In der Uni Flensburg ging es am 4.11.2026 um eine Frage, die im Sport längst über Körbe, Tore und Medaillen hinausreicht: Wie können Sport, Politik und Wirtschaft Talenten berufliche Perspektiven bieten – und verhindern, dass sie Schleswig-Holstein verlassen?

Gastgeber war Johann Volquardsen, Geschäftsführer der Flensburg Akademie. Durch die Diskussionsrunde führte Markus Draeger. Auf dem Podium saßen außerdem Innenministerin Magdalena Finke, Daniel Endres als Vertreter des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin und Klarissa Lueg, Professorin an einer Universität.

Wenn Talent nicht bleiben kann

Im Mittelpunkt stand die Verbindung von sportlicher Entwicklung und beruflicher Zukunft. Talente brauchen demnach nicht nur gute Trainingsbedingungen, sondern auch Perspektiven für die Zeit neben oder nach dem Sport. Gerade dort treffen die Interessen von Vereinen, Politik und Unternehmen aufeinander.

Die Runde nahm damit eine Entwicklung in den Blick, die für Hochschulen, Betriebe und den Spitzensport gleichermaßen wichtig ist: Wer junge Menschen halten will, muss ihnen Wege eröffnen, die über den nächsten Wettkampf hinausführen. Die Bildunterschrift zur Veranstaltung nennt Michael Staudt als Fotografen.

Fachkräfte halten, neue gewinnen

Auch außerhalb des Sports gibt es in Schleswig-Holstein inzwischen verschiedene Ansätze, um Beschäftigte langfristig zu binden. Eine Broschüre zur Mitarbeitendenbindung liefert Informationen und praktische Tipps, wie Unternehmen qualifizierte Mitarbeitende angesichts des Fachkräftemangels halten können.

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Für internationale Fachkräfte und ihre Familien ist das Welcome Center Schleswig-Holstein eine zentrale Anlaufstelle. Es berät zu Einreise, Visum und Aufenthalt. Unternehmen erhalten Unterstützung bei der Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte. Weitere Informationen gibt es unter welcomecenter-sh.de.

Seit November 2023 traten Änderungen und Novellierungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes schrittweise in Kraft. Ziel ist eine erleichterte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte nach Deutschland. Informationen dazu bietet auch „Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz“ auf make-it-in-germany.com. Beim beschleunigten Fachkräfteverfahren ist das Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge zuständig.

Integration beginnt im Betrieb

Seit Januar 2025 unterstützt die Aktion „Vielfalt im Betrieb – Fachkräftesicherung für Schleswig-Holstein“ Unternehmen bei der Integration von Mitarbeitenden aus EU- und Drittstaaten. Sie gehört zur Aktion A5 des Landesprogramms Arbeit 2021–2027. Im Mittelpunkt stehen die Förderung und die langfristige Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen.

Die Unterstützung wird individuell zugeschnitten. Eine Ist-Analyse untersucht zunächst die betriebliche Integrationssituation. Darauf können Handlungsempfehlungen folgen, etwa für ein besseres Onboarding. Vernetzung bringt Unternehmen und relevante Akteure miteinander ins Gespräch, während bei der Suche nach passenden Sprachkursen geholfen wird. Workshops sollen interkulturelles Verständnis und einen kultursensiblen Umgang fördern. Dazu kommt eine kontinuierliche Begleitung während des Integrationsprozesses – also nicht bloß ein freundliches Willkommen am ersten Arbeitstag und danach Funkstille.

Genannt werden als beteiligte beziehungsweise unterstützende Einrichtungen die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, die Fortbildungsakademie der Wirtschaft Lübeck und IB.SH.

Arbeitsmigration mit sicheren Wegen

Ein weiterer Baustein ist THAMM Plus. Das Projekt unterstützt reguläre Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa. Es fördert sichere und faire Arbeitsmigration aus Ägypten, Marokko und Tunesien und vermittelt Auszubildende sowie Fachkräfte an Betriebe in Deutschland.

Das schleswig-holsteinische Arbeitsministerium kooperiert dabei mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem tunesischen Arbeitsministerium und weiteren Akteuren in Tunesien. Für die Talente auf dem Podium der Uni Flensburg mag der Weg zunächst auf dem Spielfeld oder im Hörsaal beginnen. Die Frage dahinter bleibt trotzdem dieselbe: Wo gibt es eine echte Perspektive – und wer hilft, wenn der nächste Schritt kompliziert wird?