In Regensburg bleibt die „Cafeteria Sport“ am Hochschulsportzentrum seit dem 20. Juli geschlossen. Der Grund: Ein Siebenschläfer hält sich hartnäckig in den Räumen der Kantine. Auch zum Start des neuen Semesters ist zunächst nicht an Mittagessen, Kaffee oder einen schnellen Snack zu denken.

Das Studierendenwerk teilt mit, dass bereits erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen eingesetzt worden seien. Mehrere Grundreinigungen blieben jedoch erfolglos. Schon am Folgetag fanden sich erneut Spuren des Tiers. Selbst ein Kammerjäger konnte den Siebenschläfer bislang nicht vertreiben. Ein Foto zeigt ihn sogar tagsüber in den Räumen der Kantine – kein besonders gutes Zeichen für den Küchenbetrieb.

Der Umweg zum Mittagessen

Wer am Hochschulsportzentrum Hunger bekommt, muss derzeit ungefähr zehn Minuten zur nächstgelegenen Mensa an der Fakultät für Medizin gehen. Für einen Snack ist das kein Weltuntergang, aber zwischen zwei Lehrveranstaltungen, Training und dem üblichen Uni-Hin-und-her kann sich der kleine Spaziergang ganz schön ziehen.

Unter den gegebenen Umständen könnten die erforderlichen Hygienestandards nicht eingehalten werden, erklärt das Studierendenwerk. Eine Kantine ist schließlich kein Ort, an dem ein nachtaktiver Nager einfach mitisst – auch wenn er auf dem Tagesfoto erstaunlich selbstbewusst wirkt.

Digitale Kontrolle statt Gift

Für Gastronomiebetriebe gibt es inzwischen Systeme, die Schadnager giftfrei und digital überwachen. Das „Permanent Monitoring“ richtet sich an Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten, lagern, befördern oder verkaufen – also etwa an Restaurants, Imbisse und Casinos.

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Dabei werden Schlagfallen rund um die Uhr kontinuierlich kontrolliert. Wird ein Befall festgestellt, erhalten Verantwortliche automatisch eine Nachricht per SMS, E-Mail oder App. So soll eine schnelle und gezielte Reaktion möglich werden. Die Fallen müssen nur bei tatsächlichem Befall überprüft werden, was Zeit und Kosten sparen soll.

Die Methode verzichtet auf Giftstoffe und soll tierschutzgerecht sein. Zugleich soll sie das Risiko durch verendete Tiere sowie mögliche Verstöße gegen Hygienevorschriften verringern. Die WEISS Hygiene-Service GmbH bietet Beratung und Unterstützung bei der Montage solcher Systeme an; zusätzlich gehören Taubenabwehr und Insektenschutz zum Angebot. Ziel sind hygienische Verhältnisse und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.

Warum die Kantine nicht einfach wieder aufsperrt

Gewerbliche Lebensmittelbetriebe unterliegen in Deutschland strengen Hygienevorschriften. Dazu zählen Restaurants, Bäckereien, Supermärkte, Metzgereien, Cafés und Kantinen. Maßgeblich sind insbesondere die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) und die EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene.

Vorgeschrieben ist ein betriebseigenes und wirksames Kontrollsystem nach dem HACCP-Konzept. Es soll gesundheitliche Gefahren durch Schädlinge vorbeugend ausschließen. Maßnahmen dürfen also nicht erst beginnen, wenn Mäuse oder Schaben sichtbar durch einen Raum laufen. Eine ausschließliche Reaktion auf sichtbaren Befall wird als Verstoß gegen die gesetzlichen Vorgaben bezeichnet und kann geahndet werden.

Für die Cafeteria Sport heißt das: Erst wenn der Siebenschläfer wirklich aus dem Küchenbereich verschwunden ist und die hygienischen Bedingungen wieder verlässlich kontrolliert werden können, kommt die Öffnung infrage. Bis dahin bleibt nur der Weg zur Mensa an der Fakultät für Medizin – mit leerem Magen und rund zehn Minuten Zeit im Gepäck.