Die Goethe-Universität Frankfurt steht vor einer tiefgreifenden Strukturreform. Das Präsidium erwägt, die Zahl der Fachbereiche bis 2032 von 16 auf sieben zu verringern und dabei etwa 60 Professuren zu streichen. Viele Details sind allerdings noch offen, und der Universitätssenat hat das Reformkonzept in seiner bisherigen Form als nicht zustimmungsfähig bewertet.

Wissenschaftsminister Timon Gremmels weist zugleich zurück, dass der Hochschulpakt die Ursache für die geplanten Veränderungen sei. Im laufenden Jahr erhält die Goethe-Universität zwar einen Anteil an einer Kürzung von insgesamt 30 Millionen Euro bei den hessischen Landeshochschulen. Mit diesem Einschnitt kommen die Hochschulen laut dem vorliegenden Bericht einigermaßen zurecht. Langfristig bleibt jedoch eine strukturelle Unterfinanzierung bestehen – und auch bei künftig wieder steigenden Budgets müssten die Hochschulleitungen darauf reagieren.

Sieben Fachbereiche statt 16

Das Präsidiumskonzept nennt neben dem Hochschulpakt weitere Gründe für die Reform. Eine Verringerung der Fachbereichszahl erscheint grundsätzlich plausibel: Die ähnlich große Universität zu Köln hat sechs Fakultäten. Zusammengelegte Verwaltungseinheiten und gemeinsam genutzte Infrastruktur könnten Synergien schaffen. An der Uni Köln, dem heutigen Bezugsort dieses Berichts, dürfte man deshalb genau hinschauen, wenn in Frankfurt über die künftige Hochschulstruktur gestritten wird.

Einige der vorgesehenen Verbindungen sind inhaltlich nachvollziehbar. Wirtschafts- und Rechtswissenschaften könnten wegen ähnlicher Fächerkulturen zusammengeführt werden. Biowissenschaften, Biochemie und Pharmazie sollen möglicherweise unter dem Dach „Lebenswissenschaften“ gebündelt werden. Auf dem Papier klingt das ordentlich; im Universitätsalltag hängen an solchen Linien aber Räume, Zuständigkeiten und gewachsene Arbeitsbeziehungen.

Streit um Altertum und Wirtschaftspädagogik

Umstritten ist unter anderem die geplante Zusammenlegung von Archäologie, Klassischer Philologie, Alter Philosophie und Alter Geschichte im Bereich „Altertumswissenschaften“. Auch ein möglicher Verzicht auf Wirtschaftspädagogik sorgt für Fragen – gerade weil es in Teilen der Bevölkerung an ökonomischer Kompetenz mangelt.

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Das Konzept ist damit längst nicht fertig verhandelt. Über die Reformpläne dürfte in den kommenden Monaten intensiv gestritten werden. Die Debatten sollten Forschung und Lehre nicht dauerhaft beeinträchtigen; zwischen Sitzungen, Stellungnahmen und Änderungsanträgen muss der Universitätsbetrieb schließlich weiterlaufen.

Viel Zeit bleibt trotzdem nicht. Innerhalb von höchstens etwas mehr als einem Jahr müsse die Diskussion beendet und über das Konzept abgestimmt werden. Bis dahin wird sich zeigen, ob aus den sieben geplanten Fachbereichen eine tragfähige Ordnung wird – oder ob noch etliche Linien auf dem Papier wieder verschwinden.