Am Campus Bockenheim bleibt die Zukunft des Juridicums offen. Heute, am 21.10.2026, ist zwar klarer, was die bisherige Prüfung gekostet hat und welche Varianten weiterverfolgt werden sollen. Die entscheidende Frage aber steht weiterhin im Raum: Wird das Gebäude erhalten, umgebaut oder abgerissen und neu gebaut?

Das Zukunftslabor zur möglichen Umnutzung soll die Stadt höchstens 95.000 Euro kosten. Darin enthalten sind wissenschaftliche Arbeit, Honorare, Reisen, Veranstaltungen und der Abschlussbericht. Eine endgültige Abrechnung soll bis Ende 2026 vorliegen. Finanziert wird das Verfahren aus einem Etatantrag von 2023.

Keine belastbare Rechnung für eine Wohnnutzung

Auslöser der Debatte war eine Anfrage des Stadtverordneten Matthias Pfeiffer (BFF-DFRA-Freie Wähler). Er warf dem Zukunftslabor kaum greifbare Ergebnisse vor. Der Magistrat weist das zurück: Der Abschlussbericht enthalte fachliche Hinweise und Empfehlungen für die weitere Entwicklung des Areals.

Widersprochen wird außerdem der Darstellung, der Bericht nenne für eine Wohnnutzung einen jährlichen Zuschussbedarf von 20 bis 30 Millionen Euro. Laut Magistrat enthält die Untersuchung keine belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnung. Eine solche sei erst möglich, wenn konkrete Planungen vorliegen. Die endgültigen Kosten für die Stadt stehen deshalb ebenfalls noch nicht fest; der Magistrat kündigt eine transparente Darstellung an.

Schon vor dem Zukunftslabor hatten die künftige Eigentümerin ABG sowie die Büros AS+P und bauart eine mögliche Umnutzung untersucht. Nach Angaben des Magistrats stellte die ABG der Stadt dafür nichts in Rechnung.

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Zwei Wege für das Juridicum

Das Expertengremium empfiehlt, zwei Varianten weiter zu untersuchen: den Weiterbau und die Umnutzung des bestehenden Gebäudes sowie Abriss und Neubau. In beiden Fällen soll Wohnraum mit weiteren Nutzungen kombiniert werden.

Verglichen werden sollen unter anderem Wirtschaftlichkeit, Klimabilanz, Ressourcenverbrauch, Bezahlbarkeit und die städtebauliche Einbindung. Nach Darstellung der Stadt ist das bestehende Juridicum grundsätzlich weiterbaufähig. Dafür sprechen laut Fachleuten der Zustand der Tragstruktur und vorhandene Lastreserven. Ein Neubau würde dagegen größere planerische Freiheit ermöglichen.

Ein Architekturwettbewerb soll beide Möglichkeiten anhand konkreter Entwürfe vergleichbar machen. So ließe sich irgendwann nicht nur auf Papier diskutieren, sondern an Grundrissen, Fassaden und tatsächlichen Nutzungsideen prüfen, was tragfähig ist.

Entscheidung bis Ende 2026?

Die Stadt hatte im September einen möglichen Zeitplan genannt: Eine Entscheidung über das weitere Verfahren könnte bis Ende 2026 fallen, Entwürfe könnten im ersten Halbjahr 2027 vorliegen. Eine Zusage für einen Baubeginn ist das ausdrücklich nicht.

Bis dahin bleibt das Juridicum ein Gebäude mit mehreren offenen Türen – zumindest gedanklich. Ob seine Tragstruktur weiter genutzt wird, ob ein neuer Baukörper entsteht und wie viel die Stadt am Ende tatsächlich aufbringen muss, ist noch nicht entschieden. Auf dem Campus Bockenheim wird also weiter geprüft, gerechnet und geplant. Die große Antwort kommt später.