Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat bekanntgegeben, dass zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) an der Universität zu Köln in die zweite Förderperiode gehen. Diese Förderentscheidung bedeutet, dass insgesamt etwa 27,1 Millionen Euro bereitgestellt werden, von denen ca. 16,9 Millionen Euro direkt an die Universität zu Köln fließen.

Der SFB 1530 „Aufklärung und Targeting pathogener Mechanismen bei B-Zell-Neoplasien“ erhält eine Fördersumme von 10,3 Millionen Euro über dreieinhalb Jahre. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Heilungsrate von Patient*innen mit prognostisch ungünstigen Lymphomen zu verbessern. Der Fokus liegt auf der Entdeckung neuer Krankheitsmechanismen und der Entwicklung therapeutischer Strategien. Die Leitung des SFB obliegt Professor Dr. Michael Hallek, dem Direktor der Klinik I für Innere Medizin.

Ökologische Genetik der Pflanzen

Ein weiterer Sonderforschungsbereich, der SFB TRR/341 „Ökologische Genetik der Pflanzen“, erhält ca. 11,9 Millionen Euro. Dieser SFB widmet sich der Erforschung der genetischen Grundlagen, die für die Reaktionen von Pflanzen auf globale Umweltveränderungen entscheidend sind. Spezialisiert wird die Untersuchung darauf, wie sich Pflanzenarten an abiotischen Stress und Konkurrenz anpassen. Die Sprecherin des SFB ist Professorin Dr. Juliette de Meaux von der Universität zu Köln. Ihre Forschungsergebnisse sollen maßgeblich zum Erhalt natürlicher Ökosysteme beitragen.

Zusätzlich ist die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an den beiden SFBs beteiligt, was zur interdisziplinären Zusammenarbeit in der Forschung beiträgt.

Forschungsfortschritte bei Lymphomen

Ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiet der Lymphomforschung wurde auch an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erzielt, wo Forschende die Organisation von Immunzellen im menschlichen Lymphknoten kartierten. Diese Studie, die in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), dem Berlin Institute of Health (BIH) und der Universität Basel durchgeführt wurde, wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Cancer veröffentlicht. Lymphknoten spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem und sind entscheidend für die Abwehr von Infektionen sowie Tumoren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Analyse zeigt, dass die räumliche Organisation von Immunzellen wie B-Zellen und T-Zellen im Lymphknotengewebe das Potenzial hat, die Entwicklung von Lymphomen zu beeinflussen. Insbesondere wurde festgestellt, dass bei aggressiven Lymphomen wie dem diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom die gewebliche Struktur zerfällt, während sie bei langsam wachsenden Formen, wie dem follikulären Lymphom, erhalten bleibt. Diese Unterschiede in der Gewebestruktur könnten neue Therapieansätze eröffnen, um die Überlebenschancen von Patienten zu verbessern.

Bedeutung der Finanzierungsquellen

Um die Fortschritte in der Krebsforschung und -medizin zu unterstützen, ist eine gesicherte und nachhaltige finanzielle Basis unerlässlich. Oftmals können öffentliche Mittel die Finanzierungslücke nicht schließen. Hierbei spielt die Deutsche Krebshilfe eine entscheidende Rolle, da sie der größte private Geldgeber für Krebsforschung in Deutschland ist. Im Geschäftsjahr 2022 stellte die Krebshilfe zusammen mit ihren Tochterorganisationen rund 73,3 Millionen Euro für neue Projekte bereit. Diese Mittel fließen in die Grundlagenforschung, klinische Krebsforschung sowie Versorgungsforschung und sind entscheidend für die Weiterentwicklung der Krebsmedizin.

Die vorliegenden Forschungsprojekte an der Universität zu Köln und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verdeutlichen die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und ausreichender Finanzierung, um die Herausforderungen in der Krebsforschung effektiv anzugehen.