ProA-Auftakt: Uni Baskets Münster starten bei den Artland Dragons in die Saison 2026/27
Am 29. September 2026 beginnt für die Uni Baskets Münster die neue ProA-Saison mit einem Auswärtsspiel bei den Artland Dragons. Die Partie des 1. Spieltags ist für 19:30 Uhr angesetzt und bereits als beendet geführt. Für Münster geht es damit gleich zum Auftakt in eine Liga, deren Spielplan durch die Saison- und Playoff-Navigation von 2007/08 bis 2026/27 reicht.
Neun Begegnungen gehören zu diesem ersten Spieltag. Neben Artland Dragons gegen Uni Baskets Münster stehen Eisbären Bremerhaven gegen SBB Baskets Wolmirstedt um 18:30 Uhr, Phoenix Hagen gegen RheinStars Köln um 19:00 Uhr, Kirchheim Knights gegen GIESSEN 46ers ebenfalls um 19:00 Uhr sowie Tigers Tübingen gegen Nürnberg Falcons BC um 19:30 Uhr auf dem Programm. Alle diese Spiele sind als beendet vermerkt.
Neun Partien zum Saisonstart
Auch Paderborn Baskets und BBC Bayreuth treffen um 19:30 Uhr aufeinander. Um 17:00 Uhr folgt EPG Baskets Koblenz gegen BG Göttingen, um 17:30 Uhr spielen die PS Karlsruhe Lions gegen die Bayer Giants Leverkusen. Den Spieltag beschließt um 18:00 Uhr die Partie VfL SparkassenStars Bochum gegen HAKRO Merlins Crailsheim. Viele Namen, viele Hallen, ein ziemlich dichter Abend.
Die ProA ist seit 2007 die zweithöchste deutsche Basketballliga der Herren. Offiziell heißt sie 2. Basketball-Bundesliga ProA. In der aktuellen Saison 2026/27 umfasst sie 18 Mannschaften. Zuständig sind der Deutsche Basketball-Bund (DBB) und die Arbeitsgemeinschaft 2. BBL; organisiert wird der Spielbetrieb von der 2. Basketball-Bundesliga GmbH mit Sitz in Köln.
Amtierender Meister ist Phoenix Hagen. Rekordmeister sind der Mitteldeutsche BC und SC Rasta Vechta mit jeweils drei Titeln. Unterhalb der ProA liegt die ProB, die seit 2010 in die Staffeln Nord und Süd geteilt ist. Als TV- und Streamingpartner wird Sporteurope.TV geführt.
Vom zweigleisigen Unterbau zur professionellen Liga
Zur Saison 2007/08 löste die ProA die zuvor zweigleisige 2. Basketball-Bundesliga mit den Staffeln Nord und Süd ab. Die Neustrukturierung sollte Vereine professionalisieren und besser auf den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga, die BBL, vorbereiten. Ursprünglich war die ProA auf 16 Mannschaften ausgelegt. Wegen des Rückzugs des UBC Hannover spielten 2011/12 allerdings nur 15 Teams.
In den ersten vier ProA-Spielzeiten wurden Meister und Aufsteiger anhand der Abschlusstabelle bestimmt. Von 2007/08 bis einschließlich 2010/11 gab es keine Play-offs; die beiden Hauptrundensieger erhielten das Aufstiegsrecht. Seit 2011/12 werden Meister und Aufsteiger über Play-offs ermittelt.
Im regulären Modell treten 16 Teams in Hin- und Rückspielen gegeneinander an. Die acht bestplatzierten Mannschaften erreichen die Play-offs. Bei Punktgleichheit zählt zunächst der direkte Vergleich, danach das Gesamtkorbverhältnis. Gespielt wird im Best-of-Five-Modus: Das besser platzierte Hauptrundenteam hat im ersten, dritten und – falls nötig – fünften Spiel Heimrecht.
Die Sieger der ersten beiden Play-off-Runden ziehen in die Finalrunde ein. Das Finale besteht aus Hin- und Rückspiel, der Sieger ist ProA-Meister. Beide Finalteilnehmer erhalten das sportliche Aufstiegsrecht in die BBL. Nimmt ein Finalist oder nehmen beide dieses Recht nicht wahr, gibt es keinen sportlichen Nachrücker; die BBL kann den Platz per Wildcard vergeben. Die beiden Tabellenletzten steigen sportlich in die ProB ab, deren Meister und Vizemeister in die ProA aufsteigen dürfen.
Aufstieg, Lizenzen und gelegentliche Stolpersteine
Der Liga-Jahreszeitraum reicht vom 1. Juli bis zum 30. Juni. Der reguläre Spielbetrieb läuft meist von Ende September bis Anfang Mai. Für die Teilnahme brauchen Vereine eine Lizenz. Nachzuweisen sind die sportliche Qualifikation – etwa durch Abstieg aus der BBL, Aufstieg aus der ProB, die Übertragung eines Teilnahmerechts oder eine Wildcard – und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Ab der Saison 2022/23 ist ein ordnungsgemäßer Jahresabschluss erforderlich. Bis zur Saison 2024/25 musste ein positives Eigenkapital von mindestens 50.000 Euro nachgewiesen werden. Auch die Heimhalle muss ProA-Standards erfüllen: mindestens 1.500 Zuschauerplätze, Tribünen an wenigstens drei Spielfeldseiten, ein Holzparkett sowie VIP- und Presseräume. Dazu kommen eine ordnungsgemäße kaufmännische Organisation, mindestens zehn Jugendmannschaften, eine Mannschaft in der Jugend-Basketball-Bundesliga und vier Grundschul-AGs.
Bis 2013 galt ein Mindestetat von 350.000 Euro pro Verein. Danach trat ein Punktekatalog zur Bewertung organisatorischer Standards an seine Stelle, der bis einschließlich 2017/18 galt. Beim Aufstieg war die Sache trotzdem immer wieder hakelig: Die Cuxhaven BasCats nahmen ihr Aufstiegsrecht nicht wahr, woraufhin TBB Trier 2008 eine BBL-Wildcard erhielt. 2010 bekam Düsseldorf eine Wildcard. Die Kirchheim Knights beantragten 2012 keine BBL-Lizenz; Düsseldorf erhielt für 2013/14 keine Lizenz, der Platz ging per Wildcard an die Neckar Riesen Ludwigsburg.
Auch später blieben Hallen- oder Lizenzfragen entscheidend. Die Nürnberg Falcons erhielten 2019/20 keine BBL-Lizenz und blieben in der ProA. Bremerhaven verzichtete auf das Aufstiegsrecht, ebenso Leverkusen und Tübingen. Die PS Karlsruhe LIONS erhielten für 2024/25 keine BBL-Lizenz und blieben ebenfalls in der Liga.
In der Saison 2014/15 sorgten Verzögerungen beim Spielbeginn der Finke Baskets Paderborn für Punktabzüge im Abstiegskampf. Nach einem erfolgreichen Einspruch wurde der Abzug aufgehoben, der zunächst verkündete Abstieg Paderborns zurückgenommen. In der Saison 2019/20 kam dann die Pandemie dazwischen: Am 17. März 2020 wurde die Spielzeit nach 29 Spieltagen beendet. Die Tabelle nach diesem 29. Spieltag galt als Abschlusstabelle, Play-offs fanden nicht statt.
Die Niners Chemnitz und die Eisbären Bremerhaven erhielten als Erst- und Zweitplatzierte das sportliche Aufstiegsrecht in die BBL. Einen Absteiger in die ProB gab es 2019/20 nicht, ebenso wenig in der folgenden Saison. Im veränderten Play-off-Format der folgenden Spielzeit gewannen die MLP Academics Heidelberg vor den Bayer Giants Leverkusen.
Mehr Publikum, mehr Übertragungen
Die Zuschauerzahlen beziehen sich jeweils auf die Hauptrunde, Play-offs sind nicht enthalten. 2007/08 kamen insgesamt 249.388 Menschen, im Schnitt 1.039 pro Spiel. 2008/09 waren es 280.647 Zuschauer bei einem Durchschnitt von 1.169, 2010/11 dann 338.373 beziehungsweise 1.428. 2014/15 wurden 398.730 Besucher gezählt, im Schnitt 1.661.
2018/19 stieg die Zahl auf 409.986 Zuschauer und durchschnittlich 1.708 pro Partie. Die pandemiebedingt vorzeitig beendete Saison 2019/20 kam auf 373.294 und 1.609. 2020/21 fiel der Wert auf 5.503 insgesamt und 324 im Schnitt, weil die Spiele meist ohne oder mit stark begrenztem Publikum stattfanden.
Danach ging es wieder aufwärts: 2021/22 wurden 217.535 Zuschauer insgesamt und durchschnittlich 800 gezählt, 2022/23 waren es 514.566 und 1.682. 2023/24 folgten 625.833 beziehungsweise 2.045, 2024/25 624.630 und 2.041. In der Saison 2025/26 kamen 598.704 Zuschauer, der Durchschnitt lag bei 1.963.
Sportdeutschland.TV erwarb zur Saison 2014/15 erstmals Rechte für einzelne ProA-Spiele. 2017/18 übertrug airtango alle Partien. Seit 2020/21 besitzt Sportdeutschland.TV erneut die Übertragungsrechte; der ursprüngliche Vertrag lief bis 2025. Seit der Saison 2025/26 ist das Streamingangebot kostenpflichtig, verschiedene Gebührenmodelle stehen zur Verfügung. Free-TV
