Wissenschaftler Dr. Kiefer erhält Marwa-El-Sherbini-Preis für Mut gegen Rassismus!
Am 2. Juli 2026 wurde Prof. Dr. Michael Kiefer von der Universität Osnabrück mit dem Marwa-El-Sherbini-Preis ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt seine umfassende wissenschaftliche Arbeit zur Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus und den Lebensrealitäten von Muslimen in Deutschland. Die Jury lobte besonders, dass Kiefer gesellschaftliche Mechanismen der Ausgrenzung analysiert und sichtbar macht. In einer ersten Stellungnahme äußerte sich Kiefer positiv zur Auszeichnung und betonte die essenzielle Rolle der Wissenschaft bei der Sichtbarmachung von Diskriminierungsmechanismen. Der Preis wird jährlich vom „Forum muslimische Zivilgesellschaft NRW“ (FmZ) verliehen.
Der Marwa-El-Sherbini-Preis ist nach Marwa El-Sherbini benannt, die im Jahr 2009 in Dresden aus islamfeindlichen und rassistischen Motiven ermordet wurde. Die Auszeichnung richtet sich an Personen, die sich aktiv gegen antimuslimischen Rassismus einsetzen. Im Jahr 2023 fand die Preisverleihung in Krefeld statt, einem Ort, der nicht nur für seinen kulturellen Reichtum, sondern auch für die Herausforderungen im Umgang mit antimuslimischem Rassismus bekannt ist.
Die Relevanz des Preises
Der Marwa-El-Sherbini-Preis wird in verschiedenen Kategorien vergeben. In der Kategorie „non-muslimisch“ wurde Michael Kiefer ausgezeichnet, während der Preis für Vereine, Organisationen und Institutionen der Deutsch-Bosnischen Initiative NRW e.V. AMANET aus Dortmund für ihr Engagement im Gedenken an den Völkermord von Srebrenica verliehen wurde. Letztes Jahr wurde der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer als Preisträger ausgezeichnet, was die lokale Bedeutung des Preises unterstreicht.
Im Kontext der Preisverleihung werfen jüngste Vorfälle in Krefeld ein Schlaglicht auf die anhaltende Präsenz antimuslimischer Vorurteile. Ein aktueller Fall, in dem ein Mitglied der CDU in einem Video von „Vergasen“ von Muslimen gesprochen haben soll, sorgt für große Aufmerksamkeit. Obwohl die Authentizität des Videos bislang unbestätigt bleibt und das betroffene CDU-Mitglied keine Stellungnahme abgegeben hat, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet. Die CDU hat parallel ein Parteiausschlussverfahren gegen das Mitglied eingeleitet, während das Parteigericht über die Vorwürfe entscheidet.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Das „Forum muslimische Zivilgesellschaft NRW“ sieht die aktuellen Ereignisse in Krefeld als Ausdruck eines umfassenderen gesellschaftlichen Problems, das nicht nur in dieser Stadt, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands, sowie in Äußerungen führender Politiker, wie Kanzler Merz, und Forderungen der AfD zu finden ist. Antimuslimischer Rassismus wird zunehmend als ein Problem erkannt, das alle gesellschaftlichen Milieus betrifft.
Mit der Verleihung des Marwa-El-Sherbini-Preises wird nicht nur der wertvolle Beitrag von Individuen und Organisationen gewürdigt, sondern auch ein wichtiges Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus gesetzt. Diese Auszeichnung ist ein Aufruf zur weiteren Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die mit antimuslimischen Vorurteilen verbunden sind, und unterstreicht die Notwendigkeit, diese Themen in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion präsent zu halten.
Für weiterführende Informationen über die Preisverleihung und Prof. Dr. Michael Kiefer ist auf uni-osnabrueck.de zuzugreifen. Aktuelle Berichte über die gesellschaftlichen Herausforderungen in Krefeld sind auch auf wdr.de verfügbar.
