An der Universität Greifswald beginnt im Februar 2027 die zehnte und letzte Runde des Programms „KarriereWegeMentoring“. Über 16 Monate richtet sich das Angebot an hochqualifizierte Frauen in der mittleren oder fortgeschrittenen Phase ihrer Promotion, die aktuell an die Universität oder eine Forschungseinrichtung in Greifswald angebunden sind.

Gesucht werden Doktorandinnen mit dem Ziel, später einen verantwortungsvollen Leitungsbereich in Wissenschaft, Wirtschaft oder Gesellschaft zu übernehmen. Das Programm ist kein loses Treffen bei Kaffee und Keksen: Es verbindet Mentoring durch einen Mentorin, Einblicke in informelle Regeln künftiger Tätigkeitsfelder, den Aufbau eines persönlichen Netzwerks und bei Bedarf individuelles Coaching. Dazu kommen Seminare, karriererelevante Netzwerkveranstaltungen und Peer-Mentoring mit den anderen Teilnehmerinnen.

Bewerbung bis 15. November

Voraussetzung ist eine Anbindung an die Universität oder Universitätsmedizin Greifswald beziehungsweise an die kooperierenden Einrichtungen FLI, INP und MPIs. Bewerberinnen sollten bereit sein, die Mentoring-Beziehung aktiv und vertrauensvoll zu gestalten – einschließlich erforderlicher Reisen – und verbindlich am Rahmenprogramm teilzunehmen.

Zur Bewerbung gehören ein etwa einseitiges Motivationsschreiben mit geplantem Promotionsabschluss, Karriereziel und bisherigem Engagement für eine Leitungsposition, ein Lebenslauf gegebenenfalls mit Publikationsliste, Konferenzbeiträgen, Stipendien, Auszeichnungen und Mitgliedschaften, eine Kopie des Studienabschlusses, die Bestätigung der Annahme als Doktorandin sowie der ausgefüllte Bewerbungsbogen. Über die Aufnahme entscheidet eine Kommission.

Die Unterlagen sollen als PDF-Dokument an mentoringuni-greifswaldde gesendet werden. Bewerbungsschluss ist Sonntag, der 15. November 2026. Die Auswahlgespräche sind vom 6. bis 11. Januar 2027 geplant, gegebenenfalls online.

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Informationsveranstaltungen im Herbst

Wer erst einmal zuhören und Fragen sammeln möchte, kann an einer der beiden Online-Informationsveranstaltungen teilnehmen: am 27. Oktober 2026 um 9:00 Uhr oder am 11. November 2026 um 14:00 Uhr. Weitere Informationen und der Link zu den Veranstaltungen werden auf der KarriereWegeMentoring-Homepage veröffentlicht.

Fragen zur Ausschreibung beantwortet Annette Ehmler unter ehmler@uni-greifswald.de oder telefonisch unter 03834 420-1146. Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald ist ebenfalls Annette Ehmler.

14 Jahre Erfahrung mit Mentoring

Das KarriereWegeMentoring unterstützt seit 14 Jahren Wissenschaftlerinnen bei der Entwicklung in nationale und internationale Führungspositionen. Es ist Teil der Gleichstellungs- sowie der Karriere- und Personalentwicklung der Universität. Seit November 2011 sind die Mentoring-Angebote bei der Gleichstellungsbeauftragten der Universität verankert. Greifswald war die erste Universität in Mecklenburg-Vorpommern mit einem solchen Angebot.

In der aktuellen Förderperiode nahmen 25 Postdoktorandinnen und Juniorprofessorinnen, 29 Doktorandinnen, 60 Absolventinnen mit Promotionsinteresse und neun Ärztinnen teil. Seit Beginn des Programms waren insgesamt 428 Mentees und Alumnae dabei. Viele ehemalige Teilnehmerinnen arbeiten heute in leitenden Positionen, Forschungsnetzwerken und Drittmittelprojekten. Als Vorbilder in der akademischen Nachwuchsförderung werden Alumnae zudem in universitäre Netzwerke und Prozesse eingebunden.

Die Zahlen verteilen sich auf verschiedene Formate: Seit 2011 wurden 117 Postdoktorandinnen und Juniorprofessorinnen in zehn One-to-one-Mentoring-Gruppen gefördert, seit 2014 121 Doktorandinnen in acht One-to-one-Mentoring-Gruppen. Seit 2017 kamen 159 Absolventinnen mit Promotionsinteresse in neun Gruppenmentoring-Gruppen hinzu. Weitere 31 Teilnehmerinnen nahmen an verschiedenen Coaching-Gruppen, Workshops, Netzwerkveranstaltungen und Einzelberatungen teil.

Zum Angebot gehören Qualifizierungen in Selbstpräsentation, Sichtbarkeit und strategischer Karriereplanung. Der Kontakt zu den Teilnehmerinnen bleibt auch nach Ende der Förderperiode bestehen. Seit 2016 gibt es eigene Angebote für Alumnae; sie werden als Expertinnen in neue Gruppen oder als Mentorinnen eingebunden. 2021 wurden außerdem eine Mentothek und ein Mentoring-Podcast entwickelt.

Mentorinnen, Netzwerke und ein Blick zurück

Dr. (des.) Diclehan Ulucan, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mathematik und Informatik, nahm bis 2024 am Programm teil. Nach eigenen Angaben lernte sie dabei das deutsche Hochschulsystem kennen und entwickelte konkrete kurz- und langfristige Karriereziele. Ihre Mentorin von der Universität Haifa unterstützt sie unter anderem bei der Vorbereitung von Konferenzen.

Auch Prof. Dr. Isabelle Dolezalek, Alumna des Programms und heute Leiterin eines Fachgebiets an der TU Berlin, bleibt als Ansprechpartnerin aktiv. Prof. Dr. Daria Antonenko, Professorin für Neuromodulation kognitiver Funktionen an der Universitätsmedizin Greifswald, empfiehlt das Programm insbesondere ihren Mitarbeiterinnen.

Die Koordinatorinnen Annette Ehmler und Angela Hoppe begründen die Ausrichtung auf Frauen mit weiterhin bestehenden strukturellen Benachteiligungen im Wissenschaftssystem. Langfristig soll der Frauenanteil in Führungspositionen steigen; zugleich sollen weibliche Vorbilder in Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft sichtbarer werden. Die Universität ist dafür in regionale, nationale und europäische Mentoring-Netzwerke eingebunden, darunter das „Forum Mentoring“. Annette Ehmler war 6,5 Jahre Vorstandsmitglied des „Forum Mentoring“. Angela Hoppe arbeitet außerdem in der landesweiten Fachstelle Mentoring an der Weiterentwicklung und Professionalisierung von Mentoring-Programmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Am 12. Juni 2025 wurde der aktuelle Förderjahrgang verabschiedet. Die Feststunde für den jüngsten Förderjahrgang fand am 12. Juni 2025 um 14 Uhr in der Aula der Universität Greifswald statt; eine Anmeldung war erforderlich. Für die nächste Runde bleibt nun vor allem der Blick auf den Kalender: Bewerbungsschluss ist der 15. November 2026, und im Januar folgen die Gespräche.