OREON bringt Hochleistungsrechnen und KI direkt an die TU Bergakademie Freiberg
Am 26. Oktober 2026 läuft an der TU Bergakademie Freiberg ein neuer Supercomputer: „Oreon“ soll aufwendige Simulationen beschleunigen und Forschungsarbeiten zu Künstlicher Intelligenz sowie maschinellem Lernen ermöglichen. Das Universitätsrechenzentrum (URZ) hatte das Forschungsgroßgerät bereits am 8. Oktober 2026 eingeweiht.
Der Compute Cluster steht Forschenden und Studierenden der Universität als zentrale Forschungsinfrastruktur zur Verfügung. Wissenschaftliche Daten und Simulationen lassen sich damit deutlich schneller verarbeiten – und die benötigte Rechenleistung steht direkt am Campus bereit.
12.000 Prozessoren, 20 GPUs
In drei Schränken sind 12.000 klassische Prozessoren untergebracht. Insgesamt verfügt OREON über 20 Grafikkarten (GPUs), darunter 14 leistungsfähige KI-Beschleuniger. Rund ein Drittel der Investitionssumme floss in diese KI-Hardware; die Beschleuniger sind insbesondere für Promovierende und andere Nachwuchsforschende vorgesehen.
Zum Einsatz kommt der Rechner etwa in der Strömungsmechanik, der Strukturmechanik und der Geophysik. Die KI-Komponenten übernehmen unter anderem das Training neuronaler Netze, die Entwicklung wissenschaftlicher KI-Modelle und maschinelles Lernen mit umfangreichen Forschungsdaten. Da geht ordentlich etwas weiter, wenn große Datensätze nicht mehr erst auf lange Rechenreisen geschickt werden müssen.
Gebaut wurde der Supercomputer vom Chemnitzer Unternehmen Megware. Sein Name verbindet laut Megware „Ore“, das englische Wort für Erz, mit „Orion“. Darin stecken Freibergs Bergbautradition und der Sternenhimmel – Bergbau unter und Sterne über der Stadt.
Finanzierung und Zugang
Die Gesamtkosten betrugen 1,5 Millionen Euro. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) finanzierten das Gerät jeweils zur Hälfte. An der Beantragung wirkten 22 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fakultäten 1 bis 4 sowie zentralen Einrichtungen gemeinsam mit dem Hauptantragsteller Professor Oliver Rheinbach mit.
Offen steht der Hochleistungsrechner allen Mitarbeitenden sowie fortgeschrittenen Studierenden mit wissenschaftlicher Qualifizierungsarbeit. Eine unkomplizierte Antragstellung genügt. Friederike Röver und Oliver Rebentrost vom URZ sind erste Ansprechpersonen für interessierte Universitätsmitglieder. Sie helfen bei der Nutzung des Clusters, beim Batch-System zur Stapelverarbeitung und bei der Verwendung von OREON und anderen Supercomputern.
In der deutschen High-Performance-Computing-Struktur gehört OREON zur Tier-3-Ebene der lokalen Hochschulcluster. Für größere Rechenanforderungen können Freiberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf leistungsstärkere Supercomputer und KI-Beschleuniger der TU Dresden zurückgreifen, auf Landesebene etwa beim Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH). Für noch umfangreichere Aufgaben stehen deutschlandweit HPC-Systeme des Forschungszentrums Jülich zur Verfügung.
Damit bildet OREON den Rechenknoten direkt an der TU Freiberg – nicht als isolierte Insel, sondern als zugänglichen Einstieg in eine größere Infrastruktur. Wer mit Simulationen, neuronalen Netzen oder umfangreichen Forschungsdaten arbeitet, kann klein am Campus beginnen und bei Bedarf weiterziehen.
