Laserdome in Strausberg: Bundeswehr erprobt mobilen Laser gegen Drohnenschwärme
Auf dem Flugplatz in Strausberg wird ein mobiles Lasersystem zur Abwehr von Drohnen erprobt. Der Standort östlich von Berlin ist dafür nicht zufällig gewählt: Er verfügt über einen Flugplatz und ein angeschlossenes Start-up-Zentrum. Für Unternehmen, die Drohnen und Abwehrsysteme entwickeln, sind solche Test- und Übungsflächen dringend nötig.
Der mobile Laser soll zunächst Kasernen, Flugplätze und andere Infrastruktur schützen. Später wäre auch ein Einsatz näher am Gefechtsfeld denkbar. Robert Hoffmann, Major und Projektleiter beim Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, spricht für Strausberg von „einzigartige Bedingungen“. Seiner Einschätzung nach muss mit Angriffen durch Drohnenschwärme gerechnet werden; ihre Abwehr sei deshalb ein wichtiges Erprobungsszenario.
Sechs Monate unter realen Bedingungen
Im Innovationsvorhaben „Laserdome“ führen INLEAP Photonics und der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) eine sechsmonatige Erprobung durch. Die Versuchsreihe startete im April 2026 und findet auf Übungsplätzen der Bundeswehr unter realen Einsatzbedingungen statt. Soldatinnen und Soldaten begleiten die Tests.
Zum Einsatz kommt INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD®, eine laserbasierte Komplettlösung zur Drohnenabwehr. Geprüft wird, ob das System einzelne Drohnen ebenso wie Drohnenschwärme abwehren kann. Außerdem geht es um eine präzise, effiziente und augensichere Wirkung, um Funktionstests und um gezielte Anpassungen. Eine Systemdemonstration ist geplant; dabei sollen Bundeswehrvertreter die Ergebnisse vor Ort begutachten können.
Die Ergebnisse sollen Voraussetzungen für eine mögliche spätere Nutzung durch die Bundeswehr schaffen – besonders zum Schutz mobiler Einrichtungen und von Hochwertzielen. Der CIHBw untersucht im Projekt mobile Lasersysteme zum Schutz solcher Ziele und bewertet neue Technologien unter praxisnahen Bedingungen. Der Cyber Innovation Hub ist die Innovationseinheit der Bundeswehr. Seine Arbeitsfelder reichen von unbemannten Luftfahrzeugen und Drohnenabwehr über Lagebild und elektronische Kampfführung bis zum Cyberraum und zur Logistik.
Technik aus Hannover
INLEAP FASTLIGHT SHIELD basiert auf einer ultraschnellen Laserstrahllenktechnologie aus der industriellen Lasersystemtechnik. Nach Angaben des Unternehmens soll sie eine kontrollierte Drohnenabwehr mit hoher Betriebssicherheit und niedrigen Kosten ermöglichen. Die Technologie entstand auf Grundlage von mehr als zehn Jahren Erfahrung in der industriellen Lasersystemtechnik.
INLEAP Photonics ist ein deutsches Hightech-Spin-off des Laser Zentrums Hannover e. V. Das Unternehmen entwickelt Laserstrahllenk-Systeme für die industrielle Fertigung und für den Schutz von Menschen sowie kritischer Infrastruktur vor Drohnen. Nach eigenen Angaben kann FASTLIGHT SHIELD auch in sensiblen und urbanen Umgebungen eingesetzt werden.
Für die Region Berlin ist der Test ein weiteres Zeichen für die wachsende Bedeutung von Rüstungstechnik-Start-ups. Strausberg liefert dafür die Mischung aus Flugplatz, angeschlossenem Start-up-Zentrum und verfügbarem Erprobungsraum. An der Uni Hannover, dem Ort dieses Berichts, klingt das nach einer ziemlich konkreten Verbindung von Forschung, Gründung und militärischer Praxis – weniger nach Planspiel am Schreibtisch, mehr nach Testbetrieb draußen.
Theoretisch könnte das System in zwei bis drei Jahren einsatzbereit sein, sofern Entwicklung und Beschaffung planmäßig verlaufen. Mehr lässt sich daraus derzeit nicht machen: Der Zeitplan hängt an beiden Schritten.
Einordnung mit offenen Quellen
Die auf der Bundeswehr-Seite bundeswehr.de/de/drohnen übermittelte Quelle ist nicht lesbar beziehungsweise offenbar beschädigt oder verschlüsselt. Eine sachliche Zusammenfassung dieser Quelle ist daher nicht möglich. Für den Strausberger Test bleiben die Angaben zu „Laserdome“, FASTLIGHT SHIELD und den geplanten Prüfungen maßgeblich.
