Wer in Sachsen nicht nur über Politik reden, sondern eigene Ideen loswerden und an Landesthemen mitarbeiten möchte, kann sich bis zum 9. Oktober 2026 für den neuen Jahrgang des „Forums junge Perspektiven“ bewerben. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene – politische Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht nötig.

Gesucht werden 30 junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren aus ganz Sachsen für den Jahrgang 2027/2028. Die Auftaktveranstaltung ist für den 27. November 2026 in Dresden geplant. Kinder- und Jugendbeauftragte Susann Rüthrich ruft zur Bewerbung auf. Auch wer auf dem Land lebt oder finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, soll sich angesprochen fühlen: Der Teilnehmer der Pilotphase, Tai Tran Xuan, betont, dass beides kein Ausschlussgrund sei und jede Perspektive zähle.

Ein Jugendbeirat mit direktem Draht

Das Forum ist der Jugendbeirat der Kinder- und Jugendbeauftragten der Sächsischen Staatsregierung. Ende 2025 wurde das Gremium berufen. Sein Auftakttreffen fand am 5. Dezember 2025 statt. Rund 30 junge Menschen aus ganz Sachsen diskutieren dort aktuelle Fragen, bringen unterschiedliche Sichtweisen zusammen und tragen ihre Anliegen in die Landespolitik.

Die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung soll direkt, konstruktiv und auf Augenhöhe laufen. Anfragen aus Ministerien und möglicherweise auch aus dem Landtag leitet die Kinder- und Jugendbeauftragte an den Jugendbeirat weiter. Umgekehrt werden für Anliegen des Gremiums passende Gesprächspartner auf Landesebene gesucht. Klingt trocken? Ist es offenbar nicht: Tran Xuan wollte sich wegen politischer Entwicklungen engagieren und schätzte gerade die Möglichkeit, an Projekten auf Landesebene mitzuarbeiten.

Bei der zweiten Sitzung am 7. Februar 2026 berieten die Mitglieder aktuelle Anfragen aus sächsischen Ministerien. Außerdem legten sie fest, welche Themen sie künftig auf Landesebene stärken wollen. Die Anfragen zeigen, dass die Landesebene junge Perspektiven in Entscheidungsprozesse einbeziehen möchte. Weiter geht es in Arbeitsgruppen. Für 2026 sind insgesamt sechs Treffen geplant.

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Von Bildung bis Digitalisierung

Auf der Tagesordnung können Themen wie Bildung, Mobilität, Freizeit und Digitalisierung landen. Die Teilnehmenden bringen eigene Anliegen ein, entwickeln sie weiter und tauschen sich mit Politik und Verwaltung aus. Entscheidend sind dabei nicht auswendig gelernte politische Begriffe, sondern die Erfahrungen und Ideen der jungen Leute – also das, was im Alltag tatsächlich auffällt, nervt oder fehlt.

Das Forum bietet dafür einen festen Rahmen. Und trotzdem bleibt Platz für unterschiedliche Lebenslagen: Stadt und Land, verschiedene finanzielle Voraussetzungen, verschiedene Blickwinkel. Gerade diese Mischung soll in die Gespräche einfließen.

Mitreden ist in Sachsen vorgesehen

Das Recht von Kindern und Jugendlichen, gehört und ernst genommen zu werden, ist in der UN-Kinderrechtskonvention verankert. Es bildet eine Grundlage der Kinder- und Jugendpolitik in Sachsen. Junge Menschen sollen geschützt und gefördert werden – und an Entscheidungen beteiligt sein, die ihr Leben betreffen.

Dafür hat Sachsen eine unabhängige Kinder- und Jugendbeauftragte eingerichtet. Sie vertritt die Interessen junger Menschen auf Landesebene, bringt ihre Anliegen in politische Prozesse ein und macht ihre Perspektiven sichtbar. Laut dem zuständigen Artikel haben bislang nur wenige Bundesländer ein solches Amt eingerichtet.

Neben dem Jugendbeirat gibt es ein Beteiligungsportal für Kinder und Jugendliche. Dort können sie ihre Meinung äußern, Ideen einbringen und sich an aktuellen Vorhaben beteiligen. Es geht um kommunale ebenso wie um landesweite Angelegenheiten. Das Portal soll Transparenz schaffen und Mitsprache ermöglichen; Kinder- und Jugendbeteiligung ist in Sachsen als Bestandteil der Jugendpolitik angelegt.

Wer sich für den neuen Jahrgang interessiert, kann sich noch bis zum 9. Oktober 2026 bewerben. Im November soll es dann in Dresden losgehen – mit 30 jungen Menschen, vielen Themen und vermutlich mehr als einer Diskussion, die länger dauert als geplant.