Die Digitalisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) revolutionieren die Historikerarbeit und das Verständnis der Vergangenheit. Dies wird in einer neuen Vortragsreihe an der Universität Erfurt deutlich, die verschiedene Aspekte der KI in der Geschichtswissenschaft untersucht. Die Reihe behandelt insbesondere die Frage, wie sich diese innovative Technologie auf die Wahrnehmung des Holocausts auswirkt. Uni Erfurt berichtet, dass die Veranstaltungen auf die Potenziale des Machine Learning eingehen, insbesondere bei der Analyse von Emotionen in Selbstzeugnissen und der Strukturierung historischer Forschungsdaten.
Die Vortragsreihe wird verschiedene Fachleute zusammenbringen, um zentrale Fragestellungen zu beleuchten. Dazu gehören neue Möglichkeiten der Wissensproduktion und die Herausforderungen, die mit der Verwendung algoritmischer Systeme einhergehen. Diese Diskussionen sind besonders relevant, da der Einsatz von KI sowohl Chancen als auch Risiken birgt. So erwähnt Max-Planck-Gesellschaft, dass Techniken der KI entwickelt werden, um zeitgeschichtliche Analysen zu automatisieren und ein besseres Verständnis von historischen Daten zu ermöglichen.
Termine und Themen der Vortragsreihe
Die Vortragsreihe bietet mehrere Termine, in denen unterschiedliche Themen behandelt werden:
- 25. Juni 2026, 13–14 Uhr: „Der Zeuge in der Maschine: Künstliche Intelligenz und Holocaust Education“ – Esther Rachow (Hebräische Universität Jerusalem, MEMORISE-Projekt)
- 2. Juli 2026, 13–14 Uhr: „KI und Emotionen: Potenziale und Herausforderungen digitaler Verfahren für die Analyse von Emotionen und Sentimenten in Selbstzeugnissen zum Holocaust“ – Nina Brolich (Universität Erfurt / Fachhochschule Erfurt) und Helena Geibel (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg)
- 10. September 2026, 13–14 Uhr: „Vom Archivkarton zum Datensatz: Die KI-gestützte Strukturierung der Erna Magnus Collection“ – Daniel Burckhardt (Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam)
- 8. Oktober 2026, 13–14 Uhr: „Bilder, die nie waren – Generative KI als Herausforderung für die historisch-politische Bildung“ – Clara Mansfeld (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)
Einwahldaten zu den Veranstaltungen werden nach der Anmeldung unter kontakt@igdj-hh.de verschickt. Diese Vorträge stellen eine Gelegenheit dar, sich über aktuelle Entwicklungen und die Rolle der KI in der Geschichtsbildung zu informieren.
Risiken der KI in der Geschichtsforschung
Der Einsatz von KI bringt jedoch auch erhebliche Risiken mit sich. UNESCO verweist auf Bedrohungen, wie die Möglichkeit, dass böswillige Akteure historische Aufzeichnungen manipulieren oder falsche Informationen verbreiten könnten. Dies könnte das öffentliche Vertrauen in authentische historische Dokumente untergraben.
Zu den fünf Hauptanliegen zählen unter anderem das Risiko, dass KI-generierte Inhalte falsche Fakten über den Holocaust erstellen oder dass Deepfake-Technologie zur Verfälschung historischer Beweise genutzt werden könnte. Die Forschung muss daher aktiv an Lösungen arbeiten, um algorithmische Voreingenommenheit zu vermeiden und die menschliche Kontrolle über diese Technologien sicherzustellen.
Um die positiven Aspekte von KI zu fördern, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen KI-Entwicklern, Pädagogen und politischen Entscheidungsträgern notwendig. Dies könnte den Entwicklungsprozess von KI-Systemen mit robusten Sicherheitsvorkehrungen steigern und gleichzeitig ihre verantwortungsvolle Nutzung gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vortragsreihe an der Universität Erfurt nicht nur die Möglichkeiten, die KI in der Geschichtsforschung bietet, sondern auch die damit verbundenen Risiken beleuchtet. Die Diskussionen sind entscheidend, um ein fundiertes Verständnis über die Rolle der KI in der Wissenschaft zu entwickeln und die Wahrung historischer Wahrheiten zu sichern.