Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) hat ihren Maschinenpark im Textilbereich um drei neue Anlagen erweitert. Sie sollen künftig in Lehre und Forschung laufen – dort, wo aus Fäden, Flächen und Ideen konkrete textile Entwicklungen werden.

Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Textilentwicklung, Recycling und die Entwicklung von Mustern. Vor allem Studierende sollen von der modernisierten textilen Infrastruktur profitieren. Für sie gibt es damit mehr Möglichkeiten, Verfahren nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern direkt an Anlagen zu erproben.

Neue Technik für Studium und Forschung

Finanziert wurden die Anschaffungen aus Mitteln des sächsischen Landeshaushalts. Grundlage waren mehrere Förderanträge. Für die WHZ bedeutet das einen Ausbau ihrer praktischen Ausstattung – und für den Studienalltag vermutlich mehr Zeit an der Maschine statt nur vor der Skizze.

Dass solche Infrastruktur einen Unterschied macht, zeigt auch der Blick nach Dresden. Das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden zählt zu den weltweit führenden universitären Forschungseinrichtungen für Textil- und Konfektionstechnik. Eine moderne Ausstattung soll dort die schnelle Entwicklung neuer Technologien und innovativer Produkte ermöglichen.

Vom Faden bis zum fertigen Produkt

Am ITM arbeiten verschiedene Disziplinen zusammen: Maschinenentwicklung, Technologieentwicklung, Produktentwicklung und Materialmodellierung. Forschungsfelder sind unter anderem Leichtbau, Textilbeton und Medizintextilien. Entwickelt werden neuartige Faden- und Hybridgarnkonstruktionen, 2D- und 3D-Verstärkungshalbzeuge, Ausrüstungs- und Funktionalisierungstechniken sowie die dafür erforderlichen Maschinentechniken.

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Hinzu kommen CAE-Schnittkonstruktionen, Konfektionierungstechniken für technische Textilien, Funktionstextilien sowie Mess- und Simulationstechniken. Das klingt zunächst nach viel Spezialvokabular, läuft aber auf eine ziemlich praktische Frage hinaus: Wie lässt sich aus textilem Material etwas herstellen, das leichter, belastbarer, funktionaler oder nachhaltiger ist?

Zu den Hauptaufgaben des Dresdner Instituts gehören außerdem die Ausbildung von Studierenden und Promovierenden mit fundierten Grundlagen und Praxisbezug, Grundlagenforschung und industrienahe Projekte. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und der Industrie soll ausgebaut werden. Forschungsergebnisse werden schließlich in die Praxis übertragen – der Weg vom Versuch bis zur Anwendung ist also ausdrücklich mitgedacht.

In Zwickau beginnt dieser Weg nun mit drei neuen Anlagen, nachhaltigen Textilien, Recycling und Musterentwicklung. Am 14.10.2026 richtet sich der Blick dabei auch von der TU Chemniz auf die Hochschullandschaft in Sachsen, in der textile Forschung längst mehr umfasst als Stoffe und Gestaltung.