Verendeter Buckelwal lockt Weiße Haie an Perths Stadtstrand
Am City Beach von Perth an der Westküste Australiens ist ein etwa 13 Meter langer Buckelwal verendet. Rettungsschwimmer entdeckten den Kadaver am frühen Morgen; bald darauf versammelten sich rund 200 Schaulustige am Strand. Der Geruch war allerdings weniger nach Meeresidylle als nach kräftiger Verwesung, während die Wellen den ungefähr 31 Tonnen schweren Körper teilweise umspülten.
Nur wenige Meter weiter draußen tauchten Haie auf. Mehrere Tiere wurden von Hubschraubern und vom Strand aus beobachtet, darunter zwei Weiße Haie von etwa vier und fünf Metern Länge. Einige hielten sich rund zehn Meter vom Ufer entfernt auf. Die Behörden gehen davon aus, dass das Fleisch und die fettreiche Speckschicht des Wals die Raubfische anlocken – und dass sie deshalb in diesem Küstenabschnitt bis dicht ans Ufer kommen könnten.
Strand auf mehreren Kilometern gesperrt
Wegen der Haie wurde der beliebte Stadtstrand auf mehreren Kilometern geschlossen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, dort nicht zu schwimmen und auch nicht mit Hunden spazieren zu gehen. Bürgermeister Gary Mack erklärte, der Strand solle erst wieder freigegeben werden, wenn der Kadaver entfernt ist.
Das ist leichter gesagt als getan: Zunächst muss geklärt werden, wie das mehrere Tonnen schwere Tier beseitigt werden kann. Vermutlich wird der tote Wal zu einer Mülldeponie transportiert. Bis dahin bleiben Gestank, Gaffer und Haie eine eher ungemütliche Kombination.
Die Sperrung erfolgt knapp zwei Wochen nach einem tödlichen Haiangriff vor Perth, die Warnungen erfolgten zehn Tage nach einem Angriff am etwa 15 Kilometer entfernten Sorrento Beach. Dort wurde ein Schwimmer rund 50 Meter vom Ufer entfernt vermutlich von einem Weißen Hai angegriffen und getötet; sein Körper wurde nicht geborgen. Wenige Tage zuvor war außerdem ein Surfer in Westaustralien von einem Hai attackiert und schwer am Bein verletzt worden.
Perth gehört zu den häufig erfassten Regionen
Die SharkSider-Datenbank dokumentiert für Australien zwischen 1788 und 2026 insgesamt 1.538 Hai-Vorfälle, darunter 310 tödliche. Seit 2000 wurden 592 Vorfälle registriert, 53 davon mit Todesfolge. Western Australia kommt in diesem Zeitraum auf 159 Vorfälle und 21 Todesfälle; South Australia auf 46 und 11, New South Wales auf 213 und 10. In Victoria gab es bei 36 Vorfällen keinen Todesfall.
Über den gesamten Erfassungszeitraum verzeichnet Western Australia 256 Vorfälle und 36 Todesfälle. New South Wales führt mit 543 Fällen und 106 Todesfällen, Queensland folgt mit 429 Vorfällen und 105 Todesfällen – davon 76 in der Torres-Straße und auf Thursday Island. South Australia kommt auf 122 Fälle und 29 Todesfälle, Victoria auf 98 und 15, Tasmanien auf 46 und 10 sowie das Northern Territory auf 27 und 3. Weitere 17 Vorfälle sind keinem Bundesstaat zugeordnet.
Historisch stammen 143 Einträge aus der Zeit vor 1900, darunter 60 Todesfälle; vier Fälle sind undatiert. Die übrigen 1.389 datieren ab 1900. Das vorfallreichste Jahrzehnt der Datenbank waren die 2010er mit 263 Einträgen und 21 Todesfällen. Für die 2020er sind bislang 154 Vorfälle und 17 Todesfälle erfasst, für die 2000er 173 und 14. In den 1900ern waren es 41 Vorfälle und 26 Todesfälle, in den 1920ern 98 und 40, in den 1930ern 132 und 35 sowie in den 1960ern 135 und 12. Die 1990er kommen auf 70 Fälle und 11 Todesfälle.
Seit 2000 liegt die Todesrate damit unter zehn Prozent. Als Gründe nennt der Artikel häufigere Meldungen kleinerer Bisse, bessere Strandüberwachung, schnellere Rettung und eine verbesserte Traumaversorgung. Rund jeder fünfte Eintrag beschreibt zudem keine Verletzung, sondern etwa ein beschädigtes Surfbrett, Kajak oder Boot. Etwa 140 Fälle gelten als provoziert – beispielsweise nach dem Umgang mit geangelten, genetzten oder gespeerten Haien oder nach der Fütterung gefangener Tiere.
Weiße Haie an der Westküste
Am häufigsten wurden Surfen und Brettsport als Aktivität genannt: 393 Einträge. Schwimmen und Waten folgen mit 387, Tauchen und Speerfischen mit 281. Der Weiße Hai ist unter dieser Bezeichnung in 158 Fällen verzeichnet, unter Einbeziehung weiterer Schreibweisen in mehr als 200; 62 davon sind als Todesfälle markiert. Es folgen Kupferhaie mit 62 Einträgen und drei Todesfällen, Tigerhaie mit 55 und 14, Teppichhaie mit 52 und keinem Todesfall, Bullenhaie mit 51 und 14 sowie Sandtigerhaie mit 40 Einträgen. Rund 40 Prozent der Fälle nennen keine bestimmte Haiart.
Weiße Haie werden vor allem an den südlichen und westlichen Küsten von Western Australia bis ins nördliche New South Wales registriert. Bullenhaie treten eher in Flussmündungen, Häfen und Kanälen auf, unter anderem im Sydney Harbour, in den Gold-Coast-Kanälen, bei Bribie Island und an der Nordküste von New South Wales. Tigerhai-Fälle konzentrieren sich auf Queensland und den tropischen Norden. Teppichhai-Bisse betreffen meist Füße oder Knöchel und verliefen in der Datenbank nicht tödlich.
Für Perth, Rottnest Island und Fremantle weist das Register 70 Einträge und zehn Todesfälle aus, 39 Fälle davon seit 2000. Sydney und sein Hafen kommen auf 176 Einträge und 54 Todesfälle, überwiegend historische Fälle in Häfen und Flüssen vor 1963. Ballina, Lennox Head und Byron Bay zählen 40 Einträge, davon 31 seit 2000, mit zwei Todesfällen. An der Mid-North Coast von Tuncurry bis Coffs Harbour häuften sich die Fälle seit 2020; mehrere Surfer wurden dort tödlich von Weißen Haien angegriffen.
Auch Margaret River und Esperance sind durch mehrere tödliche Angriffe auf Surfer, Bodyboarder und Taucher aufgefallen. Auf der Eyre-Halbinsel stehen 26 Einträge und 11 Todesfälle. Gold Coast und North Stradbroke Island kommen auf 32 Fälle und sechs Todesfälle, darunter zwei tödliche Bullenhai-Fälle in Kanalseen. In den Whitsundays, am Great Barrier Reef und in der Torres-Straße wurden 67 Einträge und 16 Todesfälle erfasst; allein für die Torres-Straße nennt die Datenbank 76 Fälle und 23 Todesfälle, überwiegend unter Perl- und Trochustauchern.
Ein Jahr mit mehreren schweren Fällen
Der letzte tödlich markierte Eintrag stammt vom 18. September 2026 am Sorrento Beach in Perth: Ein Schwimmer wurde von einem Weißen Hai getötet, der Körper wurde nicht geborgen. Zu den jüngsten dokumentierten Fällen gehören der Angriff auf einen Surfer am 14. September 2026 am Glenfield Beach bei Geraldton, bei dem schwere Beinverletzungen entstanden, sowie ein Vorfall vom 21. Juli 2026 in Bundaberg. Dort blieb ein Hydrofoiler nach dem Kontakt mit einem etwa drei Meter langen, nicht identifizierten Hai unverletzt.
Am 18. Juli 2026 wurde ein Speerfischer auf Bruny Island durch einen Breitnasen-Siebenkiemerhai schwer am Unterarm verletzt. Am 13. Juni 2026 erlitt ein Schwimmer am Coogee Beach nach dem Angriff eines etwa vier Meter langen Weißen Hais schwere Verletzungen; ein Arm musste im Krankenhaus amputiert werden. Am 6. Juni 2026 verletzte ein etwa 4,5 Meter langer Weißer Hai einen Speerfischer bei Michaelmas Island lebensgefährlich am Kopf. Drei Fälle aus dem Jahr 2025, bei denen die Körper nicht geborgen wurden, wurden nicht als Todesfälle gezählt.
Das Register zeigt außerdem ein klares Aktivitätsmuster: Surfer und andere Brettsportler bilden die größte Gruppe moderner Fälle. Taucher und Speerfischer sind an südlichen Küsten überproportional an tödlichen Angriffen durch Weiße Haie beteiligt. Bullenhai-Fälle häufen sich in trübem Wasser, Flussmündungen, Häfen und Kanälen. Januar und Dezember sind mit 238 beziehungsweise 203 Einträgen die vorfallreichsten Monate; die Wintermonate kommen jeweils auf etwa 60 bis 75 Fälle.
Weltweit verzeichnet das International Shark
