Andy Zimmer aus Saarhölzbach überzeugt bei The Voice of Germany als One-Man-Band
Andy Zimmer aus Saarhölzbach stand lange vor dem Bühnentor und zählte aus Nervosität die Kabel auf der Rückseite. Dabei hatte der 29-Jährige allen Grund, nervös zu sein: Eine Woche vor seinem Auftritt bei den Blind Auditions von „The Voice of Germany“ hatte er eine schwere Erkältung, zeitweise sogar keine Stimme. Er schonte sich, trank Tee mit Honig und hoffte, dass es reichen würde.
Am Samstag, 19. September 2026, war es dann so weit. Zimmer sang „Simple Man“ von Lynyrd Skynyrd – ein Stück, das er bereits während seiner Schulzeit auf seiner ersten E-Gitarre gelernt hatte. Ganz so aufgeregt sei er deshalb nicht gewesen, sagte er später: Den Song beherrsche er sicher. Und tatsächlich drückten während seiner Performance Nico Santos sowie Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier den Buzzer.
Eine One-Man-Band aus Saarhölzbach
Zimmer arbeitet beruflich im PR- und Marketingbereich und produziert nebenberuflich Musik für andere Künstler, TV-Serien und Videospiele. Auf der Bühne ist er als „One-Man-Band“ unterwegs: Er singt, spielt Gitarre und bedient zusätzlich zwei Trommeln mit den Füßen. Das klingt nach ordentlich Koordination – und nach einer Bühne, auf der es garantiert nicht langweilig wird.
Zu seinen Projekten gehörte auch ein Auftritt für Kinder in einer brasilianischen Favela. Dafür produziert Zimmer englische und portugiesische Songs; die Einnahmen werden an die Einrichtung gespendet. Seine bisherigen Auftritte fanden überwiegend in kleinerem Rahmen und über Mundpropaganda statt. Mehr Auftritte und ein größeres Publikum hätte er sich trotzdem gelegentlich gewünscht.
Über eine Teilnahme an „The Voice of Germany“ hatte Zimmer jahrelang nachgedacht. Wegen des Konzepts sei die Sendung für ihn die einzige passende Castingshow gewesen. Den entscheidenden Schubs gab schließlich eine Freundin, die ihn zunächst scherzhaft anmeldete. Später kam die Teilnahmebestätigung direkt bei Zimmer an.
Lange durfte er niemandem davon erzählen. Freunde aus Saarhölzbach organisierten deshalb eine Watchparty für die Blind Auditions – Zimmer selbst konnte wegen eines eigenen Auftritts nicht dabei sein. Ein bisschen kurios ist das schon: Die eigene Fernsehpremiere läuft, und man steht derweil anderswo auf der Bühne.
Warum Nico Santos den Zuschlag bekam
Zimmer hatte gehofft, dass Rea Garvey buzzert, weil dieser musikalisch ebenfalls in Richtung Rock geht. Als neben Nico Santos auch Michi Beck und Smudo ihren Buzzer drückten, musste Zimmer zwischen zwei Teams wählen. Er entschied sich schließlich für Nico Santos. Ausschlaggebend war für ihn, dass Santos ein guter Songwriter sei.
Die Sendung folgt dabei einem klaren Prinzip: In den Blind Auditions hören die Coaches zunächst mit dem Rücken zur Bühne nur die Stimmen der Talente. Gefällt ihnen, was sie hören, drücken sie den Buzzer – und ihr Stuhl dreht sich zur Bühne. Wenn mehrere Coaches buzzern, entscheidet das Talent selbst über sein Team.
Zur Jury der 16. Staffel gehören Rea Garvey, Shirin David, Nico Santos sowie Michi Beck und Smudo als Duo. Zimmer erwartet vom Auftritt nicht den großen Durchbruch als Solokünstler. Am liebsten produziert er weiterhin für andere. Erhofft hat er sich vor allem mehr Auftritte und Zuschauer für seine „One-Man-Band“.
Als Nächstes stehen für ihn die „Battles“ an. Dort treten Talente desselben Teams gegeneinander an, und der jeweilige Coach bestimmt, wer weiterkommt. Der Ausstrahlungstermin von Zimmers Folge ist noch nicht bekannt.
Die vierte Folge der 16. Staffel
Die 16. Staffel wird seit dem 11. September 2026 ausgestrahlt. Die vierte Folge der Blind Auditions lief am 19. September 2026 auf ProSieben. Neben Andy Zimmer traten Bastian „Pelle“ Franz, 32, aus Lüneburg, Gloria Paletta, 17, aus Wedel, Isabel Hernandez, 39, aus Leipzig, Janis Eric Thommen aus dem Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz, Joe Jäger, 19, aus Dreieich, Katiuska McLean, 48, aus Wels in Österreich, Leroy Erxleben, 19, aus Neuruppin, Simon Loughton, 37, aus Stuttgart, Tommy Morgenstern, 52, aus Berlin, sowie Tim, 33, und Mara, 25, aus dem Landkreis Würzburg an. Tim und Mara traten als Duo auf.
Nach der Folge gehörten Katiuska McLean als „Allstar“ zu Rea Garveys Team, Bastian „Pelle“ Franz zu Michi Beck und Smudo, Isabel Hernández, Joe Jäger und Andy Zimmer zu Shirin David sowie Tim und Mara und Janis Eric Thommen zu Nico Santos. Die Schreibweise von Isabels Nachnamen wird in den Staffelangaben als „Hernández“ geführt.
Nach den ersten vier Folgen umfassten die Teams sieben Kandidatinnen und Kandidaten bei Rea Garvey, fünf bei Michi Beck und Smudo, sieben bei Shirin David und neun bei Nico Santos. In den ersten vier Folgen erhielten neun Kandidaten alle vier Jurystimmen: Fünf entschieden sich für Nico Santos, drei für Shirin David und einer für Rea Garvey.
Die Staffel hat außerdem ein paar eigene Spielregeln. Jeder Coach konnte dreimal einen anderen Coach blockieren – sogar noch, nachdem dieser bereits den Buzzer gedrückt hatte. Ein blockierter Coach durfte vom Talent nicht ausgewählt werden; pro Kandidat war nur der zuerst eingesetzte Block gültig. Nach vier Folgen hatten Rea Garvey und Nico Santos jeweils zwei Blocks eingesetzt, Shirin David einen. Rea Garvey und Shirin David waren jeweils zweimal blockiert worden, Michi Beck und Smudo einmal.
Jeder Coach besaß außerdem einen geheim gehaltenen Joker, dessen Inhalt auch dem jeweiligen Coach vorher nicht bekannt war. Rea Garveys Joker in Folge 2 bestand aus mehreren Fürsprechern und Sängern, die ein Loblied vortrugen. Der Kandidat entschied sich trotzdem gegen ihn. Michi Becks und Smudos Joker in Folge 4 waren drei frühere „The Voice“-Teilnehmer, die „Troy“ von den Fantastischen Vier lobend interpretierten. Der Kandidat wählte anschließend ihr Team.
Was nach den Blind Auditions kommt
In den Battles treten die Talente eines Teams gegeneinander an. Danach geht es in den Teamfights weiter, in denen die verbliebenen Sängerinnen und Sänger auch gegen Talente anderer Teams antreten. Ein Experten-Block im Studio entscheidet über den Einzug in die Live-Shows. Im Halbfinale und Finale bestimmt schließlich das Publikum per Abstimmung über das Weiterkommen und den Sieg.
Die Battles wurden am 7. und 8. Juni 2026 in Berlin aufgezeichnet, die Teamfights am 28. und 29. Juni 2026 ebenfalls in Berlin. Moderiert wird die Staffel erneut von Melissa Khalaj; Matthias Killing ist erstmals dabei. Die Castings fanden im Frühjahr 2026 statt und wurden nicht im Fernsehen gezeigt. Die Blind Auditions wurden vom 4. bis 7. Mai 2026 im Studio Adlershof in Berlin aufgezeichnet. Ab Folge 2 wurden die Blind Auditions bereits vor der TV-Ausstrahlung kostenpflichtig bei Joyn Plus+ veröffentlicht.
Wie schon in den Staffeln 10 und 15 traten ausgewählte frühere Kandidaten erneut an. Sie wurden als „Allstars“ bezeichnet. In den bisher ausgestrahlten Folgen waren das unter anderem Butch Williams in Folge 3 sowie Katiuska McLean in Folge 4.
Die Zuschauerzahlen lagen bei den ersten vier Folgen zwischen 1,24 und 1,29 Millionen insgesamt. Folge 1 auf Sat.1 am 11. September kam auf 1,29 Millionen Zuschauer, davon 0,20 Millionen in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen; die Marktanteile betrugen 7,0 Prozent insgesamt und 6,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Folge 2 auf ProSieben am 12. September erreichte 1,27 Millionen insgesamt und 0,25 Millionen in der Zielgruppe, mit Marktanteilen von 6,9 beziehungsweise 8,1 Prozent.
Folge 3 auf Sat.1 am 18. September sahen 1,24 Millionen Menschen insgesamt, darunter 0,27 Millionen in der Zielgruppe. Die Marktanteile lagen bei 6,6 Prozent insgesamt und 8,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Folge 4 auf ProSieben am 19. September kam auf 1,27 Millionen Zuschauer insgesamt und 0,35 Millionen in der Zielgruppe; die Marktanteile betrugen 6,9 Prozent insgesamt und 11,
