Uni Kiel startet internationales Online-Zertifikatsprogramm Energy Technologies mit 30 ECTS
An der Uni Kiel ist heute, am 3.11.2026, ein neues internationales Online-Zertifikatsprogramm gestartet: „Energy Technologies“. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Energieerzeugung, Energiespeicherung und die intelligente Nutzung von Energie. Dazu kommen ingenieurwissenschaftliche Grundlagen – also genau die Verbindung, die bei der Energiewende schnell zwischen großen politischen Zielen und ziemlich konkreten technischen Fragen landet.
Gedacht ist das Angebot vor allem für internationale Bachelorstudierende der Elektrotechnik, Informationstechnik, Materialwissenschaften und verwandter Fachrichtungen. Sie können sich schon vor ihrer Ankunft in Deutschland ein Bild vom Studium und von der Forschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel machen. Die Kurse laufen online, zeitlich flexibel und im eigenen Lerntempo. Kein Pendeln, kein fester Hörsaal, kein Einschreiben an der Universität Kiel.
Vier Kurse, ein Projekt und 30 ECTS
Das Programm besteht aus vier Online-Kursen: „Renewable Energy“, „Power Electronics“, „Energy Materials“ und „Talkative Power“. Hinzu kommt ein betreutes Projekt. Zusammen lassen sich 30 ECTS-Leistungspunkte erwerben – eine ordentliche Menge für ein Angebot, das komplett digital zugänglich ist.
An der Entwicklung waren 21 Dozentinnen und Dozenten beteiligt. Die Lehrinhalte stecken in mehr als 250 Lehrvideos. Das klingt nach viel Bildschirmzeit, hat aber einen praktischen Vorteil: Wer morgens besser denkt als spätabends, kann sich den Stoff entsprechend einteilen. Entwickelt wurde das Zertifikatsprogramm im Rahmen des CAU-Förderprogramms „Übergänge gestalten“.
Inhaltlich soll „Energy Technologies“ zugleich auf die englischsprachigen Masterstudiengänge „Electrical and Information Engineering“ sowie „Materials Science and Engineering“ vorbereiten. Frei zugänglich ist das Programm auf dem Digital Learning Campus Schleswig-Holstein, kurz DLC.
Der DLC reicht weit über Energie hinaus
Der Digital Learning Campus ist nicht bloß die digitale Adresse für dieses eine Zertifikat. Die Lernplattform bietet eine Filtersuche für Bildungsangebote – nach Format, Region beziehungsweise Ort, Kategorie, Termingebundenheit, Schwierigkeitsgrad, Sprache, Organisation und Lernort. Als Formate stehen Präsenzkurs, Präsenzkursserie, Veranstaltung, Ausstellung, Co-Learning und betreuter Hybrid-Kurs zur Auswahl.
Die Kategorien reichen von „Gesellschaft & Zusammenleben“ über „Künstliche Intelligenz“, „Zukunftstechnologie & Innovation“ und „Informatik“ bis zu „Digitale Kulturen, Kunst & Design“, „Social & Media“, „Nachhaltige Entwicklung“ und „Grundfertigkeiten“. Beim Skill-Level kann zwischen Grundlagen, Fortgeschritten und Profi gewählt werden; die Plattform führt Angebote auf Deutsch und Englisch.
Zum Zeitpunkt der Anzeige waren 664 Ergebnisse verfügbar. Verteilt sind sie auf 43 Lernorte, unter anderem in Flensburg, Kiel, Lübeck, Heide, Itzehoe, Neumünster, Schleswig, Elmshorn, Eckernförde, Bad Oldesloe und Quickborn. Dahinter stehen Hochschulen, Volkshochschulen, Museen, FabLabs, Medienzentren und Innovationszentren – also eine ziemlich bunte Mischung, nicht nur klassische Seminarräume.
Wer heute, am 3. November, noch etwas unternehmen möchte, findet etwa „Game Space“ im Haerder-Center Lübeck um 10:00 Uhr und „VR – Abtauchen in die virtuelle Welt“ dort um 12:00 Uhr. Beide Angebote sind kostenfrei; für die VR-Veranstaltung gibt es weitere Termine. In Kiel stehen an der Muthesius Kunsthochschule um 14:00 Uhr „Protest als Entwurf“ sowie „Blender als Schnittstelle – Von Daten zur Karten“ auf dem Programm, ebenfalls kostenlos. Zur gleichen Zeit öffnet an der Europa-Universität Flensburg die „Offene AILiSH-Lernwerkstatt“.
Später, um 16:00 Uhr, geht es in der Lübecker Notenbank bei „Performing with Ableton Live: Syn(th)ergie“ um Musik und digitale Werkzeuge. Am 4. November folgen in Kiel „Offenes Co-Learning“ im Seeburg um 09:00 Uhr sowie das Seminar „Macht und Raum: Gegenmodelle von Krieg“ an der Muthesius Kunsthochschule um 09:15 Uhr. Auch diese Angebote sind kostenfrei.
Flexibles Lernen, aber mit Prüfungen
Wie weit sich digitale und flexible Bildungswege ausdehnen lassen, zeigt ein anderer Ansatz der Wilhelm Büchner Hochschule. Ihre Fernstudiengänge sind auf freie Zeiteinteilung und die Wahl des Lernortes ausgelegt – auch unterwegs oder im Ausland. Es gibt drei Preismodelle. Akademische und nicht-akademische Vorleistungen können angerechnet werden, wodurch sich die Studiendauer verkürzen kann.
Für jeweils fünf angerechnete ECTS wird nach erfolgreich abgeschlossenem Studium eine Monatsrate erlassen. Welche Leistungen zählen, entscheidet die Prüfungskommission abhängig vom jeweiligen Studiengang. Anerkannt werden können unter anderem Leistungen aus einem früheren, auch nicht abgeschlossenen Studium, nicht-universitäre Abschlüsse wie IHK-Fortbildungsabschlüsse oder der Abschluss als staatlich geprüfter Techniker sowie qualifizierte nicht-akademische Weiterbildungen.
Dafür gelten Bedingungen: Der Vertrag muss mindestens zwölf Monate laufen, und der Ratenerlass gilt nur innerhalb der ersten sechs Studienmonate nach Vertragsbeginn. Das Fernstudium lässt sich an die persönliche Lebenssituation anpassen und richtet sich insbesondere an Berufstätige. Nach dem Bearbeiten der Studienunterlagen werden Einsendeaufgaben eingereicht. Pflichtaufgaben werden benotet, freiwillige Übungen erhalten individuelles Feedback mit einer nicht zählenden Note. So bleibt regelmäßig sichtbar, ob der Stoff sitzt – oder eben noch nicht ganz.
Während des Studiums gibt es studienbegleitende Fachprüfungen, am Ende wird eine Abschlussarbeit erstellt. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Bachelor-, Master- oder Zertifikatsabschluss verliehen.
Auch bei der Vertragsbeendigung ist einiges festgelegt: Erstmals kann der Studienvertrag ohne Angabe von Gründen zum Ende des ersten Halbjahres gekündigt werden, mit einer Kündigungsfrist von sechs Wochen. Danach ist eine Kündigung jederzeit mit einer Frist von drei Monaten möglich. Bei einer Studiendauer von weniger als zwölf Monaten kann jederzeit mit dreimonatiger Frist gekündigt werden. Bei Nano Degrees ist eine ordentliche Kündigung wegen der kurzen Laufzeit ausgeschlossen. Zusätzlich gelten die Regelungen des jeweils gewählten Vertragsmodells.
Ganz ohne Prüfungsorte kommt das Fernstudium nicht aus. Klausuren werden grundsätzlich in Präsenz an Klausurstandorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschrieben. Derzeit können außerdem rund 70 Klausuren online abgelegt werden, überwiegend Grundlagen- und Bachelor-Module. Dieses Angebot soll schrittweise erweitert werden – passend zu einer Lernwelt, in der der Hörsaal längst nicht mehr der einzige Ort ist, an dem etwas hängen bleibt.
