Frankfurt gehört zu den teuersten Städten für studentisches Wohnen
An der Uni Frankfurt ist die Wohnungssuche für Studierende am 1. Oktober 2026 kein Nebenschauplatz, sondern eine ziemlich teure Geduldsprobe. Frankfurt gehört laut Studentenwohnreport 2026 zu den drei teuersten deutschen Städten für studentisches Wohnen. Eine standardisierte Wohnung mit 30 Quadratmetern kostet hier durchschnittlich 721 Euro im Monat. Die BAföG-Wohnkostenpauschale von derzeit 380 Euro deckt damit weniger als die Hälfte.
Auch das WG-Zimmer ist längst kein Schnäppchen mehr: Im Report liegt der Frankfurter Durchschnitt bei 674 Euro. Empirica kam zuletzt für ein unmöbliertes WG-Zimmer inklusive Nebenkosten auf durchschnittlich 620 Euro monatlich. Ein paar hundert Euro Unterschied, die sich im studentischen Geldbeutel ziemlich laut bemerkbar machen.
Frankfurt fast an der Spitze
Erstellt wurde der Studentenwohnreport 2026 von MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft. Grundlage sind Daten aus dem ersten Halbjahr 2026. Nur München ist mit rund 880 Euro für die Modellwohnung noch teurer; Berlin folgt mit 725 Euro. Frankfurt liegt damit knapp darunter und zugleich deutlich über vielen anderen Hochschulstädten. Köln, Hamburg und Heidelberg kommen für eine 30-Quadratmeter-Mietwohnung auf etwa 700 bis 720 Euro.
Beim angenommenen WG-Zimmer mit 20 Quadratmetern reicht die Spanne bundesweit von rund 850 Euro in München bis etwa 220 Euro in Chemnitz. Dort kostet die Musterwohnung rund 280 Euro im Monat – so wenig wie an keinem anderen untersuchten Standort. Nur in Chemnitz reicht die BAföG-Wohnkostenpauschale aus, um die durchschnittlichen Kosten der Modellwohnung vollständig zu decken.
In Frankfurt ist das Angebot an studentischen Wohnungen laut Report spürbar zurückgegangen. In Darmstadt entwickelte es sich dagegen in die andere Richtung: Dort nahm das Angebot zu. Die Stadt liegt mit einem Modellmietwert von 599 Euro für eine Wohnung und 492 Euro für ein WG-Zimmer bundesweit im Mittelfeld. Weitere hessische Hochschulstädte wurden nicht untersucht.
Kleine Wohnungen werden besonders schnell teurer
Bundesweit stiegen die Mieten für studentisches Wohnen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum durchschnittlich um 2,6 Prozent. Die sogenannte qualitätsbereinigte Betrachtung kommt zum gleichen Wert – also unabhängig davon, ob sich etwa Größe oder Ausstattung der angebotenen Wohnungen verändert haben. Über drei Jahre hinweg lag der durchschnittliche jährliche Mietanstieg bei 4,0 Prozent.
Am stärksten verteuerten sich Wohnungen unter 40 Quadratmetern: binnen eines Jahres um 3,5 Prozent. WG-Mieten legten um 2,3 Prozent zu, möblierte Wohnungen auf Zeit um 2,0 Prozent. Die Kosten unterscheiden sich dabei je nach Hochschulstandort erheblich. Die höchsten durchschnittlichen jährlichen Zuwächse der vergangenen drei Jahre gab es in Hamburg und Saarbrücken mit jeweils 5,8 Prozent, gefolgt von Bochum mit 5,5 Prozent.
Für BAföG-Empfänger, die nicht bei ihren Eltern wohnen, soll die Wohnkostenpauschale zum Sommersemester 2027 von 380 auf 440 Euro steigen. Ursprünglich war die Erhöhung schon zum kommenden Wintersemester beziehungsweise zum Beginn des Wintersemesters vorgesehen. Finanzierungsdebatten und ungeklärte Fragen innerhalb der Koalition verzögerten den Schritt.
Mehr Studierende, zu wenig Platz
Der Report untersucht die Bautätigkeit an 38 Hochschulstandorten. Zwar wird an beliebten Hochschulstandorten überdurchschnittlich viel gebaut, vielerorts reicht das aber nicht aus, um die Wohnraumknappheit zu verringern. Nach der Prognose wird die Zahl der Studierenden außerdem weiter steigen und bis 2040 über dem heutigen Niveau liegen.
Das dürfte die Suche nach einem Zimmer nicht gerade entspannen. Wer in Frankfurt mit dem Laptop auf den Knien zwischen Wohnungsanzeigen sitzt, kennt das Spiel: neue Anzeige, kurze Hoffnung, schon wieder vergeben. Und irgendwo läuft nebenbei die nächste Mieterhöhung ein.
