

Die US-Midterm-Wahlen finden am Dienstag, 3. November 2026, statt. Gewählt werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Sitze im Senat, die zur sogenannten Class II gehören. Dazu kommen zahlreiche Gouverneurs-, Landesparlaments- und lokale Ämter.

Der Präsident selbst wird bei den Midterms nicht gewählt. Die Wahlen finden in der Mitte der vierjährigen Amtszeit statt und werden häufig als Bewertung seiner Politik verstanden. Der US-Kongress kann Vorhaben des Präsidenten blockieren – damit haben die Midterms einen unmittelbareren Einfluss auf die Bundespolitik als etwa deutsche Landtagswahlen. Der Senat besteht aus 100 Mitgliedern mit gestaffelten sechsjährigen Amtszeiten, das Repräsentantenhaus aus 435 Abgeordneten, die jeweils für zwei Jahre gewählt werden.

Aktuell verfügen die Republikaner im Senat über 53 Sitze, die Demokraten über 47; unabhängige Senatoren gibt es nicht. Im Repräsentantenhaus sitzen 222 Republikaner und 213 Demokraten. Für eine Mehrheit braucht eine Partei dort 218 Sitze. Wegen des parteipolitischen Zuschnitts der Wahlkreise gelten allerdings nur etwa 30 bis 40 Sitze als stark umkämpft.

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Historisch verliert die Partei des Präsidenten bei 18 von 20 Midterm-Wahlen Sitze im Repräsentantenhaus – im Durchschnitt 26. Liegt die Zustimmung zum Präsidenten unter 45 Prozent, beträgt der durchschnittliche Verlust sogar 37 Sitze. Als Gründe gelten die stärkere Mobilisierung der Oppositionsanhänger und die Enttäuschung vieler Wähler nach zwei Jahren Regierungsarbeit. Die Beteiligung liegt bei Midterms typischerweise 15 bis 20 Prozentpunkte unter jener bei Präsidentschaftswahlen: etwa 45 bis 50 Prozent gegenüber rund 60 bis 67 Prozent. Weniger Menschen gehen wählen, und die Opposition bringt ihre Anhänger häufig entschlossener zur Urne.

Enge Rennen, offene Sitze

Im Senat werden mehrere Rennen genau beobachtet. In Georgia tritt der Demokrat Jon Ossoff in einem als „Toss-up“ eingestuften Rennen an. Der Republikaner Thom Tillis kämpft in North Carolina ebenfalls in einem „Toss-up“ um seinen Sitz. In Colorado ist ein republikanischer Sitz offen – auch dort lautet die Einschätzung „Toss-up“.

Als „Lean D“ gelten die Rennen von Ruben Gallego in Arizona, Gary Peters in Michigan, Jeanne Shaheen in New Hampshire, Mark Warner in Virginia, Tina Smith in Minnesota und Ben Ray Luján in New Mexico. „Lean R“ wird für Joni Ernst in Iowa, Susan Collins in Maine und Steve Daines in Montana angegeben. Als „Likely R“ gelten John Cornyn in Texas, Dan Sullivan in Alaska sowie der offene demokratische Sitz in Alabama.

Georgia hat dabei eine eigene Vorgeschichte: Jon Ossoff gewann seinen Sitz 2021 knapp in einer Stichwahl, nachdem der Bundesstaat 2020 erstmals seit 1992 zu den Demokraten gewechselt war. North Carolina wiederum lag bei den vergangenen fünf Präsidentschaftswahlen jeweils innerhalb von vier Prozentpunkten. Thom Tillis tritt nach einer Amtszeit erneut an.

Auch Colorado hat sich politisch verschoben. Den Sitz gewannen die Demokraten 2020; der Staat entwickelte sich seitdem von einem Swing State zu einem Bundesstaat mit leichtem demokratischem Vorteil. Iowa bewegt sich dagegen seit 2016 deutlich nach rechts. Joni Ernst tritt dort an – ein niedriges Zustimmungsrating des Präsidenten könnte das Rennen trotzdem enger machen.

Ein weiterer Gradmesser ist der „Generic Ballot“. Er misst die allgemeine Präferenz für die Parteien, ohne konkrete Kandidatinnen und Kandidaten abzufragen. Laut dem zugrunde liegenden Artikel zeigen die Werte einen deutlichen Vorteil für die Demokraten. Für eine Mehrheit im Repräsentantenhaus benötigen sie demnach einen Vorsprung von mindestens fünf Prozentpunkten, weil der Zuschnitt der Wahlkreise die Republikaner strukturell begünstigt. Um die Kontrolle über den Senat zu übernehmen, müssten die Demokraten mindestens vier Sitze hinzugewinnen. Ein Verlust von mindestens vier republikanischen Senatssitzen würde die Mehrheit an die Demokraten übergeben und könnte Gesetzesvorhaben sowie Richterernennungen der Trump-Regierung erschweren.

Ein wiederkehrendes Muster – mit Ausnahmen

Zwischenwahlen gibt es in den USA alle vier Jahre zur Mitte der Amtszeit eines Präsidenten. Gewählt werden alle Sitze im Repräsentantenhaus sowie 33 oder 34 der insgesamt 100 Senatssitze. In vielen Bundesstaaten finden gleichzeitig Gouverneurswahlen, Wahlen zu den Parlamenten der Bundesstaaten und Abstimmungen über weitere staatliche und kommunale Ämter statt.

In 34 der 50 Bundesstaaten werden die Gouverneure alle vier Jahre gleichzeitig mit den Zwischenwahlen gewählt. Vermont und New Hampshire wählen ihre Gouverneure dagegen alle zwei Jahre – jeweils gemeinsam mit Präsidentschafts- und Zwischenwahlen. Viele Bundesstaaten stimmen am selben Tag außerdem über ihre staatlichen Parlamente und die Verwaltungen der Countys ab.

Oft verliert die Partei des Präsidenten zwei Jahre nach dessen Wahl Sitze im Kongress. Nach der Präsidentschaftswahl 2000 hatten die Republikaner im Repräsentantenhaus und die Demokraten im Senat jeweils eine knappe Mehrheit; George W. Bush wurde als Republikaner Präsident. Bei den Zwischenwahlen 2002 legten die Republikaner in beiden Kammern deutlich zu und holten die Mehrheit im Senat zurück.

Nach George W. Bushs Wahlsieg 2004 besaßen die Republikaner die Mehrheit in beiden Kongresskammern. 2006 übernahmen die Demokraten in beiden Kammern die Mehrheit. 2010 verloren die Demokraten am 2. November massiv Stimmen und mehr als 50 Sitze; Barack Obama musste anschließend mit einem von Republikanern dominierten Kongress regieren. 2014, am 4. November während Obamas Präsidentschaft, erzielten die Republikaner überwiegend Gewinne und errangen unter anderem die Mehrheit im Senat.

Die Zwischenwahlen 2018 fanden am 6. November während Donald Trumps Präsidentschaft statt. Die Demokraten gewannen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und legten bei den Gouverneurswahlen zu, während die republikanische Mehrheit im Senat gefestigt wurde. Die Zwischenwahlen 2022 fanden am 8. November während Joe Bidens Präsidentschaft statt.

Einen überdurchschnittlich großen Mandatsgewinn einer Partei nennt man „Wave Election“. Solche Verschiebungen können auch gleichzeitig mit einer Präsidentschaftswahl auftreten. Für 2026 ist der 3. November als Termin vorgesehen – das Datum steht also fest, offen ist nur, wie hoch die politische Welle am Ende wird.

Trumpismus, Iran und Europas Nervosität

In Frankfurt soll deshalb auch darüber gesprochen werden, ob die Midterms den Trumpismus verändern. Wie würden die Republikaner mit einer möglichen Niederlage umgehen? Welche politische Entwicklung oder Nachfolge könnte danach erwartet werden? Und worauf müssen sich Deutschland und Europa in den letzten zwei Jahren der Amtszeit des 47. US-Präsidenten einstellen?

Der Blick richtet sich dabei ausdrücklich auf den Nahen Osten und auf die Auswirkungen des Krieges der USA gegen den Iran. Innenpolitische Kennzahlen wie Inflation, Handelspolitik und Lebenshaltungskosten bleiben wichtig, doch außen- und sicherheitspolitische Entscheidungen könnten 2026 stärker in die Bewertung der Präsidentenpolitik hineinspielen. Ein Abend, an dem vermutlich vieles auf dem Tisch liegt – und manches davon ziemlich schwer.

Die Diskussion „US-Midterms: Der Anfang vom Ende des Trumpismus?“ beginnt am 21. Oktober 2026 im Haus am Dom in Frankfurt am Main. Das Veranstaltungsformat verbindet Seminar, Workshop und Diskussion; fachlich ist der Abend den Bereichen Gesellschaft, Kultur