Am 16. September 2026 stand Andreas Rind beim 27. Bayreuther 3D-Konstrukteurstag der Universität Bayreuth als Aussteller und Fachreferent auf der Bühne. Sein Vortrag trug den Titel „Ist dein CAD-Modell bereit, wenn KI es ist?“ – eine Frage, die mitten in eine Branche trifft, in der künstliche Intelligenz längst nicht mehr nur nach Zukunftsmusik klingt. Rind sprach über die Voraussetzungen für ihren Einsatz in der parametrischen Konstruktion.

Der Gründer von arinda aus Urbar bei Koblenz ist seit zehn Jahren selbstständig. Seit 2016 hat er nach eigenen Angaben rund 6.500 Teilnehmer aus mehr als 170 Unternehmen im Umgang mit parametrischer 3D-CAD-Software geschult. Sein Schwerpunkt: PTC Creo Parametric, ein System, das aus einer langen beruflichen Entwicklung heraus zu seinem Spezialgebiet wurde.

Begonnen hat diese Laufbahn allerdings nicht am Rechner. Nach einem Arbeitsunfall gab Rind seinen Beruf als Spengler auf und absolvierte eine Umschulung zum Universal-Fräser. Bei Allweiler arbeitete er an Dreh- und Fräsmaschinen, Bearbeitungszentren und weiteren Werkzeugmaschinen. Innerhalb von sechs Jahren stieg er zum stellvertretenden Meister der mechanischen Fertigung auf und leitete die Abteilung später sechs Monate lang.

Vom Fräser zum CAD-Trainer

1998 schloss Rind eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker als Jahrgangsbester ab. Danach wechselte er in die technische Produktentwicklung. Dort arbeitete er unter anderem an Rettungszügen für die ÖBB, digitalen Röntgengeräten, Bauteilen für Windkraftanlagen und Gehäusen für Rückfahrkameras von Baumaschinen.

Ebenfalls seit 1998 arbeitet er mit Pro/ENGINEER, dem Vorgänger von PTC Creo Parametric. Nach einer einjährigen Trainerausbildung bei PTC begann Rind, Konstrukteure in der CAD-Software zu schulen. 2010 erhielt er die Zertifizierung als PTC-Trainer. Bis heute kamen 109 PTC-Schulungen und Qualifizierungen zusammen, darunter Weiterbildungen zu neuen Softwareversionen. Zwölf eigene Schulungsunterlagen entwickelte er außerdem – einige davon umfassen bis zu 500 Seiten. Das ist kein kleiner Spickzettel mehr, sondern eher ein ordentliches Buchregal.

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Nachdem Rind in zwei Unternehmen Schulungsbereiche mit aufgebaut hatte, gründete er am 1. Juni 2016 arinda. In das Unternehmen fließen seine Erfahrungen aus der mechanischen Fertigung, der Produktentwicklung und mehr als 25 Jahren CAD-Trainertätigkeit ein. Mit dem „CAD-QuickCheck“ analysiert arinda bestehende Konstruktionsprozesse auf Schwachstellen und Verbesserungspotenziale. Der „Next Level CAD Skills Booster“ soll Teams dabei helfen, einheitliche und effiziente Arbeitsmethoden zu entwickeln. Individuelle Schulungen und CAD-Richtlinien sorgen anschließend dafür, dass diese Methoden nicht nach dem Kurs wieder in der Schublade verschwinden.

Auch als Autor ist Rind aktiv. Sein Fachbuch „Leitfaden für Skizzen“ ist inzwischen in fünfter Auflage erschienen. Es behandelt den stabilen und änderungsfreundlichen Aufbau parametrischer CAD-Modelle. Als Gastreferent hielt Rind Vorträge an der TU Clausthal und der RPTU Kaiserslautern-Landau. Der Ort TU Clausthal gehört damit ebenfalls zu den Stationen seiner Vortragstätigkeit.

Vom Einstieg bis zur Simulation

Das Feld, in dem Rind arbeitet, ist breit. PTC bietet praxisnahe Schulungen für Creo Parametric, Creo Simulate und Creo View an. Die Zielgruppen reichen von Konstrukteuren über Administratoren bis zu technischen Anwendern; die Kurse führen vom Einstieg bis zur Spezialisierung.

Im Creo-Parametric-Grundkurs geht es fünf Tage lang um die Grundlagen der 3D-Konstruktion – von der Modellierung bis zur Zeichnungsableitung. Der Aufbaukurs dauert vier Tage und vertieft die Kenntnisse an komplexeren Modellen und Baugruppen. Wer aus einem anderen 3D-CAD-System wie NX oder Solidworks kommt, kann in drei Tagen im Creo-Umsteigerkurs wechseln.

Danach wird es kleinteiliger, aber nicht weniger praktisch: Die Blechteilmodellierung dauert einen Tag und behandelt Erzeugen, Modellieren, Biegen, Abwickeln sowie Produktionszeichnungen. Für die Flächenmodellierung sind 1,5 Tage vorgesehen; dabei entstehen komplexe Flächengeometrien, werden bearbeitet und zu Volumenkörpern verbunden. Einen Tag dauern jeweils die Kurse zu Schweißkonstruktionen, Model-Based Definition (MBD), Mechanism Design (MDX), Mechanism Simulation (MDO) und Creo Piping.

Bei Schweißkonstruktionen geht es um Grundlagen, die manuelle Erstellung von Schweißnähten oder einen Assistenten sowie die Dokumentation. MBD zeigt, wie produktrelevante Informationen direkt im 3D-Modell definiert und für andere Bereiche bereitgestellt werden. Mit MDX lassen sich kinematische Mechanismen erstellen und analysieren; Arbeitsräume können über Bewegungshüllen und Spurkurven sichtbar gemacht werden. MDO geht bei der Simulation und Auswertung von Kräften in beweglichen Konstruktionen noch weiter. Creo Piping deckt Rohrleitungssysteme von der Übersicht bis zur maschinennahen Verrohrung und deren Verwaltung ab.

Auch die Simulation hat mehrere Stufen. Die „Simulation Extension“ dauert drei Tage und vermittelt FEM-Grundlagen in Strukturmechanik, Thermik, Modalanalyse, Kontakten und Optimierungsstudien. Die „Advanced Simulation Extension“ ist auf fünf Tage angelegt und behandelt unter anderem Dynamik, große Verformungen und nichtlineare Materialien. Bei „Creo Simulation Live“ laufen FEM- und CFD-Analysen in Echtzeit direkt während der Konstruktion im CAD – dafür ist ein Tag vorgesehen.

Für Creo View gibt es den halbtägigen Kurs „Creo View Lite“. Modelle betrachten, Informationen abrufen, Markierungen erstellen und Dokumente anzeigen steht dort im Mittelpunkt. „Creo View MCAD“ dauert einen Tag und geht weiter: Modelle werden visualisiert und analysiert, Produktstrukturen bearbeitet, Stücklisten erzeugt und Geometrien verglichen.

Schulung dort, wo sie gebraucht wird

Die Formate reichen von der Präsenzschulung bis zur persönlichen Online-Betreuung. Präsenzkurse finden als Standardschulung oder projektbegleitender Workshop im Trainingscenter in Moers statt. Erfahrene Trainer arbeiten dort in einer professionellen Lernumgebung, mit direktem Austausch, individuellem Feedback und Betreuung in kleinen Gruppen.

Online gibt es ebenfalls Standardschulungen, projektbegleitende Workshops und persönliche 1-zu-1-Schulungen. Die Durchführung ist ortsunabhängig, live betreut und interaktiv. Inhalte können an individuelle Anforderungen angepasst und direkt am Arbeitsplatz angewendet werden – der Weg zum Seminarraum fällt weg, der Rechner bleibt derselbe.

Bei einer Inhouse-Schulung kommen Trainer für eine Standardschulung oder einen projektbegleitenden Workshop ins eigene Unternehmen. Inhalte und Beispiele lassen sich an Unternehmensanforderungen, Projekte und Rahmenbedingungen anpassen. Das Gelernte kann unmittelbar in der gewohnten Arbeitsumgebung eingesetzt werden. Je nach Schulung können konkrete Aufgabenstellungen, Modelle oder bestehende Systemumgebungen des Unternehmens einbezogen werden, damit das Wissen direkt auf die Arbeitsabläufe übertragbar ist.

Für 2026 sind mehrere Termine angekündigt. Vom 12.–16. Oktober 2026 läuft bei der CAD Schroer GmbH der Creo Grundkurs und Zeichnungserstellung. Vom 9.–12. November 2026 stehen dort parallel der Creo Aufbaukurs, der Creo Umsteigerkurs und die Creo View MCAD Schulung im Kalender. Am 12. November 2026 folgen die Creo Flächenmodellierung Schulung und die Creo Simulation Live Schulung.

Der nächste Creo Grundkurs mit Zeichnungserstellung ist für den 16.–20. November 2026 bei der CAD Schroer GmbH angekündigt. Vom 30. November–2. Dezember 2026 geht es um Creo Simulate – Simulation Extension, vom 3.–4. Dezember 2026 um Creo Simulate – Advanced Simulation Extension. Den Abschluss der genannten Termine bildet am 10. Dezember 2026 die Creo View Lite Schulung.

Zusätzlich wird angezeigt, dass keine weitere Veranstaltung gefunden wurde. Weitere Termine können geladen werden. Im Zusammenhang mit den Schulungen werden außerdem Schulungsbedingungen und Unterkünfte in der Umgebung erwähnt.

Mehr als Knöpfe und Menüs

Für professionelle CAD-Programme wie Creo Parametric oder Creo Elements Direct reicht es nicht, nur die grundlegende Bedienung zu kennen. Hochwertige CAD-Kurse vermitteln auch Methoden für eine effizientere Produktentwicklung. Gute Systemkenntnisse sollen Konstrukteuren ermöglichen, kreative Entscheidungen umzusetzen, ohne ständig an der Bedienung zu scheitern.

Auf dem Lehrplan stehen deshalb strukturierte und änderungsfreundliche Modellaufbauten, Standards für die Modellerstellung