Uni Erfurt erforscht mit END-DELAY die lange Suche nach der Endometriose-Diagnose
An der Universität Erfurt startet ein neues Forschungsprojekt zur Frage, warum Endometriose bei vielen Betroffenen so spät erkannt wird. Das Bundesgesundheitsministerium fördert „END-DELAY“ mit rund 1,2 Millionen Euro. Beginn ist am 1. Januar 2027, angelegt ist das Vorhaben auf fünf Jahre.
Der lange Weg bis zur Diagnose kann zermürben: Bei Endometriose vergehen im Durchschnitt etwa acht Jahre. In dieser Zeit bleiben Beschwerden oft bestehen, während Betroffene von Termin zu Termin weitergeschickt werden. END-DELAY nimmt deshalb soziale, psychologische sowie medizinische und strukturelle Gründe für die Verzögerung in den Blick.
Betroffene werden über längere Zeit befragt
Für die Studie sind mehrere Online-Befragungen mit 1.500 Frauen im Alter von 16 bis 40 Jahren geplant. Sie haben Symptome, aber noch keine Endometriose-Diagnose. Weitere Befragungen sollen nach etwa sechs und zwölf Monaten folgen. So wollen die Forschenden nachvollziehen, wie sich Beschwerden entwickeln und an welchen Stellen sich der Diagnoseprozess verändert oder ins Stocken gerät.
Geplant ist außerdem eine Bevölkerungsbefragung mit 1.200 Personen. Dabei geht es um den Bekanntheitsgrad der Erkrankung und um verbreitete Vorstellungen über Endometriose. Was Menschen darüber wissen – oder eben nicht wissen –, kann schließlich beeinflussen, ob Beschwerden ernst genommen und medizinisch angesprochen werden.
Warum es in Praxen zu Verzögerungen kommt
Interviews mit Haus- und Frauenärzten sollen die Abläufe im Versorgungsalltag beleuchten. Als mögliche Gründe für Verzögerungen nennt das Projekt unspezifische Symptome, Zeitdruck in den Praxen und strukturelle Hürden im Gesundheitssystem. Gerade wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, kann aus einem ersten Verdacht schnell eine lange Suche werden.
Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen und Schulungsmaterialien für medizinisches Personal und weitere an der Versorgung beteiligte Strukturen entstehen. Ziel ist, Endometriose künftig früher zu erkennen und zu behandeln. Auch die Versorgungsabläufe sollen entsprechend angepasst werden – ein Vorhaben, das am 2.10.2026 an der Uni Erfurt noch in der Vorbereitung steckt, aber schon jetzt auf ein ziemlich hartnäckiges Problem zielt.
Quelle: ad-hoc-news.de
