Das Brüderkrankenhaus Trier hat zwei neue Chefärzte offiziell eingeführt. Professor Dr. Martin Ellenrieder leitet seit April die Orthopädie, Privatdozent Dr. Patrick Freyhardt steht seit Juli dem Zentrum für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin vor. Beide wollen das Behandlungsspektrum ihrer Abteilungen erweitern – unter anderem mit minimalinvasiver und roboterassistierter Endoprothetik sowie einer stärkeren interventionellen Radiologie.

Vorgestellt wurden die beiden Mediziner im Beisein von Christian Weiskopf, Geschäftsführer der BBT-Region Trier-Rilchingen. Wolfram Mittelmeier, emeritierter Rostocker Klinikdirektor, würdigte Ellenrieder in einer Laudatio. Markus Leineweber, Direktor Unternehmenskultur des Brüderkrankenhauses, dankte außerdem den Mitarbeitenden beider Abteilungen, die während der Vakanz an der Spitze zusätzliche Aufgaben übernommen hatten.

Orthopädie mit Robotik und guter Nachsorge

Martin Ellenrieder stammt aus Augsburg, studierte in München und Houston und wurde an der BG Unfallklinik Murnau ausgebildet. Fast 20 Jahre arbeitete er an der Universitätsmedizin Rostock. Dort habilitierte er sich 2016; 2023 erhielt er den Professorentitel.

In Trier will Ellenrieder das gesamte orthopädische Behandlungsspektrum anbieten, mit einem Schwerpunkt auf der Endoprothetik. Das Knie-Robotiksystem „ROSA“ ist in der Orthopädie bereits eingeführt. Künftig sollen minimalinvasive Verfahren bei Gelenkersatzoperationen stärker zum Einsatz kommen. Auch die Nachsorge nimmt viel Raum ein: Niedergelassene Ärzte, Physiotherapie und weitere Beteiligte sollen enger eingebunden werden.

Das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie leitet Ellenrieder gemeinsam mit dem unfallchirurgischen Chefarzt Privatdozent Dr. Johannes Hopf. Der Wechsel von Rostock nach Trier wurde bei der Einführung ebenfalls thematisiert.

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Radiologie: Bilder allein reichen nicht

Patrick Freyhardt studierte an der Universitätsmedizin Berlin, der University of Toronto und dem Imperial College London. Anschließend arbeitete er zehn Jahre an der Charité und absolvierte dort unter anderem seine Facharztausbildung. Danach wechselte er zum Helios Klinikum Krefeld.

Der 48-Jährige war dort zuletzt Leitender Oberarzt. Seine Schwerpunkte lagen in der interventionellen Radiologie, der Neuroradiologie sowie in der kardialen und onkologischen Bildgebung. Nach seiner Habilitation an der Universität Witten/Herdecke erhielt er 2021 die Lehrbefugnis für Radiologie.

Ärztlicher Direktor Professor Dr. Tim Piepho betonte, dass auch Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz die ärztliche Einordnung radiologischer Bilder nicht ersetzen. Entscheidend bleibe der Zusammenhang mit Vorerkrankungen, Symptomen und der konkreten Fragestellung. Ein Bild steht eben selten für sich allein.

Freyhardt will die interventionelle Radiologie in Trier ausbauen. Das Brüderkrankenhaus behandelt bereits akute Schlaganfälle mittels Thrombektomie und die periphere arterielle Verschlusskrankheit. In Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen sollen weitere Einsatzgebiete hinzukommen, etwa die interventionelle Tumortherapie.

Seine Entscheidung für Trier war ursprünglich nicht geplant, erklärte Freyhardt. Ausschlaggebend seien die gut aufgestellte Abteilung, das hohe Qualitätsniveau und ein für Veränderungen offenes Team gewesen. Für die Radiologie bedeutet sein Amtsantritt damit nicht nur eine neue Personalie, sondern auch reichlich Arbeit an den nächsten Ausbaustufen.