Heute haben Schülerinnen und Schüler die Chance, Landwirtschaft hautnah zu erleben. Mitte Juni besuchten rund 20 Schüler einer 9. Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums die Versuchsfelder des Campus Klein-Altendorf. Diese Exkursion bot den Jugendlichen nicht nur einen spannenden Tag, sondern auch die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Herausforderungen und Technologien in der Landwirtschaft auseinanderzusetzen. Bei ihrem Besuch erfassten sie Daten zum CO2-Gehalt des dort angebauten Winterweizens mithilfe kleiner Messgeräte.

Prof. Dr. Lasse Klingbeil vom Exzellenzcluster PhenoRob stellte das BreedFACE-Experiment vor, bei dem künstlich CO2 ins Feld geleitet wird. Ziel dieses Experiments ist es, die Auswirkungen von erhöhten CO2-Konzentrationen auf die Photosynthese-Aktivität der Pflanzen zu untersuchen. Hierbei werden wichtige Fragen thematisiert, darunter die nachhaltige Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und der Beitrag von Wissenschaft und Innovation zur Lösung dieser Probleme.

Einblicke in nachhaltige Ernährung

Das Bildungsprojekt „Zukunft auf dem Teller“ der Uni Bonn, in Zusammenarbeit mit der LizzyNet GmbH, verfolgt das Ziel, Jugendliche für eine nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft zu sensibilisieren. Vor dem Besuch hatten die Schüler bereits Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährungssysteme und Biodiversität im Unterricht behandelt. Sie erfuhren, dass das Ernährungssystem in Deutschland rund 35 % des ökologischen Fußabdrucks verursacht. Die Umstellung auf eine umweltbewusste Ernährung kann den CO2-Ausstoß um bis zu 50 % reduzieren. Die Assoziation zur Pflanzenkost ist hier unbedingt zu erwähnen, denn pflanzliche Lebensmittel verursachen nur ein Zehntel der Treibhausgase von Fleisch – ein Aspekt, der bei der Diskussion über Zukunft und Landwirtschaft immer mehr in den Vordergrund rückt.

Am Campus wurden den Schülern auch moderne Technologien nähergebracht, darunter der Einsatz von Drohnen und Robotern zur Datenerfassung. Die Forschungsergebnisse zeigen, wie 3D-Daten zur Geometrie von Pflanzen und deren Gesundheitszustand erfasst werden können. Zudem wurden aktuelle Versuche zum gemischten Anbau verschiedener Feldfrüchte vorgestellt, die auf eine Erhöhung der Biodiversität abzielen. Diese Themen sorgten für großes Interesse der Schüler: So betonte Jana Schilbert den Wert solcher Exkursionen für das direkte Erleben von Forschung und modernen Technologien.

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Positive Resonanz von Schülerseite

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren durchweg positiv. Marlene äußerte, dass sie das Messen und Auswerten des CO2-Gehalt in den Pflanzen besonders faszinierend fand, während Lara überrascht war über den vielseitigen Einsatz von Robotern und Drohnen in der Landwirtschaft. Diese praktischen Erlebnisse am Versuchsfeld stärkten ihr Bewusstsein für die Herausforderungen, vor denen der Agrarsektor steht.

Die deutsche Landwirtschaft war im Jahr 2025 für 53,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich, was etwa 8,2 % der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands ausmachte. Methanemissionen aus der Nutztierhaltung trugen maßgeblich dazu bei, da sie rund 63 % der landwirtschaftlichen Emissionen ausmachten. Ein Umdenken im Bereich der Ernährung und Landwirtschaft, wie es unter dem Aspekt der nachhaltigen Ernährung gefordert wird, könnte nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, sondern auch auf den ökologischen Fußabdruck haben.

Insgesamt zeigt sich, dass Programme wie „Zukunft auf dem Teller“ wertvolle Impulse für junge Menschen geben, die zukünftigen Herausforderungen in der Landwirtschaft und Ernährung aktiv anzugehen. Durch Bildung und praktische Erfahrungen wird den Schülern bewusst, wie wichtig eine nachhaltige und klimafreundliche Ernährungsweise ist – auch für ihre eigene Zukunft. Die Umstellung hin zu mehr pflanzlicher Kost, regionalen Lebensmitteln und weniger Lebensmittelverschwendung kann tatsächlich entscheidende Schritte in die richtige Richtung bedeuten.

Für weitere Informationen über nachhaltige Ernährung und Klimaschutz in der Landwirtschaft besuchen Sie die Seiten Uni Bonn, Nachhaltigkeit mit Kopf und Umweltbundesamt.