Psychotherapie-Kongress: Preise für innovative Rückenschmerzforschung!
Der 5. Deutsche Psychotherapie Kongress, der vom 08. bis 12. Juni 2026 unter dem Motto „Wissenschaft und Praxis im Dialog: Erkenntnisse nutzbar machen, Versorgung nachhaltig verbessern“ in Berlin stattfand, stand ganz im Zeichen von Innovation und interdisziplinärem Austausch. Die Veranstaltung diente als Plattform, um neueste Forschungsergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren, wobei die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Ästhetik und praktischer Relevanz im Vordergrund stand. Fachleute aus verschiedenen Bereichen kamen zusammen, um über die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Psychotherapie nachzudenken.
Im Rahmen des Kongresses zeigten die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Lotte Diering und Lea Wilhelm der Arbeitsgruppe Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin der Medical School Berlin aktuelle Forschungsergebnisse. Beide präsentierten ihre Arbeiten in Posterbeiträgen, die großes Interesse bei den Teilnehmenden weckten. Während Diering sich in ihrer Analyse mit Erholungserfahrungen bei Berufstätigen beschäftigte und dabei den komplexen Zusammenhang zwischen Stress, Zeitdruck und Handlungsspielraum untersuchte, stellte Wilhelm die psychologischen und verhaltensbezogenen Charakteristika im Umgang mit chronischen Rückenschmerzen vor. Ihre Analyse der Schmerzverarbeitung stieß auf viel Zuspruch und wurde mit einem Posterpreis der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) ausgezeichnet.
Rückenschmerz und psychologische Faktoren
Ein zentrales Thema der Forschung ist, wie die Psyche zurückhaltend Einfluss auf physische Erkrankungen wie Rückenschmerzen nimmt. Eigentlich kann es schon gefährlich sein, Bewegung nur aus einem Gefühl der Angst zu vermeiden. Laut Expertenberichte, beispielsweise von der AOK, führt diese sogenannte „Angst-Vermeidungsverhalten“ dazu, dass Menschen alltägliche Aktivitäten meiden, weil sie befürchten, dadurch ihre Schmerzen zu verstärken. Besonders problematisch wird dies bei chronischen Schmerzen, wo Vermeidung nicht nur unnötig ist, sondern auch zu einem Teufelskreis aus Bewegungsmangel und verschlechtertem Wohlbefinden führen kann.
Es wird deutlich, dass Rückenschmerzen auch Symptome von Stress oder sogar Depressionen sein können. Eine gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit können die Schmerzempfindlichkeit erhöhen, was wiederum Auswirkungen auf die Lebensqualität hat. Der Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und Rückenschmerzen ist somit eine Facette, die immer mehr in den Fokus der Psychotherapieforschung rückt. Umso wichtiger sind Erkenntnisse, wie sie beim Psychotherapie Kongress thematisiert wurden, um ein besseres Verständnis für solche Zusammenhänge zu entwickeln und Therapien entsprechend anzupassen.
Wissenschaft trifft Praxis
Der Kongress hat sich nicht nur als Vernetzungsplattform für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewährt, sondern legt auch großen Wert auf die Wissenschaftskommunikation. Die Sprecherin der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie, Prof. Dr. Julia Asbrand, betont, wie wichtig es ist, den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit zu fördern. Durch innovative Ansätze und die Diskussion grundlegender Forschungsfragen stammen viele der vorgestellten Projekte aus aktiven Förderungen durch das BMBF und die DFG, wie die von Diering und Wilhelm. Solche Förderungen sind entscheidend für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 5. Deutsche Psychotherapie Kongress einen außergewöhnlichen Rahmen bot, um die neuesten Entwicklungen im Bereich der Psychologie und Psychotherapie voranzutreiben. Der Austausch von Wissen und die Diskussion über psychische Gesundheit und deren Auswirkungen auf körperliche Beschwerden bleiben essenzielle Punkte für alle Beteiligten.
