Heute, am 2.10.2026, reicht der Nachrichtenbogen in Bonn von militärischen Drohnen bis zum Feiertagseinkauf in den Niederlanden. Dazwischen liegen neue Exzellenzuniversitäten, ein alter Parlamentsauftakt, Filialschließungen und eine Netflix-Dokumentation über Michael Schumacher.

Die Bundeswehr stellt als Reaktion auf den Ukraine-Krieg erstmals ein eigenes Drohnenregiment auf. Der Aufbau soll im Laufe des Jahres 2027 erfolgen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte das bei einem Besuch des Truppenübungsplatzes Bergen in Niedersachsen an. Militärische Durchsetzungsfähigkeit am Boden, erklärte Pistorius, erfordere den Umgang mit unbemannten Systemen. Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine sollen in die Entwicklung einfließen.

Bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten

Geplant ist ein Verband mit bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten. Er soll unbemannte Systeme mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern einsetzen. Zu den Aufgaben gehören Aufklärung, der Einsatz eigener Systeme und das Abfangen gegnerischer Drohnen. Neben Flugdrohnen sind auch unbemannte Landsysteme vorgesehen.

Eine eigene Kompanie für „elektromagnetischen Kampf“ soll gegnerische Kommunikationskanäle stören und die eigenen Systeme schützen. Außerdem soll das Regiment mit neuen Kamikazedrohnen, sogenannter „Loitering Munition“, ausgestattet werden. Diese werden derzeit erprobt und sollen 2027 bei der Truppe eintreffen. Nach vorliegenden Informationen soll der Verband Teil der 10. Panzerdivision werden. Zu ihr gehört auch die Panzerbrigade 45, die zum Schutz der NATO-Ostflanke in Litauen stationiert ist.

Die Bundeswehr baut ihre Drohnenfähigkeiten bereits seit einiger Zeit aus. Als wichtiger Anlass gilt der Einsatz solcher Systeme im Ukraine-Krieg. Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding erklärte im Juni 2026, mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme müssten schnell in die Bundeswehr integriert werden. Für die Landstreitkräfte habe das Zusammenspiel von Panzertruppen und drohnensteuernden Einheiten höchste Bedeutung. In der Ukraine wird ein großer Teil der zerstörerischen Treffer durch Drohnen erzielt.

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Gleichzeitig warnten Militärplaner und Pistorius davor, einen möglichen Krieg zwischen Russland und der NATO mit dem Krieg in der Ukraine gleichzusetzen. Drohnen sollen das Waffenspektrum ergänzen, Panzer, Flugzeuge und Kriegsschiffe aber nicht vollständig ersetzen. Wie angespannt die Lage ist, zeigte zuletzt Litauen: NATO-Kampfflugzeuge schossen nahe dem Kaunas-See eine Drohne ab, die möglicherweise aus dem benachbarten Belarus gestartet war. Europäische Geheimdienste warnen zudem vor hybriden Drohnenangriffen im Luftraum, vor allem in Ost- und Südeuropa. Europa arbeitet deshalb neben der NATO an eigenen Abwehrstrategien.

Auch an deutschen Flughäfen wird aufgerüstet. Am Flughafen Berlin-Brandenburg nahm die Deutsche Flugsicherung ein System zur Drohnenerkennung in Betrieb. Es soll Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig erkennen und zuständige Stellen über mögliche Gefahren informieren. Vergleichbare Technik gibt es bereits an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn. Der bereitgestellte Text der Bundeswehr-Internetseite zum Thema Drohnen ist dagegen nicht lesbar beziehungsweise offenbar fehlerhaft codiert; eine sachliche Zusammenfassung daraus ist nicht möglich.

Ein freier Samstag – und volle Einkaufsstraßen anderswo

Am folgenden Tag, dem 3. Oktober, ist der Tag der Deutschen Einheit bundesweit arbeitsfrei. 2026 fällt der Feiertag auf einen Samstag. Für viele heißt das: ein Wochenende mit zwei Ruhetagen, aber kaum Gelegenheit zum Einkaufen in Deutschland. Viele Menschen fahren deshalb in die Niederlande. Im Auto noch schnell die Taschen verstauen, dann ab über die Grenze.

Neue Exzellenzstandorte in Sicht

Am Nachmittag sollen fünf neue Exzellenzstandorte bekannt gegeben werden. Die ausgewählten Universitäten werden sieben Jahre lang mit bis zu 15 Millionen Euro gefördert. In Nordrhein-Westfalen hoffen die TU Dortmund und die Ruhr-Universität Bochum gemeinsam auf den Titel. Auch die Universität zu Köln bewirbt sich.

Die RWTH Aachen und die Universität Bonn tragen den Titel Exzellenzuniversität bereits seit 2019. Die bestehenden Exzellenzstandorte in NRW haben sich außerdem schon für weitere sieben Jahre qualifiziert. Für die Hochschulen ist das eine Nachricht mit Gewicht – und hier in Bonn vermutlich auch Gesprächsthema zwischen Mensa, Bibliothek und dem nächsten Kaffee.

Schließungen bei Kodi, Rückblick auf den Landtag

Das Filialnetz des insolventen Haushaltswaren-Discounters Kodi wird kleiner. Die Zentrale in Oberhausen sowie 43 der zuletzt 144 Standorte sollen schließen. 41 dieser Filialen liegen in Nordrhein-Westfalen. Die Kodi Retail GmbH übernimmt 100 Filialen; dort bleibt der Name Kodi bestehen.

Vor 80 Jahren kam der NRW-Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Im zerstörten Düsseldorf fehlten damals geeignete Gebäude, deshalb tagte das Parlament zunächst im Opernhaus an der Heinrich-Heine-Allee. Bei der konstituierenden Sitzung handelte es sich um ein von den britischen Alliierten ernanntes Parlament.

Wettertechnisch zieht sich der Regen im Westen zurück. Am Morgen kann es in Ostwestfalen-Lippe noch regnen, Richtung Rheinland sind örtlich Nebel oder trübes Wetter möglich. Später setzt sich zunehmend die Sonne durch, es bleibt trocken. Die Höchsttemperaturen liegen bei 18 bis 21 Grad, ab 500 Metern Höhe bei 14 bis 17 Grad.

Schumacher-Doku bei Netflix

Netflix veröffentlicht eine Dokumentation über den in Kerpen aufgewachsenen Formel-1-Fahrer Michael Schumacher. Seit seinem Skiunfall 2013 lebt Schumacher weitgehend abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Der Film trägt den Titel „Schumacher ’94 – Die Geburt einer Legende“. Auch seine Ehefrau Corinna Schumacher kommt darin zu Wort.