Dr.-Ing. Nicole Groß verstärkt seit Oktober 2026 die Hochschule Worms als Professorin für Informationsmanagement. Ihre Professur ist im Fachbereich Informatik angesiedelt und zur Hälfte dem Fachbereich Touristik/Verkehrswesen zugeordnet. Am 23. Oktober 2026, dem heutigen Tag, liegt der passende Ort für einen Blick auf ihren beruflichen Hintergrund ausgerechnet in Berlin: An der ESMT Berlin hat Groß ein Managementstudium absolviert.

Damit treffen an der Hochschule Worms zwei Welten aufeinander, die längst nicht mehr sauber getrennt werden können: Die Studiengänge Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik werden mit Themen aus Tourismus und Mobilität verbunden. Groß bringt dafür rund 20 Jahre Erfahrung in Wissenschaft und Wirtschaft sowie langjährige Führungserfahrung mit.

Von der Elektrotechnik zur digitalen Transformation

Promoviert hat Groß am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Elektrotechnik und Informationstechnik. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am FZI Forschungszentrum Informatik. Mehr als zehn Jahre gehörte sie der Geschäftsführung des FZI an und war dort an der operativen, strategischen und digitalen Entwicklung der Einrichtung beteiligt.

Forschungsaufenthalte und Kooperationen mit der Universität Cádiz und deren Universitätsklinikum führten zu zwei Patenten in der medizinischen Informationstechnik. Zu ihren Auszeichnungen zählt der Werner von Siemens Excellence Award. Das Managementstudium an der ESMT Berlin ergänzte ihre technische und wissenschaftliche Ausbildung um betriebswirtschaftliche und strategische Kenntnisse.

Später verantwortete Groß als Chief Digital Officer und Mitglied der Geschäftsleitung der WIBU-SYSTEMS AG die digitale Transformation des international tätigen Unternehmens. Ihre Fachgebiete reichen von Informationsmanagement und Business Intelligence über Data Science und Künstliche Intelligenz bis zu digitalen Geschäftsmodellen und digitaler Souveränität.

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Ein Labor für Flughafen, Reisekette und Zukunftsszenarien

Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis will Groß durch Fallstudien und fachbereichsübergreifende Projekte in die Lehre bringen. Geplant ist das W:IM3-LAB, eine gemeinsame Forschungs- und Lehrplattform der Fachbereiche Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Touristik/Verkehrswesen.

Das Labor soll physische Modelle mit digitalen Daten und Simulationen verbinden. Vorgesehen ist eine Experimentier-, Simulations- und Demonstrationsumgebung für Informationsmanagement – mit Anwendungsfeldern wie Tourismus, Luftverkehr und Mobilität. Studierende können dort reale Prozesse analysieren, Zukunftsszenarien simulieren und datenbasierte Entscheidungen erproben: vom Flughafenbetrieb bis zur gesamten Reisekette. Nicht bloß Folien anschauen, sondern ausprobieren, wo es knirscht.

Für die Hochschule Worms eröffnet das Netzwerk der neuen Professorin Möglichkeiten für Forschungskooperationen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und praxisnahe Projekte. Erwartet werden außerdem zusätzliche Karriereperspektiven für Studierende sowie eine engere Verbindung von digitaler Innovation, Unternehmenspraxis und Nachwuchsförderung.

Engagement über die Hochschule hinaus

Groß engagiert sich in Berufs- und Wirtschaftsverbänden. Sie ist Vorstandsvorsitzende des VDE Mittelbaden e. V., Beiratsmitglied der VDE Verlag GmbH und Mitglied im Vorstand der VDMA AG HealthTech. Außerdem arbeitet sie bei Bitkom und im Bitkom Management Club mit.

Den Nachwuchs unterstützt sie bei VDE Young Net und DKE Next Generation sowie als Mentorin für Studierende. Dieses Engagement passt zu ihrem Vorhaben, Kontakte aus Wissenschaft und Wirtschaft für die Hochschule Worms nutzbar zu machen – für Kooperationen, Projekte und vielleicht auch den einen oder anderen direkten Draht in die Berufswelt.

Wenn der Zugang selbst zum kleinen Experiment wird

Wie technisch und zugleich alltäglich der Zugang zu Wissen inzwischen geworden ist, zeigt ein Blick auf die Website der Hochschule Neu-Ulm. Die Seite zum Bachelorstudiengang Künstliche Intelligenz und Informationsmanagement wird durch Anubis vor automatisiertem Scraping durch KI-Unternehmen geschützt.

Anubis setzt dabei ein Proof-of-Work-Verfahren nach dem Vorbild von Hashcash ein. Hashcash wurde ursprünglich vorgeschlagen, um E-Mail-Spam zu verringern. Für einzelne Nutzer soll die zusätzliche Rechenlast gering bleiben; bei umfangreichem Scraping steigen jedoch die Kosten. Das Verfahren gilt als Übergangslösung, bis automatisierte Browser anhand ihrer Merkmale – etwa der Schriftwiedergabe – besser erkannt werden können.

Nutzer mit wahrscheinlich legitimen Browsern sollen künftig möglichst keine Proof-of-Work-Prüfung erhalten. Anubis benötigt dafür moderne JavaScript-Funktionen. Erweiterungen wie JShelter, die solche Funktionen deaktivieren, müssen für diese Domain abgeschaltet werden. Ein kleiner Umweg vor dem Studiengang – und irgendwie schon ein Vorgeschmack darauf, wie eng Informationsmanagement, Sicherheit und digitale Infrastruktur inzwischen zusammenhängen.