Jubiläum der Hohenheimer Gärten: 250 Jahre Natur und Vielfalt feiern!
Die Hohenheimer Gärten an der Universität Hohenheim feiern in diesem Jahr ein bemerkenswertes Jubiläum: Vor 250 Jahren wurden sie als herzogliche Gartenanlage gegründet. Heute sind sie nicht nur ein Ort der Forschung und Lehre, sondern auch eine grüne Oase der Naherholung. Die Gärten erstrecken sich über mehr als 30 Hektar und bieten eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzenarten und Landschaften.
Gerade rechtzeitig zum Jubiläum wurden umfassende bauliche Erhaltungsmaßnahmen abgeschlossen, die den Gärten einen neuen Glanz verleihen. In der Reihe der Feierlichkeiten bietet die Universität ein vielfältiges Programm an, das vom 13. bis 21. Juni 2026 im Rahmen der Woche der Botanischen Gärten stattfindet. Dazu gehören Führungen, Veranstaltungen sowie ein Tag der offenen Tür am 4. Juli 2026. Besonders hervorzuheben ist der Exotische Garten mit beeindruckenden Baumarten, darunter die „Liebesplatane“, die seit 2023 als Nationalerbe-Baum anerkannt ist.
Vielfältige Sammlungen und Projekte
Die Hohenheimer Gärten sind eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Sie umfassen ein Sammlungsgewächshaus mit etwa 1.000 tropischen und subtropischen Pflanzen sowie Heilpflanzengärten und Flächen mit historischen und modernen Nutzpflanzen. Die Gärten sind nicht nur die grünste Ecke des Campus, sondern auch eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung, die sich der Erhaltung des pflanzlichen Erbes verschrieben hat.
Eines der neueren Projekte umfasst ungemähte Wiesen, die im Rahmen eines wissenschaftlichen Vorhabens zur Erforschung der Biodiversität angelegt wurden. Die Sanierungsarbeiten an den Gewässern der Gärten sind fast abgeschlossen, was die Wassernutzung und die Ansiedlung neuer Arten fördern soll. Zudem wird ein neuer Gartenführer zur Vegetationsgeschichte der Nacheiszeit bald veröffentlicht.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Hohenheimer Gärten 2023 als der artenreichste Campus Europas ausgezeichnet wurden. Mit Hilfe einer High-Tech-Drohne, die seit Frühjahr 2025 im Einsatz ist, wird die Baumgesundheit sowie der Wasserbedarf überwacht.
Botanische Gärten als wichtige Erhaltungsorte
In den letzten Jahrzehnten haben botanische Gärten weltweit an Bedeutung gewonnen, insbesondere in Bezug auf den Erhalt der Pflanzenvielfalt. Laut einer Studie, an der auch die Botanischen Gärten der Universität Bonn beteiligt sind, gelten rund 40 Prozent der globalen Pflanzenarten als gefährdet. Diese Gärten sind essenzielle Orte für die Arterhaltung und haben somit eine wichtige Rolle, als globale Biodiversitäts-Hüter aufzutreten.
Allerdings sind auch sie mit Herausforderungen konfrontiert. Seit den 1990er Jahren haben viele dieser Einrichtungen Schwierigkeiten, ihre Sammlungen weiterzuentwickeln, was den Austausch von Pflanzenmaterial erschwert. Eine transparente Dokumentation jeder Sammlung wird als Voraussetzung für den Austausch von Pflanzenmaterial angesehen. Dr. Cornelia Löhne von der Universität Bonn betont die Notwendigkeit eines globalen Netzwerks von Lebendsammlungen, um diesen Herausforderungen zu begegnen.Ein Bericht hebt die Dringlichkeit hervor, wie wichtig es ist, die wissenschaftliche und gärtnerische Expertise für die Entwicklung von Pflanzensammlungen zu nutzen.
Die Hohenheimer Gärten, mit ihrer langen Geschichte und ihrem Engagement für die biologische Vielfalt, sind ein leuchtendes Beispiel für die Bedeutung botanischer Gärten im Kampf um den Erhalt der Artenvielfalt. Die bevorstehenden Feierlichkeiten und Projekte zeigen, wie sich Traditionsbewusstsein und moderne Forschung harmonisch verbinden können.
