Wie kann Unterricht junge Menschen dazu bringen, sich nicht nur mit gesellschaftlichen Problemen zu beschäftigen, sondern selbst etwas anzustoßen? Genau diese Frage steht im Zentrum der Ringvorlesung „Teaching for Impact“ des Projekts „Teachers as Changemakers“ (TaC) an der Uni Würzburg. Die Online-Reihe widmet sich der Frage, wie Schülerinnen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen sensibilisiert und zur aktiven Auseinandersetzung damit befähigt werden können.

Ein zentraler Ansatz ist die Social Entrepreneurship Education. Die Ringvorlesung startete am 22. Oktober 2026 mit einer Einführung in dieses Feld. Am 28. Oktober ging es dann um den Wald – genauer gesagt um die „Denkfabrik Wald“ von Felix Papsch vom Naturerlebniszentrum Biosphärenreservat Rhön.

Planspiel zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz

Mehr als 30 Teilnehmende lernten ein Planspiel kennen, in dem Schülerinnen Interessenkonflikte rund um die Waldnutzung untersuchen und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln. Zunächst entwarfen sie digital ein Waldstück, das möglichst gut für Forstwirtschaft, Tourismus oder Naturschutz geeignet sein sollte. Klingt am Bildschirm erstmal übersichtlich. Wird aber schnell knifflig, sobald alle drei Interessen gleichzeitig Platz brauchen.

Anschließend wurde thematisiert, wie sich die Anliegen von Forstwirtschaft, Naturschutz und Tourismus miteinander verbinden lassen. Gerade solche Reibungen machen den pädagogischen Ansatz greifbar: Schüler*innen bestimmen nicht bloß ein Problem, sondern probieren aus, wie unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht werden können.

Für November sind Vorträge zu Impact-Start-ups, zur Social Entrepreneurship Education im schulischen Kontext sowie zum Lernen durch Engagement an der Leipziger Hope-Adams-Schule geplant. Im Dezember folgen Schülerfirmen und handlungsorientierter Biologieunterricht. Im Januar 2027 stehen dann die Verknüpfungen mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Demokratie im Mittelpunkt: „Schule und Museum als Lernräume für BNE, Demokratie und Berufsorientierung“ sowie „Demokratiebildung in der Schule“.

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Ein Playbook für Ideen, Tests und Geschäftsmodelle

Wie sich Social Entrepreneurship Education praktisch in den Unterricht holen lässt, zeigt das SEEd-Playbook. SEEd steht für Social Entrepreneurship Education. Das Material ist als praxisorientierte Anleitung angelegt und vermittelt den Ansatz spielerisch. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – eine gewisse Neugier reicht also erstmal.

Entwickelt wurde das Playbook gemeinsam mit Lehrkräften, Pädagog:innen und Unternehmer:innen und anschließend praktisch erprobt. Es besteht aus drei Phasen: Zuerst identifizieren Schüler:innen relevante gesellschaftliche Herausforderungen. Danach entwickeln und testen sie unternehmerische Lösungsansätze. In der dritten Phase entwerfen sie ein tragfähiges Geschäftsmodell.

Das Material kann in Tagesworkshops, an Projekttagen und in Projektwochen eingesetzt werden. Auch fachübergreifender Unterricht bietet sich an, etwa in Wirtschaft/Politik, Geographie oder der beruflichen Orientierung. Die Zielgruppe sind Schüler:innen der Jahrgänge 8 bis 13.

Hinter SEEd steht die Idee, die Zukunft der Bildung mitzugestalten. Schüler:innen entwickeln eigene Ideen für eine bessere Welt und werden dabei von einem Team mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen begleitet. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach einer sozial gerechteren und umweltfreundlicheren Gesellschaft. Unternehmerisches Handeln soll nicht nur Umsatz erzeugen, sondern auf das Wohl der Gesellschaft ausgerichtet und von jungen Menschen aktiv mitgestaltet werden.

Die SEEd-Programme wollen Bewusstsein für gesellschaftliche Herausforderungen schaffen und jungen Menschen ermöglichen, die Zukunft mitzugestalten. Sozial-ökologisches unternehmerisches Handeln soll positive Veränderungen bewirken und eine Lücke im Schulsystem schließen. Die Programme sensibilisieren für gesellschaftliche Herausforderungen und nachhaltiges Handeln, fördern unternehmerische Lösungsansätze und zeigen, wie daraus positive Veränderungen entstehen können. Junge Menschen sollen nicht erst irgendwann aktiv werden – sondern bereits heute.

Online aus Würzburg, mit Blick über den Unterricht hinaus

Die Ringvorlesung richtet sich an Lehramtsstudierende, Lehrende, Studierende und weitere Interessierte an innovativen und wirkungsorientierten Lehr- und Lernformaten. Die Veranstaltungen finden mittwochs von 18:15 bis 20:00 Uhr online über Zoom statt. Der Zugangslink und weitere Informationen sind auf der Website der Ringvorlesung verfügbar.

Zum TaC-Kontext gehört außerdem eine PDF-Datei mit dem Titel „Spielanleitung“. Als Autorin ist Louisa Brandt angegeben; erstellt und geändert wurde das Dokument am 27. April 2026. Die PDF umfasst sechs Seiten. Der eigentliche Text der Spielanleitung ist im übermittelten Inhalt allerdings nicht lesbar, größtenteils handelt es sich um PDF-Struktur- und komprimierte Binärdaten. Für eine inhaltliche Auswertung reicht das Material an dieser Stelle daher nicht aus – der Titel und die bibliografischen Angaben bleiben trotzdem auffindbar.

Am heutigen 30. Oktober 2026 läuft die Reihe also gerade erst an. Wer mittwochs abends Zeit hat und Unterricht nicht als Einbahnstraße begreift, kann sich in Würzburg online dazuschalten.