Die Gleichberechtigung der Geschlechter bleibt ein zentrales Thema in unserer Gesellschaft, doch der Fortschritt stagniert. Dies stellt insbesondere Frauen in eine schwierige Lage, denn um Veränderungen herbeizuführen, müssen auch Männer aktiv für die Gleichstellung eintreten. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Claudia Buengeler von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Prof. Ronit Kark von der Bar-Ilan-Universität, die die ambivalente Haltung von Männern zur Gleichberechtigung untersucht hat. Sie zeigt, dass Männer nicht nur Befürworter der Gleichstellung sind, sondern auch oft von Ängsten und Unsicherheiten geprägt werden, wenn es um ihre Rolle geht. Uni Kiel berichtet, dass diese gemischten Gefühle Männer in eine passive Position drängen, die letztlich Ungleichheit stabilisiert.

In ihrer umfassenden Analyse der vorhandenen Studien zur Solidarität von Männern in Arbeitskontexten identifizierten die Forscher:innen vier Bewältigungsstile, die Männer zeigen, wenn es um Allyship—also aktive Solidarität—geht:

Die vier Strategien der Männer

  • Vermeidung: Männer meiden Situationen, in denen Solidarität erforderlich wäre, wodurch Lernen und Problemlösen erschwert werden.
  • Aktive Distanzierung: Diese Männer erkennen ihre Ambivalenz, ziehen sich jedoch zurück, aus Angst, als schwach oder eigennützig wahrgenommen zu werden.
  • Domination: Unterstützung geschieht aus einer dominierenden Position heraus, was bestehende Stereotypen und Abhängigkeiten zementiert.
  • Holismus: Engagierte und reflektierte Auseinandersetzung mit der Ambivalenz kann langfristig Vorteile für alle Mahnungen bringen.

Der Begriff „Allyship“ wird nicht nur in Bezug auf Geschlechtergleichheit diskutiert, sondern auch im Kontext anderer Diskriminierungsformen, wie Rassismus oder sexueller Orientierung. Laut einem Blogbeitrag auf Diversity Awareness bezeichnet Allyship die aktive Unterstützung von marginalisierten Gruppen durch nicht betroffene Personen und spielt eine entscheidende Rolle im sozialen Aktivismus. Gewerkschaftsmitglieder, aktivistische Verbündete und soziale Bewegungen bedienen sich solcher Prinzipien, um positive soziale Veränderungen zu bewirken.

Herausforderungen und Risiken von Allyship

Die Praxis des Allyship ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Männer, die sich engagieren möchten, müssen bereit sein, kontinuierlich zu lernen und sich mit den Erfahrungen marginalisierter Gruppen auseinanderzusetzen. Wichtig ist auch, dass sie sich der Risiken bewusst sind. So gibt es häufig Fälle von sogenannter „performativer Allyship“, wo lediglich eine äußere Solidarität ohne echte Taten demonstriert wird. Der Schlüssel zu echtem Engagement liegt laut Marc Gärtner darin, dass Männer ihre Privilegien kritisch hinterfragen und erkennen, welche Vorteile Gleichstellung für sie selbst bringen kann. Diese Einsicht ist entscheidend, um Männer als aktive Mitgestalter von Gleichstellung zu mobilisieren.

In der Gleichstellungsarbeit stellt sich zudem die Herausforderung, Männer als eine Zielgruppe zu erreichen, die oft in sehr heterogenen und traditionell geprägten Milieus lebt. Viele Männer engagieren sich lediglich in sensibilisierten Kreisen oder agieren als „individuelle Verbündete“, was die breitere Mobilisierung erschwert.

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Zusammenfassend erfordert die Fortschreibung einer gerechteren Gesellschaft eine aktive Rolle von Männern im Allyship, das über das bloße Erkennen von Ungerechtigkeiten hinausgeht. Um dies zu erreichen, sollten Organisationen Trainings und Vorbilder fördern und ein inklusives Klima schaffen, das die Strukturen, welche Ungleichheit erzeugen, berücksichtigt. Die Überwindung von Geschlechterhierarchien ist eine Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn Männer als vielfältige Akteure Teil der Lösung werden.