HSU und Hamburg Messe machen den GSIS zur Plattform für Europas Sicherheitsinnovationen
Hamburg baut seine Rolle als europäischer Treffpunkt für Sicherheits- und Innovationsfragen aus: Die Hamburg Messe und Congress (HMC) und die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) haben eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Grundlage ist ein Memorandum of Understanding zur Weiterentwicklung des Global Security and Innovation Summit (GSIS) als internationale Plattform für Sicherheit, Innovation und Führung. Der Artikel ist auf den 13. Oktober 2026 datiert; heute ist der 14. Oktober 2026.
Die HSU/UniBw H wird zentraler akademischer Partner des GSIS und soll dessen wissenschaftliches Netzwerk erweitern. Im Zentrum steht der Austausch zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und Streitkräften. Erstmals sichtbar wird die Kooperation beim GSIS Science Track „Wissen.Schafft.Sicherheit / Science for Security“ am 9. Dezember 2026, den die Universität wissenschaftlich und programmatisch mitgestaltet.
Ein Summit mit vielen Schnittstellen
Der nächste GSIS findet am 9. und 10. Dezember 2026 im CCH – Congress Center Hamburg statt. Regierungen, Technologieunternehmen, Investoren, Infrastrukturakteure, Forschungseinrichtungen und internationale Organisationen kommen dort zusammen. Geopolitische, technologische und wirtschaftliche Herausforderungen stehen ebenso auf der Agenda wie die Verbindung von Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und strategischer Resilienz in Europa.
Neben der Hauptkonferenz gehören Partnerveranstaltungen, Networking-Formate und eine Innovation Zone zum GSIS. Als weitere Redner bestätigt sind Lord Sedwill, ehemaliger britischer Nationaler Sicherheitsberater und Vorsitzender des Kuratoriums des International Institute for Strategic Studies (IISS), Generalleutnant Michael Vetter, Generaldirektor für Innovation und Cyber sowie Chief Information Officer im deutschen Bundesverteidigungsministerium, Marcus Wandt, Senior Vice President und Leiter für Strategie und Technologie bei Saab sowie ESA-Astronaut, und Dr. Florika Fink-Hooijer, Generaldirektorin der EU-Behörde HERA für Krisenvorsorge und -reaktion im Gesundheitsbereich.
Weitere bestätigte Teilnehmer kommen unter anderem von der ESA, der EUSPA, dem Europäischen Investitionsfonds, SINTEF, CEPI und dem dänischen Außenministerium. Die Konferenz konzentriert sich auf drei Bereiche: Finanzierung und Innovation, fortschrittliche Technologien sowie Lieferketten und Resilienz. Im Programm geht es um geopolitischen Wettbewerb im Technologiebereich, Verteidigungsinnovation und die Finanzierung von Defence-Tech, Quantentechnologie und Biosicherheit, Raumfahrt und Energie, kritische Rohstoffe und sichere Lieferketten.
Lord Sedwill spricht am 9. Dezember im Panel „The New Geopolitics of Innovation“ über technologische Innovation im geopolitischen Wettbewerb. Von 2017 bis 2020 war er britischer Nationaler Sicherheitsberater, von 2018 bis 2020 außerdem Kabinettssekretär und Leiter des britischen öffentlichen Dienstes. 2021 leitete er das G7-Panel zur globalen wirtschaftlichen Resilienz.
Im Panel „Defence Innovation“ geht es darum, wie neue Technologien schneller in Verteidigung und Sicherheit eingesetzt werden können. Michael Vetter vertritt die Regierungsperspektive, Marcus Wandt bringt die Sichtweise der Industrie ein. Wandt flog 2024 als ESA-Astronaut zur Internationalen Raumstation.
Wie Defence-Tech finanziert und skaliert werden kann, diskutiert das Panel „Financing the Defence-Tech Pivot“. Dabei sind Hans Beyer, Senior Banker und Leiter des Verteidigungsbereichs bei SEB, sowie Dr. Markus Schillo, Regionalvertreter für Deutschland beim Europäischen Investitionsfonds.
Quanten, Biosicherheit und die Umlaufbahn
Am ersten Konferenztag stehen neue Technologien und ihre sicherheitspolitischen Auswirkungen im Mittelpunkt. Im Panel „The Innovation Frontier: Quantum and the Future of Security“ sprechen Dr. Sofie Lindskov Hansen, Quantenexpertin im dänischen Außenministerium, und Gerald Mullally, CEO von Oxford Quantum Circuits. Es geht um die Sicherheitsfolgen von Quantentechnologien und Europas Ausbau entsprechender Fähigkeiten. Oxford Quantum Circuits entwickelt Quantensysteme für Regierungen und Betreiber kritischer Infrastrukturen und schloss 2026 eine Finanzierungsrunde über 260 Millionen Pfund ab.
Biologische Risiken und die Vorbereitung auf künftige Krisen stehen im Panel „Building a Biosecurity Firewall“ im Vordergrund. Teilnehmer sind Dr. Florika Fink-Hooijer sowie Dr. Andrew Hebbeler, Leiter Biosicherheit bei CEPI und ehemaliger Mitarbeiter des Wissenschafts- und Technologiebüros des Weißen Hauses. Diskutiert werden der Abbau strategischer Abhängigkeiten und eine bessere Vorbereitung auf biologische Bedrohungen.
„Securing the Orbital Economy“ richtet den Blick auf Europas Rolle im Weltraum. Laurent Jaffart, ESA-Direktor für Resilienz, Navigation und Konnektivität, nimmt teil. Sein Aufgabenbereich verbindet Navigation und Konnektivität mit europäischen Sicherheits- und Verteidigungsanforderungen. Am zweiten Konferenztag spricht Rodrigo da Costa, Exekutivdirektor der EUSPA, über Europas neue Raumfahrtpolitik.
Der 10. Dezember steht im Zeichen von Lieferketten und Resilienz. Bernhard Kluttig, Generaldirektor für Sicherheit, Gas und Wasserstoff sowie Bundesbeteiligungen im deutschen Wirtschafts- und Energieministerium, nimmt am Panel „Energy Resilience in Uncertain Times“ teil. Das Panel „Critical Minerals and Supply Chain Security“ beschäftigt sich mit kritischen Rohstoffen und damit verbundenen Abhängigkeiten. Bestätigte Teilnehmerin ist Alexandra Bech Gjørv, CEO des norwegischen Forschungsinstituts SINTEF, das zu den größten unabhängigen Forschungsinstituten Europas zählt.
Hamburg als Labor für Dual-Use
Die Innovation Zone ergänzt die Hauptkonferenz um einen Bereich für Unternehmen, Start-ups und Technologieanbieter. Dort können sie ihre Lösungen präsentieren und Kontakte zu Entscheidungsträgern, Investoren und potenziellen Partnern knüpfen. Gezeigt werden unter anderem Anwendungen in künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Quantentechnologie, Raumfahrt, autonomen Systemen und Dual-Use sowie in kritischer Infrastruktur, Energie und sicheren Lieferketten. Die Zone ist in das Konferenz- und Networking-Programm integriert.
Gemeinsam mit der Handelskammer Hamburg veranstaltet GSIS am 9. Dezember das „Hamburg Dual-Use Forum“ unter dem Thema „Technologies for Resilience and Industrial Strength“. Das Forum behandelt Technologien für zivile und sicherheitsbezogene Märkte. Auf dem Programm stehen tragfähige Geschäftsmodelle, maritime Systeme und Navigation, industrielle Souveränität sowie internationale Beispiele erfolgreicher Dual-Use-Modelle. Auch Hamburgs Rolle in diesem Markt vor dem Hintergrund seiner industriellen und technologischen Stärken wird thematisiert. Tickets sind erhältlich und beinhalten den Zugang zur GSIS Networking Night am Abend des 9. Dezember.
Gemeinsam mit dem Deutschen Maritimen Zentrum wird außerdem ein weiteres Partnerprogramm entwickelt. Die Veranstaltung am 9. Dezember konzentriert sich auf maritime Sicherheit und den besseren Schutz maritimer Infrastruktur und entsprechender Fähigkeiten. Weitere Programmdetails sollen später veröffentlicht werden.
Dual-Use-Technologien können sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden. Beispiele sind künstliche Intelligenz, fortschrittliche Materialien, Quantentechnologien, Raumfahrt- und Satellitentechnologien sowie Drohnen. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission sollen sie die Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken, ihre Widerstandsfähigkeit verbessern und die Verteidigungsbereitschaft erhöhen.
Der Vorschlag für das nächste Horizont-Europa-Programm 2028–2034 sieht vor, Dual-Use-Projekte aus dem geplanten Budget von 175 Milliarden Euro zu unterstützen. Über den Europäischen Innovationsrat (EIC) sollen Innovationen in kritischen Technologien mit Schwerpunkt auf Verteidigungsanwendungen gefördert werden. Das Defence Mini-Omnibus erweitert dafür den Anwendungsbereich des EIC: EIC Accelerator und STEP-Scale-up-Ausschreibungen können Dual-Use- und Verteidigungsinnovationen unterstützen. Die zivile Technologieentwicklung soll besser mit den Verteidigungsprioritäten der EU verknüpft werden.
Der geplante Europäische Wettbewerbsfonds soll Dual-Use-Technologien in allen Bereichen fördern und die technologische Industrie mit der Verteidigungsindustrie sowie dem europäischen Innovationskapital verbinden. Der Forschungsfonds für Kohle und Stahl unterstützt Dual-Use-Forschung durch eine spezielle Ausschreibung für Stahl. Gefördert werden fortschrittliche Materialien und Produktionskapazitäten mit ziviler und militärischer Bedeutung.
Die Roadmap zur Transformation der europäischen Verteidigungsindustrie betont den Wert der zivilen Forschungs- und Deep-Tech-Basis Europas und erkennt an, dass viele verteidigungsrelevante Technologien grundsätzlich Dual-Use-Technologien sind. Die Roadmap zur Verteidigungsbereitschaft 2030 bezeichnet Dual-Use-Forschung und -Innovation als wesentlich für Verteidigung, Sicherheit und technologische Souveränität Europas.
Auch der Aktionsplan für
