dokumentART 2026: Berliner und Posener Kunsthochschulen im filmischen Austausch in Szczecin
Heute, am 14. Oktober 2026, wird das Kino Zamek in Szczecin zum Treffpunkt für Filmschaffende, Studierende, Lehrende sowie Kuratorinnen und Kuratoren aus Deutschland und Polen. Unter dem Titel „dokumentART 2026 – deutsch-polnischer Kulturaustausch“ findet dort ein Programm im Rahmen des 21. Szczecin Film Festival statt. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelpunkt stehen Filme, Gespräche und Begegnungen. Die Veranstaltung ist als deutsch-polnisches Programm angelegt und schafft Möglichkeiten für junge Kunstschaffende beider Länder, miteinander ins Gespräch zu kommen – nicht nur im Kinosaal, sondern auch bei Diskussionen, einem Runden Tisch und im Austausch über künstlerische und akademische Erfahrungen.
Kunsthochschulen im Austausch
Von 17:00 bis 19:00 Uhr präsentieren Studierende und Lehrende der Universität der Künste Berlin sowie der Magdalena-Abakanowicz-Universität der Künste in Poznań ihre Filme. Die Kooperation führt die Beteiligten an mehrere Orte: Die Treffen finden in Neubrandenburg, Szczecin und Koszalin statt.
Auf dem Programm stehen sechs Arbeiten. Den Auftakt macht „Die Narben meiner Mutter / My Mother’s Scars“ von Tete Hoffmann, Deutschland 2025, 4:42 Minuten beziehungsweise in der zweiten Programmangabe fünf Minuten. Es folgen „Ort ohne Erinnerung / Place Without Memory“ von Philip Treschan, Deutschland 2024, 27:36 Minuten beziehungsweise 28 Minuten, und „Margins“ von Clara Becking, Deutschland 2025, 23:00 Minuten.
Aus Polen kommen „Dom mój stoi na uboczu / My Home Lies on the Edge“ von Julia Mendyk, Polen 2026, 11:33 Minuten beziehungsweise 12 Minuten, „Piaski / Sands“ von Malwina Postaremczak, Polen 2025, 8:30 Minuten beziehungsweise acht Minuten, sowie „Chudziuta / Skinny“ von Blanka Kęstowicz, Polen 2024, 12:00 Minuten. In der polnischen Programmfassung wird der letzte Titel als „Skinny | Chudziutka“ geführt.
Nach der Vorführung gibt es eine Frage-und-Antwort-Runde mit den Filmschaffenden. Gerade dort, zwischen Saallicht und den ersten spontanen Nachfragen, dürfte der Austausch am direktesten werden.
Deutscher Film in Polen
Von 19:15 bis 21:45 Uhr folgt der zweite Programmpunkt: „Wpatrując się w słońce / In die Sonne schauen / Sound of Falling“ von Mascha Schilinski. Der deutsche Film aus dem Jahr 2025 läuft 149 Minuten.
Über 100 Jahre hinweg erzählt das Drama die Geschichte von vier Frauen aus unterschiedlichen Generationen auf einem ländlichen Gutshof. Die junge Alma glaubt, dass ihr dasselbe Schicksal bevorsteht wie ihrer verstorbenen Schwester. Erika fühlt sich zunehmend zu ihrem Onkel hingezogen. Angelika kämpft wegen ihrer familiären Situation mit Suizidgedanken, während Nelly wiederholt von den Geistern ihrer Vorgängerinnen heimgesucht wird.
So liegen an diesem Abend zwei unterschiedliche Formen des Films nebeneinander: kurze Arbeiten aus dem Hochschulaustausch, dicht und diskussionsoffen, danach ein langer Spielfilm, der familiäre Erinnerungen, Ängste und Gespenster über Generationen hinweg verfolgt. Der Weg vom Berliner Hochschulkontext nach Szczecin ist dabei kein Umweg, sondern Teil des Programms.
Begegnungen über die Grenze hinweg
Die Sektion trägt auf Polnisch den Titel „DokumentArt na SFF. Polsko-niemiecka wymiana uczelni artystycznych“ – polnisch-deutscher Austausch von Kunsthochschulen. Veranstaltungsort ist das Kino Zamek in Szczecin; organisiert wird der Termin im Rahmen des 21. Szczecin Film Festival. Für das Publikum beginnt der Hochschulaustausch um 17:00 Uhr, der deutsche Film um 19:15 Uhr.
Von der UdK Berlin aus betrachtet, führt der Termin direkt in eine Nachbarstadt, in der künstlerische Arbeiten nicht bloß gezeigt, sondern gemeinsam besprochen werden. Ein bisschen Zeit sollte man mitbringen: erst Kurzfilme und Q&A, dann 149 Minuten Kino. Und vielleicht bleibt danach noch eine Frage offen, die man beim Hinausgehen weiterträgt.
