An der Universität Paderborn bekommt Nachhaltigkeit zunehmend einen festen Platz im Hochschulalltag. Die Universität hat eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Sie soll nicht irgendwo im Papierstapel verschwinden, sondern in allen Fachbereichen und für alle Studierenden verankert werden.

Dazu gehört auch ganz praktische Technik: Ein Teil der Universitätsgebäude wird mit der Abwärme des Supercomputers „Otus“ beheizt. Beim AStA-Sommerfestival kommen außerdem nachhaltige Maßnahmen wie Taschenaschenbecher zum Einsatz. Hinter solchen Einzelprojekten steht ein größeres Ziel: Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zu fördern.

Nachhaltigkeit, die im Alltag ankommt

Der Ansatz passt zu einer Entwicklung, die an immer mehr Hochschulen weltweit zu beobachten ist. Nachhaltigkeit wird dort zu einem strategischen Querschnittsthema – und bringt neue Herausforderungen mit sich. Die Universität Paderborn verbindet dafür technische Lösungen mit Fragen des Studierendenlebens und der Organisation.

Die vorliegende Nachhaltigkeitsstrategie 2026 der Universität Paderborn liegt als PDF-Dokument vor; der bereitgestellte Inhalt enthält allerdings überwiegend komprimierte PDF-Daten und technische Metadaten. Konkreter wird es bei den sichtbaren Beispielen: Abwärme statt ungenutzter Energie, Taschenaschenbecher beim Festival und der Anspruch, Nachhaltigkeit nicht auf einzelne Fachbereiche zu beschränken.

Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst, DAAD, stellt Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen Handreichungen und Leitfäden für die Projektplanung bereit. Die Materialien reichen von nachhaltigen Veranstaltungen und Vergaben bis zu internationalem Hochschulmarketing und nachhaltiger Mobilität.

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Vom Campus bis zur Kürbis-Regatta

Während an der Uni über Energie, Verantwortung und Strukturen gesprochen wird, wird es in Bad Lippspringe deutlich orangefarbener. Beim Kürbisfestival stehen elf kunstvoll gestaltete Skulpturen zum Thema Feuer. Wer nicht nur schauen möchte, kann selbst einen Kürbis schnitzen – mit etwas Glück bleibt dabei mehr als nur ein schiefer Mund übrig.

Zum Programm gehört unter anderem eine Kürbis-Regatta. Das Festival zieht jährlich zahlreiche Besucher an. Angeboten werden regionale Kürbisse und herbstliche Dekorationen; vermutlich riecht es an jeder Ecke nach Herbst, feuchter Erde und irgendetwas Warmem aus einem Verkaufsstand.

Spätes Tor im Fußballkrimi

Sportlich setzte der SC Paderborn gegen den Hamburger SV ein knappes Ausrufezeichen. Paderborn besiegte den HSV mit 1:0. Das entscheidende Tor erzielte HSV-Leihgabe Rayan Philippe spät im Spiel.

Lange blieb die Partie ausgeglichen und chancenarm. Erst in der zweiten Halbzeit gab es mehr Torchancen, ehe Philippe die Begegnung zugunsten des SC Paderborn entschied. Für Paderborn war es der zweite Saisonsieg – und zugleich der Auftakt zu einer Englischen Woche mit weiteren Partien. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt also nicht.

Was internationale Zusammenarbeit damit zu tun hat

Nachhaltigkeit endet für Hochschulen nicht an der Eingangstür des Campus. Der DAAD gibt für die klimasensible Umsetzung internationaler Hochschulkooperationen praxisorientierte Empfehlungen zu Projektmanagement, Veranstaltungsorganisation und zur Mobilität geförderter Personen. Erarbeitet wurden sie gemeinsam mit Hochschulen.

Daneben gibt es eine Handreichung zu Chancengerechtigkeit und Diversität in DAAD-Projekten. Sie enthält Praxisbeispiele aus Hochschulen und unterstützt eine diversitätssensible Projektplanung sowie die Antragstellung. Bei der Veranstaltung „Mobilität chancengerecht“ in Bonn entwickelten Hochschulmitarbeitende und Studierende vom 20. bis 22. März 2024 gemeinsame Handlungsempfehlungen für eine chancengerechtere Umsetzung des Erasmus+-Programms.

Für Veranstaltungen hat der DAAD im Rahmen eines hausweiten Nachhaltigkeitsprojekts den Praxisratgeber „DAAD-Veranstaltungen nachhaltig planen und umsetzen“ entwickelt. Er behandelt Ressourceneinsparung sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeit und beschreibt Chancen und Handlungsspielräume bei Planung und Durchführung. Das digitale Checklistenformat wurde für den internen Gebrauch des DAAD erstellt, kann Hochschulen und Partnerorganisationen aber als Anregung dienen.

Ähnlich funktioniert der Leitfaden „Kriterien für nachhaltige Vergaben“. Vergabe und Beschaffung gelten als wichtige Ansatzpunkte, um die soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsbilanz zu verbessern. Das Dokument nennt mögliche Nachhaltigkeitskriterien für verschiedene Warengruppen und Dienstleistungen sowie passende Nachhaltigkeitssiegel und dient als Entscheidungshilfe bei der Anwendung von Vergabekriterien. Entwickelt wurde es für den internen Gebrauch des DAAD; auch Hochschulen und Partnerorganisationen können es nutzen.

Auf dem Campus in Paderborn treffen damit ziemlich unterschiedliche Bilder aufeinander: ein Supercomputer, dessen Abwärme in Gebäuden landet, Taschenaschenbecher beim Sommerfestival, internationale Mobilität, Checklisten – und nebenan vielleicht ein Kürbis, der gerade für die Regatta ins Wasser gesetzt wird. Dazu ein 1:0 in der Schlussphase. Der 24.10.2026 hat an der Uni Paderborn jedenfalls mehr als ein Thema.