Ein unerfüllter Kinderwunsch kann sich leise in den Alltag schieben – und irgendwann alles überlagern. Jana Luisa erzählt in einer 36-minütigen Folge des ARD-Podcasts „Du fehlst“ von ihrem Lebenstraum, der zu einer Reise voller Verluste, großer emotionaler Belastung, schwieriger medizinischer Entscheidungen und unerwarteter Wendungen geworden ist. Aufgeben, sagt der Titel der Folge, scheint für sie keine Option: „Etwas anderes ist für uns keine Option“.

Die Folge macht spürbar, wie sehr die Verluste nachwirken. Jana Luisa spricht über die Auswirkungen, über Hoffnung und über das Durchhaltevermögen, das manchmal fast aufgebraucht ist und trotzdem weiterträgt. Unterstützung findet sie in Social Media, durch Crowdfunding und in einer Kinderwunsch-Community, in der sie sich verstanden fühlt. Im Mittelpunkt steht die unbequeme Frage: Wie weit gehen Menschen für einen Kinderwunsch, wenn der Gedanke ans Aufgeben nicht einfach verschwindet?

Zwischen Medizin, Community und Hoffnung

„Du fehlst“ widmet sich unerfülltem Kinderwunsch, Verlust und Fehlgeburten, stillen Geburten, medizinischen Behandlungen und alternativen Wegen, Familie zu denken. Host Fanny Michaelis erzählt Geschichten von Frauen, Männern und Paaren, die offen über Kinderlosigkeit und ihre Erfahrungen sprechen. Das ist kein glattgebügeltes Gespräch; eher eines, bei dem man beim Zuhören kurz innehält.

Die Folge mit Jana Luisa ist in sechs Kapitel gegliedert: 00:00:00 Intro, 00:04:10 „Kein leichter Start“, 00:11:44 „Machtlosigkeit“, 00:19:40 „Es geht weiter“, 00:24:35 „Crowdfunding & Community“ und 00:33:34 Outro.

Wer weiter recherchieren möchte, findet im Artikel Verweise auf den Podcast auf Spotify, auf Informationen zur Präimplantationsdiagnostik (PID) des Universitätsklinikums Heidelberg sowie auf die PID-Informationen des Bundesgesundheitsministeriums.

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Produziert wird der Podcast von rbb24 Inforadio aus dem Jahr 2026. Host und Hauptautorin ist Fanny Michaelis, in der Redaktion arbeiten Lena Petersen und Marc Krüger. Die Leitung liegt bei Tina von Löhneysen, dramaturgisch beraten haben Sophia Wetzke und Max Stern. Produktion und Sounddesign stammen von Studio Soma und Ole Zender, das Cover von Scarlett Nimz, die Distribution übernimmt Monika Scheider. Der Titelsong heißt „Obwohl du nie geboren bist“ und stammt von Marianne Neumann.

Familienplanung ist keine gerade Linie

Familienplanung bleibt eine persönliche Entscheidung. Gerade kinderlose Paare, insbesondere Frauen, erleben dabei häufig sozialen Druck. Gründe gegen oder für eine Familiengründung können Unfruchtbarkeit oder andere medizinische Ursachen sein, fehlende finanzielle Mittel, eine bewusste Entscheidung gegen Kinder oder eine fehlende Partnerschaft. Manche Menschen wissen seit der Kindheit, ob sie Kinder möchten; andere entscheiden sich erst im Erwachsenenalter. Männer sind bei der Geburt ihres ersten Kindes in Deutschland durchschnittlich etwa drei Jahre älter als Frauen.

Der Anteil der Menschen in Deutschland, denen Kinder im Leben besonders wichtig sind, ist in den vergangenen Jahren gesunken. Auch die Geburtenzahlen waren bis zuletzt rückläufig. Medizinische Möglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch sind unter anderem künstliche Befruchtung und das Einfrieren von Eizellen – beides führt nicht immer zum Erfolg. Eine weitere Möglichkeit kann Adoption sein: In Deutschland wurden zuletzt rund 3.600 Kinder pro Jahr adoptiert. Die meisten kommen im Kleinkindalter in eine neue Familie und sind bei der Adoption häufig zwischen ein und zwei Jahre alt.

Zur selbstbestimmten Familienplanung kann auch die Entscheidung gegen Kinder und ein Schwangerschaftsabbruch gehören. Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland grundsätzlich strafbar, bleiben aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei: nach der Beratungsregelung und innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis oder bei medizinischer beziehungsweise kriminologischer Indikation und innerhalb von 22 Wochen nach der Empfängnis.

Jährlich werden in Deutschland rund 106.200 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Nach einem jahrelangen Rückgang ist ihre Zahl zuletzt wieder gestiegen. Der Großteil findet in gynäkologischen Praxen statt. Sachliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche sind erlaubt; Werbung dafür sowie Hinweise von Praxen auf die eigene Durchführung stehen unter Strafe. Für Fragen zu Schwangerschaft, Sexualität, Partnerschaft und Elternschaft verweist der Artikel auf Informationen und vertrauliche Beratung von pro familia.

Die Angaben zur Familienplanung wurden vom Statista Research Department am 17.12.2025 veröffentlicht. Statista beschreibt Familienplanung damit nicht als einheitliches Lebensmodell, sondern als ein Feld, in dem Wünsche, Geld, Gesundheit, Zeit und Beziehungen ziemlich direkt aufeinanderprallen.

Was die Reproduktionsmedizin leisten kann

In Deutschland ist etwa jedes sechste Paar ungewollt kinderlos und benötigt möglicherweise reproduktionsmedizinische Unterstützung. Laut Jahrbuch 2023 des Deutschen IVF-Registers (D·I·R.) wurden seit Beginn der Datenerfassung 1997 insgesamt 412.230 Kinder nach IVF in Deutschland geboren.

Die Ursachen verteilen sich dabei ungefähr zur Hälfte auf Männer und zur Hälfte auf Frauen. Deshalb ist eine fachübergreifende Betreuung erforderlich: Frauen werden durch reproduktionsmedizinisch-endokrinologisch tätige Gynäkolog:innen behandelt, Männer durch Urolog:innen mit Zusatzweiterbildung Andrologie. Bei der Erstuntersuchung sollten beide Partner abgeklärt werden. Eine abgestimmte Diagnostik soll unnötige reproduktionsmedizinische Behandlungen der Frau vermeiden.

2023 wurden in den Mitgliedszentren des Deutschen IVF-Registers rund 131.000 Kinderwunschbehandlungen registriert – 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Behandlungen mit Spendersamen nahmen deutlich zu und werden zunehmend auch von alleinstehenden Frauen und lesbischen Paaren genutzt.

Auch Social Freezing, also das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ohne medizinischen Grund, wird häufiger eingesetzt. Gründe dafür sind unter anderem ein fehlender Partner, lange Ausbildungszeiten oder der Wunsch nach einem späteren Karriereeinstieg. 2023 gab es rund 3.700 Social-Freezing-Behandlungen; von 2020 bis 2023 hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt.

Beim Single Embryo Transfer wird nur ein Embryo eingesetzt. Das reduzierte die Mehrlingsschwangerschaften: In Frischzyklen sank die Mehrlingsrate von 22 Prozent im Jahr 2017 auf 12 Prozent im Jahr 2022, in Auftauzyklen von 15 Prozent auf 8 Prozent im selben Zeitraum.

Kryozyklen, bei denen zuvor eingefrorene Eizellen oder Embryonen später aufgetaut und übertragen werden, erzielten 2023 ähnliche Schwangerschaftsraten wie Frischzyklen: 30,7 Prozent gegenüber 31,0 Prozent. Der Vorteil eines Kryozyklus: keine erneute hormonelle Stimulation und keine weitere Eizellentnahme.

Reproduktionsmediziner:innen empfehlen eine frühzeitige Beratung, weil die Erfolgsraten mit zunehmendem Alter der Frau sinken. Frauen zwischen 30 und 34 Jahren erreichten eine Geburtenrate von 31,2 Prozent pro Embryotransfer, bei Frauen zwischen 41 und 44 Jahren lag sie bei 8,4 Prozent.

Die Deutsche Gesellschaft für Andrologie, die Deutsche Gesellschaft für Urologie und der Berufsverband der Deutschen Urologie haben Standards zur Diagnostik der männlichen Unfruchtbarkeit veröffentlicht. Das klingt zunächst nach trockener Fachsprache. Dahinter steckt aber eine ziemlich praktische Forderung: Nicht erst lange die Frau behandeln, sondern von Anfang an beide anschauen.

Die Folge mit Jana Luisa ist auf RTL+ abrufbar. Ihre Geschichte passt dabei nicht in eine Statistik – und die Statistiken erklären nicht, wie sich ein Verlust am Küchentisch, im Wartezimmer oder mitten in einer Online-Community anfühlen kann.