Am 29. Oktober 2026 kommt der Schriftsteller Selim Özdoğan zur Lesung nach Münster. Einlass ist ab 16:30 Uhr, los geht es um 17:00 Uhr. Der Veranstaltungsort ist in der Ankündigung nicht angegeben. Der Eintritt ist frei.

Özdoğan stellt seinen Roman „Ihr kriegt uns hier nicht raus“ vor, der 2026 im Kanon Verlag in Berlin erschienen ist (ISBN 978-3-98568-220-1). Darin geht es um eine kurdisch-türkische Familie, die Anfang der 1980er-Jahre in ein besetztes Haus in Köln zieht. Zwischen Baustelle und Diskothek, Plena und dem Kampf um Wohnraum entsteht eine Gemeinschaft, die eigentlich nicht existieren dürfte.

Lesung mit Musik und Gespräch

Die Musikerin Dila Yavuz spielt zentrale Lieder aus dem Buch und begleitet die Veranstaltung am Klavier. Im Anschluss ist ein Publikumsgespräch geplant. Moderiert wird der Abend von Tobias Lachmann. Die Lesung ist Teil der internationalen Konferenz „Dynamics of (De-)Industrialisation: Linguistic and Cultural Studies Perspectives“.

Für Studierende und andere Literaturinteressierte ist das ein Termin mit ungewöhnlicher Mischung: Romanhandlung, Musik und eine anschließende offene Gesprächsrunde. Wer dabei sein möchte, sollte den 29. Oktober im Kalender markieren. Mehr als das Datum, die Einlasszeit, der Beginn und der Hinweis auf den freien Eintritt sind zum Veranstaltungsort derzeit nicht angegeben.

Vom Kultbuch bis zum neuen Roman

Selim Özdoğan wurde 1971 in Adana geboren und wuchs als Sohn türkischer Eltern zweisprachig in Köln-Mülheim auf. Nach dem Abitur am Hölderlin-Gymnasium studierte er Völkerkunde, Anglistik und Philosophie, brach das Studium jedoch ab. Seit 1995 arbeitet er als Schriftsteller.

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Sein erster Roman „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ erschien 1995 und gilt als Kultbuch. 1996 erhielt Özdoğan den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler. Nach weiteren Veröffentlichungen folgte 1999 der Förderpreis zum Adelbert-von-Chamisso-Preis.

Der vierte Roman „Im Juli“ aus dem Jahr 2000 basiert auf dem Drehbuch zu Fatih Akıns gleichnamigem Kinofilm. Der Anatolienroman „Die Tochter des Schmieds“ von 2005 spielt eine Rolle in Akıns Film „Auf der anderen Seite“ von 2007. „Zwischen zwei Träumen“ wurde 2010 für den Deutschen Science-Fiction-Preis in der Kategorie „Bester Roman“ nominiert.

2016 wurde Özdoğan zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen. Für den Text „Geschichte ohne Papier“ erhielt er 2017 den Hohenemser Literaturpreis. Sein Kriminalroman „Der die Träume hört“ erreichte im September 2019 Platz 6 der Krimibestenliste.

Veröffentlichungen

  • Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist (Roman, 1995), ISBN 3-7466-2058-9
  • Nirgendwo & Hormone (Roman, 1996), ISBN 3-7466-1969-6
  • Ein gutes Leben ist die beste Rache (Kurzgeschichten, 1998), ISBN 3-7466-1479-1
  • Mehr (Roman, 1999), ISBN 3-7466-1721-9
  • Im Juli (Roman, 2000), ISBN 3-203-75260-3
  • Ein Spiel, das die Götter sich leisten (Roman, 2002), ISBN 3-7466-1991-2
  • Trinkgeld vom Schicksal (Kurzgeschichten, 2003), ISBN 3-7466-1917-3
  • Die Tochter des Schmieds (Roman, 2005), ISBN 3-351-03039-8
  • Tourtagebuch (2006), ISBN 978-3-936054-05-7
  • Zwischen zwei Träumen (2009), ISBN 978-3-7857-1624-3
  • Ein Glas Blut (Kurzgeschichten, 2010), ISBN 978-3-941639-03-4
  • Heimstraße 52 (Roman, 2011), ISBN 978-3-351-03337-8
  • Kopfstand im Karma-Taxi: Bekenntnisse eines Pranajunkies (2012)
  • Passen die Schuhe, vergisst man die Füße (Kolumnensammlung, 2012)
  • Der Klang der Blicke (Geschichten, 2012)
  • DZ (Roman, 2013)
  • Was wir hörten, als wir nach der Wahrheit suchten (12 Farben) (2013), ISBN 978-3-943182-06-4
  • Wieso Heimat, ich wohne zur Miete (Roman, Haymon, Innsbruck 2016), ISBN 978-3-7099-7238-0
  • Wo noch Licht brennt (Roman, Haymon, Innsbruck 2017), ISBN 978-3-7099-7299-1
  • Der die Träume hört (Kriminalroman, Edition Nautilus, Hamburg 2019), ISBN 978-3-96054-202-5
  • Stock und Kopf (Kurzgeschichte, DAS GRAMM #9, 2022)
  • Westmarkt – 4 Kilo auf Kombi und ein Raubüberfall (2024, gemeinsam mit Denis Kundic)
  • Ihr kriegt uns hier nicht raus (Kanon Verlag, Berlin 2026), ISBN 978-3-98568-220-1

Quelle: Universität Münster; biografische Angaben: Wikipedia.