deadtrees.earth: Freiburger Forschungsprojekt trainiert KI zur globalen Erkennung von Totholz
Am Donnerstag, 5. November 2026, rückt an der Universität Freiburg ein Projekt in den Mittelpunkt, das Waldbeobachtung und Bürgerbeteiligung zusammenbringt: Das Konsortium NFDI4Earth hat die Freiburger Initiative deadtrees.earth als Leuchtturmprojekt für Forschungsdatenmanagement ausgewählt. Die Förderung läuft bis Ende 2028. Weltweit nimmt die klimabedingte Baumsterblichkeit zu – doch Satellitenbilder sind zwar großflächig, für die direkte Erkennung von Totholz oft nicht detailliert genug.
Genau hier setzt die Plattform an. Forschende, Akteurinnen aus Naturschutz und Forstwirtschaft sowie interessierte Bürgerinnen können eigene Drohnenbilder von Wäldern hochladen. Die hochauflösenden Aufnahmen dienen als Trainingsdaten für eine künstliche Intelligenz, die abgestorbene Bäume und Totholz erkennt. Rückmeldungen der Nutzerinnen und neue Bilder sollen laufend in das Training einfließen. Ein bisschen wie gemeinsames Kartieren – nur mit Drohne, Daten und ziemlich viel Wald.
Von Drohnenbildern zu globalen Waldkarten
Geleitet wird deadtrees.earth von Prof. Dr. Teja Kattenborn von der Universität Freiburg und Prof. Dr. Miguel Mahecha von der Universität Leipzig. Die Plattform soll zu einer interaktiven, lernenden Analyseplattform ausgebaut werden. Die KI soll dabei nicht nur einzelne abgestorbene Bäume auf Drohnenbildern erkennen, sondern entsprechende Muster auch auf weniger detaillierten Satellitenaufnahmen finden.
Die Datensammlung wird gezielt auf räumliche und zeitliche Wissenslücken ausgerichtet. Die Plattform soll anzeigen, an welchen Orten und zu welchen Zeitpunkten zusätzliche Aufnahmen besonders wertvoll sind. Eine weltweite Community könnte dadurch Datenlücken schließen, statt dass irgendwo immer nur zufällig fotografiert wird. Satellitenaufnahmen aus dem Nationalpark Schwarzwald von 2018, 2022 und 2025 zeigen bereits Veränderungen der Totholz-Bedeckung. Die Analysen beruhen auf Sentinel-2-Satellitendaten von Copernicus.
Gemeinsam mit Galaxy Europe sollen bestehende Open-Source-Methoden transparenter und skalierbarer werden. Geplant ist außerdem die Einbindung in eine globale Forschungsdateninfrastruktur. Wissenschaftlerinnen sollen die Analyseverfahren nachvollziehen, nachnutzen und auf andere Umweltfragen übertragen können.
Forschungsdaten für den Wald der Zukunft
NFDI4Earth umfasst 67 Einrichtungen der Erdsystemwissenschaften und ist Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, kurz NFDI. Das Konsortium arbeitet in internationalen und interdisziplinären Netzwerken daran, Funktionsweisen und Wechselwirkungen im Erdsystem zu verstehen und globale Veränderungsprozesse zu untersuchen.
deadtrees.earth ist zugleich Teil der Forschung im Exzellenzcluster Future Forests der Universität Freiburg. Dort geht es darum, wie sich Wälder und ihre Nutzung an den globalen Wandel anpassen lassen, damit ihre ökologischen und sozialen Funktionen langfristig erhalten bleiben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Future Forests seit dem 1. Januar 2026 im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern als Exzellenzcluster der Universität Freiburg.
Teja Kattenborn ist Professor für Sensorgestützte Geoinformatik an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen sowie Principal Investigator des Clusters Future Forests. Seine Forschung reicht von multisensorischer und multitemporaler Fernerkundung über Pflanzenfunktionen, Biodiversität sowie Pflanzen- und Ökosystemprozesse bis zu Geodatenwissenschaft, maschinellem Lernen und Deep Learning. Im Cluster untersucht er großflächige Waldveränderungen und die Ursachen des Baumsterbens. Zusätzlich leitet er Projekte innerhalb der Climate Change Initiative der Europäischen Weltraumorganisation ESA sowie die Emmy-Noether-Gruppe PANOPS der Universität Freiburg. Diese Arbeiten befassen sich mit der Widerstandsfähigkeit von Wäldern und anderen Ökosystemen gegenüber dem globalen Wandel.
Die Initiative ist unter deadtrees.earth erreichbar, Informationen zum Exzellenzcluster gibt es unter uni-freiburg.de/futureforests.
Was sonst in Freiburg los ist
Während die einen den Wald aus der Luft vermessen, wurde auf dem Fußballplatz am Donnerstagabend genauer hingeschaut: In der UEFA Conference League verlor Trabzonspor gegen den SC Freiburg mit 0:1. Für den DFB-Länderspielkader wurden Philipp Treu und Derry Scherhant nominiert. Bereits am Samstag, 31. Oktober, hatte der SC Freiburg beim FC Augsburg mit 2:1 gewonnen; Matanovic und Irié drehten die Partie. Der Freiburger FC besiegte den FSV RW Stegen zu Hause mit 3:2. Im Frauenfußball erreichte der SC Freiburg am Sonntag, 1. November, nach einem 4:0 gegen den Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena das Viertelfinale des DFB-Pokals. Der EHC Freiburg verpflichtete außerdem den Angreifer Luca Tosto mit Erfahrung aus PENNY DEL und DEL2.
Wirtschaftlich erwartet der industrielle Mittelstand in der Region laut Konjunkturumfrage der wvib Schwarzwald AG eine bessere Entwicklung, das Wachstum bleibt aber gebremst. wvib-Präsident Bert Sutter sagte im Zusammenhang mit den US-Zwischenwahlen, Europa müsse selbstständiger und stärker werden. Für den Freiburger Innovationspreis 2027 werden Ideen mit Zukunft gesucht. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro, Bewerbungen sind bis 28. Februar 2027 möglich.
Politisch befragte die Universität Freiburg 6.949 Personen zum politischen Panel Deutschland. Die Online-Untersuchung beschäftigt sich mit der Entwicklung der politischen „Brandmauer“. Aus einer Freiburger Untersuchung kommt zudem die Nachricht, dass jede dritte Lehrkraft schwere Vorwürfe von Eltern erlebt. Die Konflikte stehen demnach mit der psychischen Gesundheit in Zusammenhang; das Universitätsklinikum bietet kostenloses Coaching an.
Für den Verkehr gibt es mehrere kleine Stolperstellen: Vom 11. bis 18. November wird die Buslinie 36 wegen einer Baustelle umgeleitet, Haltestellen entfallen. Ab 9. November entsteht in der Zita-Kaiser-Straße eine Fußgängerquerung, ein kurzer Abschnitt wird bis Mitte Dezember vollständig gesperrt. Kurz nach der Ausfahrt Freiburg-Haid führte ein verlorenes Karosserieteil zu einem Verkehrsunfall; die Polizei sucht Zeugen. Nach einer Kollision zwischen einer Radfahrerin und einer E-Scooter-Fahrerin auf einem Fuß- und Radweg in der Uffhauser Straße wird wegen Unfallflucht ermittelt. Die Radfahrerin wurde verletzt.
Im ADAC-Mobilitätsmonitor 2026 liegt Freiburg bei den Mittelstädten auf Rang zwei. Radfahrer, ÖPNV-Nutzer und Fußgänger gaben der Stadt gute Bewertungen. Laut ADAC-Mobilitätsstudie stieg die Zufriedenheit mit dem Freiburger ÖPNV von 40 auf 43 Punkte. Taktung, Pünktlichkeit, Haltestellendichte und Umsteigewege schnitten besonders gut ab.
Termine im November
Vom 6. bis 11. November läuft das 13. Freiburg Blues Festival mit 14 Konzerten an sechs Festivaltagen und vier Veranstaltungsorten. Im Klimaquartier Zähringen eröffnet am 7. November das offene Wohnzimmer „Bücher & Begegnung“; am 21. November folgt ein „Tag des offenen Heizungskellers“. Vor der ARD-Tagesschau wird am 8. November das Sozialprojekt „Allpinistas Freiburg – gemeinsam im Bergsport aktiv“ im Fernsehen gezeigt.
Das Amt für Migration und Integration veranstaltet am 11. November die Tagung „Ungleiche Teilhabe – Bildungserfahrungen und Perspektiven von Romnja und Sintize in der Stadt Freiburg“. Am 12. November ist das Amt wegen einer internen Veranstaltung erst ab 13 Uhr geöffnet. Ebenfalls am 12. November findet im Planetarium Freiburg die Kriminacht „Lieber reich leben als arm sterben“ mit Lesung und Musik statt.
Die Freiburger Museen veröffentlichen vom 10. bis 15. November Veranstaltungstipps für die Kalenderwoche 46. Die Stadtbibliothek Freiburg bietet vom 10. bis 13. November Veranstaltungen derselben Kalenderwoche an. Am 18. November informiert das Universitätsklinikum vor Ort und online über neue Therapien und aktuelle Forschung zu Myasthenia Gravis. Am 20. November veranstaltet das Klinikum ein Azubi-Speed-Dating zu Ausbildungsplätzen für 2027.
Am 19. November findet im Bürgerhaus Seepark eine inklusive Jobmesse mit knapp 20 Unternehmen statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich, Gebärdensprachdolmetscher
