Was passiert, wenn Forschung nicht im Hörsaal, sondern auf der Bühne landet? Die Universität Bonn bringt ihre Wissenschaft in der Reihe „Wissenschaft im Theater“ ins Schauspielhaus Bad Godesberg. Von Oktober 2026 bis Mai 2027 verbinden fünf Abende Forschung mit Theater, Akrobatik und Musik; danach ist Zeit für Fragen aus dem Publikum.

Die Idee dahinter ist ziemlich bodenständig: Menschen sollen erreicht werden, die selten an die Universität kommen, aber regelmäßig ins Theater gehen. Umgekehrt können Wissenschaftsinteressierte das Theater als Veranstaltungsort kennenlernen. Organisiert wird die Reihe von Physikprofessor Matthias Schott, der das Konzept aus Mainz kennt. Schott wechselte 2024 an die Universität Bonn und wollte das dortige Modell weiterentwickeln.

Quantenbits auf der Bühne

Der Auftakt ist am Samstag, 31. Oktober 2026, und widmet sich dem Quantencomputing. Professor Alexander Lenz von der Universität Siegen gestaltet den Abend gemeinsam mit seinem Team und dem Bonner Exzellenzcluster „Color meets Flavor“. Lenz gehört diesem Cluster an; seine Familie macht die Quantenbits, also die grundlegenden Informationseinheiten eines Quantencomputers, als Artisten sichtbar.

Akrobatische Bewegungen und Live-Musik sollen die mathematischen Grundlagen erklären, die sonst schnell abstrakt und kompliziert wirken. Zusätzlich sprechen führende Experten über das Thema. Anschaulich werden soll auch, weshalb Quantencomputer bestimmte mathematische Probleme eines Tages schneller lösen könnten als herkömmliche Rechner. Nach dem Bühnenprogramm können Besucher Fragen stellen und diskutieren. Eine Reservierung ist nicht erforderlich.

Schott will dabei nicht den Eindruck erwecken, Forschung verlaufe immer schnurgerade. Auch in der Wissenschaft scheitern viele Versuche; Erkenntnisse entstehen häufig erst, wenn weiter ausprobiert wird. Auf der Bühne darf es also ruhig einmal wackeln.

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Fünf Abende, fünf Blickwinkel

Bonn verfügt inzwischen über acht Exzellenzcluster, fünf davon beteiligen sich an der Veranstaltungsreihe. Die Themen reichen von Teilchenphysik und Medizin über Wirtschaft und Quantenmaterialien bis zu kosmischen Magnetfeldern. Forschende erklären komplexe Zusammenhänge unterhaltsam und wollen dabei auch überraschende Verbindungen sichtbar machen.

  • 1. Dezember 2026: „Darm trifft Gehirn“ über das Mikrobiom, das Immunsystem und mögliche Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Multipler Sklerose. Mit Professorin Anne-Katrin Pröbstel.
  • 2. Februar 2027: „Effizienz, Gerechtigkeit und optimale Steuern“. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich Kosten für Champagner oder Mineralwasser gerecht aufteilen lassen. Mit Professor Felix Bierbrauer.
  • 13. April 2027: „Der Takt der Quanten“ über den Takt von Elektronen und Atomen. Mit Professorin Corinna Kollath und Professor Michael Köhl.
  • 11. Mai 2027: „Kosmische Magnetfelder – Ein Echo aus den ersten Sekunden des Universums“. Mit Professorin Jennifer Schober.

Termin und Karten

Alle Veranstaltungen finden im Schauspielhaus Bad Godesberg, Theaterplatz, statt. Der Auftakt am 31. Oktober dauert von 19:30 bis 21:30 Uhr; die übrigen Veranstaltungen beginnen um 19:30 Uhr. Eingeladen sind alle Interessierten, die Veranstaltungen finden auf Deutsch statt.

Der Eintritt kostet 6,50 Euro online und fünf Euro an der Abendkasse. An Vorverkaufsstellen kostet die Karte 5,50 Euro. Tickets sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich. Informationen und Karten gibt es unter theater-bonn.de.

Der genaue Veranstaltungsort des Auftakts ist das Theater Bonn – Schauspielhaus, Theaterplatz, 53177 Bonn-Bad Godesberg. Veranstalter ist Matthias Schott, Experimental Particle Physics, Universität Bonn. Für Rückfragen sind mschott@uni-bonn.de und die Telefonnummer +49 228 73 69661 angegeben.

Die Universität Bonn veranstaltet die Reihe in Kooperation mit dem Theater Bonn. Die Meldung der Bonner Physik- und Astronomie-Fakultät dazu ist auf den 9. September 2026 datiert. Gerade beim ersten Abend dürfte der Kontrast den Reiz ausmachen: Quantenphysik, Familienakrobatik, Musik und danach ein Saal voller Fragen – im besten Fall bleibt niemand ganz still sitzen.