In Hannovers Innenstadt wird im November über die Stadt von morgen gesprochen. Die Leibniz Universität Hannover (LUH) lädt zur Vortragsreihe „Städte weiter gedacht“ in Leibniz.Mitte ein, ihrem neuen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Heute ist der 2.11.2026 – der Auftakt steht also unmittelbar bevor.

Im Mittelpunkt stehen Fragen, die im Alltag schnell untergehen: Welche Funktion haben Innenstädte künftig? Wie bleiben Menschen, Pflanzen und Tiere in dicht bebauten Räumen gesund? Und wie lässt sich mehr Artenvielfalt in Wohngebiete bringen, ohne dass Wohnqualität und Betrieb darunter leiden?

Drei Abende, drei Blickwinkel

Am 4. November spricht Prof. Christian Werthmann vom Institut für Landschaftsarchitektur über „Urban leben, gesund bleiben: Widerspruch?“. Er stellt das Projekt „One Health City Framework“ vor. Dabei geht es darum, wie biologische und menschliche Gesundheit in Städten gemeinsam gefördert werden können.

Zum Blick auf die Stadt gehören dabei ganz konkrete Dinge: der Zugang zu Grünflächen und sozialen Treffpunkten ebenso wie Belastungen durch Lärm, Hitze und schlechte Luft. Untersucht wird auch, welche Auswirkungen diese Belastungen auf Menschen und Tiere haben.

Eine Woche später, am 11. November, folgt „Artenvielfalt: Wie passt mehr Natur ins Wohngebiet?“. Prof. Dr. Ann-Kathrin Kößler vom Institut für Umweltplanung stellt das Projekt „BioWoQ“ vor. Es geht um Wohnquartiere, die mehr Artenvielfalt ermöglichen, ohne die Wohnqualität oder den Betrieb zu beeinträchtigen.

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Betrachtet werden Höfe, Vorgärten, Dach- und Fassadenflächen, Randstreifen und Spielräume. Gemeinsam mit Bewohnenden und Wohnungsunternehmen wird geprüft, wie sich solche Maßnahmen praktisch umsetzen lassen. Zwischen Begrünung, Alltag und Pflegeaufwand liegt schließlich oft ein ziemlich großer Unterschied.

Den Abschluss bildet am 18. November der Abend „Innenstadt: Comeback oder Abgesang?“. Prof. Tim Rieniets vom Institut für Entwerfen und Städtebau stellt das Projekt „Warenhäuser als Impulsgeber einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung“ vor.

Im Zentrum steht der Zusammenhang zwischen der ressourcenschonenden Transformation bestehender Gebäude und der wirtschaftlichen, sozialen sowie kulturellen Wiederbelebung von Innenstädten. Gerade Warenhäuser erzählen davon, wie sich Stadträume verändern – und vielleicht auch, was aus ihnen noch werden kann.

Die Stadt als Forschungsmodell

Die Reihe passt zur Arbeit der LUH: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen erforschen den Wandel von Stadt, Gesellschaft und Klima. Beteiligt sind unter anderem Architektur und Umweltplanung, Ingenieurwissenschaften, Meteorologie, Bauingenieurwesen und Geographie.

In Leibniz.Mitte lässt sich dieser Blick auf mehreren Ebenen anschauen. Dort steht ein sechs Meter langes Modell mit Ausschnitten der Stadt und Region Hannover. Es zeigt einzelne Gebäude, Stadtviertel und die Einbettung der Stadt in Wälder und Flusslandschaften – vom Detail bis zum größeren Zusammenhang.

Das Modell und Informationen zu Forschungsprojekten können jederzeit durch das Schaufenster betrachtet werden. Man muss also nicht auf einen Veranstaltungstermin warten; ein kurzer Abstecher durch Hannovers Innenstadt reicht.

Öffentlich, aber mit Anmeldung

Die Veranstaltungen sind öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich. Sie erfolgt unter go.lu-h.de/staedte-weiter-gedacht.

Leibniz.Mitte ist eine Initiative des Leibniz Science Communication LAB. Unter diesem Dach entwickelt und realisiert das Referat für Kommunikation und Marketing Wissenschaftskommunikationsformate. Weitere Informationen gibt es unter www.uni-hannover.de/leibniz-mitte.