Am 24. Juni 2026 hat Prof. Dr. Christian Grabau in einer Ringvorlesung das Konzept der transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Grabau betont, dass Wissen allein nicht zu Veränderungen im Handeln führt. Trotz der weitreichenden Kenntnisse über drängende Themen wie die Klimakrise, Kriege und soziale Spannungen bleibt das tatsächliche Handeln der Menschen häufig unverändert. In seiner Analyse beleuchtet er das Spannungsfeld zwischen Wissen und Handeln und unterstreicht, dass klassische Bildungsansätze oft nicht das gewünschte Umdenken bewirken.

Einer der zentralen Punkte seiner Argumentation ist die Auffassung, dass viele Menschen dazu neigen, Widersprüche auszuhalten und ihre gewohnten Routinen beizubehalten. Grabau warnt davor, dass Lernen nicht immer zu notwendigen Veränderungen führt; stattdessen kann es auch dazu beitragen, bestehende gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu stabilisieren.

Der Bedarf an transformierender Bildung

Im Kontext der 17 Nachhaltigkeitsziele der UNESCO wird deutlich, dass eine tiefgreifende Veränderung in Wissen, Glauben und Handeln gefordert ist. Die bestehenden klassischen Bildungsansätze basieren häufig auf der Annahme, dass Krisen als Katalysatoren für Lernprozesse fungieren. Grabau kritisiert diese Sichtweise und fordert eine neue Perspektive auf Bildung.

Transformative Bildung soll mehr leisten als bloße Wissensvermittlung; sie soll grundlegende Deutungsmuster verändern. Dabei sei es wichtig, dass Bildung die Menschen dazu befähigt, ihre eigenen Gewissheiten zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln. Grabau weist zudem darauf hin, dass demokratische, dialogische und partizipative Konzepte in der Pädagogik zwar nicht neu sind, jedoch im aktuellen Bildungssystem wenig Beachtung finden.

Ein neuer Weg in der Bildungswissenschaft

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist es nach Grabau entscheidend, dass Gesellschaften in Bildung investieren und Räume für neue Ideen und Erfahrungen schaffen. In diesem Zusammenhang wird ein neu entwickeltes Modul für den Bachelor Bildungswissenschaft vorgestellt: „Transformative Bildung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter“. Dieses Modul wird im kommenden Wintersemester angeboten und zielt darauf ab, die Rolle von Bildung in gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu thematisieren.

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Das Modul wird nicht nur bestehenden Ansätze ausführlich behandeln, sondern auch den Studierenden die Möglichkeit bieten, eigene Konzepte zu entwickeln. So sollen die kommenden Bildungsfachkräfte auf die Herausforderungen reagieren, die mit der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele einhergehen, und aktiven Einfluss auf gesellschaftliche Veränderungen nehmen können.