Ein Austrian-Airlines-Flug von Tel Aviv nach Wien ist am Sonntagabend wegen einer Drohung nach Sofia umgeleitet worden. An Bord des Airbus A320 befanden sich 51 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Die Maschine landete laut israelischen Medien gegen 19:42 Uhr Ortszeit sicher in Sofia, nahe der bulgarisch-rumänischen Grenze.

Medien berichteten von einer mutmaßlichen Bombendrohung, die nach dem Start in Israel eingegangen sein soll. Die Crew entschied sich für die Landung in Sofia, alle Passagiere wurden dort in Sicherheit gebracht. Rund 30 Minuten nach Eingang der Drohung begann die Durchsuchung des Flugzeugs nach Sprengsätzen. Anschließend sollten die Reisenden möglichst schnell auf alternative Verbindungen umgebucht werden.

Notruf, Kurswechsel und ein Kampfjet

Die Flugroute wirkte bereits aus der Ferne ungewöhnlich: Laut Flightradar24 war die Maschine gegen 21.10 Uhr in den rumänischen Luftraum eingeflogen, drehte danach nach Süden ab und flog zurück in Richtung Bulgarien. Die Plattform ADS-B Exchange registrierte zu dieser Zeit ein Notsignal des Flugzeugs.

Das bulgarische Verkehrsministerium ließ einen MiG-29-Kampfjet zur Begleitung der Linienmaschine aufsteigen. In Bulgarien wurde außerdem ein Krisenstab eingerichtet, die zuständigen Behörden leiteten eine Untersuchung ein. Für die Passagiere bedeutete das zunächst Warten statt Weiterflug – mit Gepäck, Fragen und vermutlich ziemlich flauem Gefühl im Bauch.

Ein Vorfall über Saudi-Arabien

Ende September hatte es bereits einen schweren Zwischenfall mit einer Flydubai-Maschine auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv gegeben. Der Co-Pilot soll den Kapitän mit einer Rettungsaxt angegriffen haben. Der verletzte Pilot öffnete die Cockpittür, woraufhin Passagiere den Angreifer überwältigten.

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Eine zweite Cockpit-Crew übernahm anschließend und landete das stark abgesackte Flugzeug mit 166 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern sicher im saudi-arabischen Tabuk. Ermittler in den Vereinigten Arabischen Emiraten vermuteten, der aus dem Oman stammende Co-Pilot habe einen Selbstmordanschlag geplant und die Maschine auf den Flughafen Ben Gurion stürzen lassen wollen. Der Angreifer befindet sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Haft.

Als aus 7600 plötzlich 7500 wurde

Wie schnell ein Alarm im Luftverkehr auch durch einen Fehler entstehen kann, zeigte Anfang der Vorwoche ein Flug von Korfu nach Nürnberg. Die Boeing 737-800 von Corendon Airlines sendete versehentlich den Transpondercode 7500 – das Signal für eine Flugzeugentführung. Eigentlich wollte der Pilot nach Polizeiangaben einen Funkausfall melden; dafür steht der Code 7600.

Wegen eines defekten Funkgeräts war die Crew nach dem Start auf Korfu nicht mehr erreichbar. Der Pilot bemerkte den mutmaßlichen Eingabefehler zunächst nicht. Bereits im kroatischen Luftraum begleiteten Militärflugzeuge die Maschine, Abfangjäger des österreichischen Bundesheeres wurden alarmiert. Im deutschen Luftraum eskortierten zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 das Flugzeug bis Nürnberg.

Am 13. Oktober 2026 löste der Tippfehler dort einen Entführungsalarm und einen Großeinsatz aus. Am Flughafen Nürnberg standen unter anderem eine auf Entführungsfälle spezialisierte Verhandlungsgruppe und das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei bereit. Zwischen dem Notsignal und der Landung blieb den Einsatzkräften weniger als eine Stunde zur Vorbereitung.

Nachdem Militärflugzeuge die Maschine über mehr als die Hälfte der Strecke begleitet hatten, fiel dem Piloten der Fehler auf. Ein einmal gesendeter Transpondercode kann laut Polizei allerdings nicht zurückgenommen werden. Die Überprüfung nach der sicheren Landung in Nürnberg ergab keine Gefahr; gegen den Piloten wird nicht ermittelt, weil die Behörden von einem unbeabsichtigten Eingabefehler ausgehen.

Für den Flug von Tel Aviv nach Wien blieb in Sofia zunächst die Untersuchung des Airbus A320. Erst danach konnten die Passagiere auf alternative Flüge umgebucht werden. An der Universität Bonn wurde der Vorfall am 19.10.2026 aufmerksam verfolgt.