KI revolutioniert Juristenausbildung: Treffen in Saarbrücken am 26. Juni!
Am 26. Juni 2026 findet der 105. Deutsche Juristen-Fakultätentag (DJFT) in der Aula des Saarbrücker Campus statt. Von 9 bis 16 Uhr treffen sich 46 Jura-Fakultäten aus Deutschland sowie 11 Fakultäten aus Österreich, der Schweiz und Ungarn, um über aktuelle Entwicklungen in der juristischen Ausbildung zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das Thema Künstliche Intelligenz (KI), das zunehmend auch die juristische Ausbildung prägt. Professorin Tiziana Chiusi, die seit 2020 den Vorsitz des DJFT innehat, wird die Teilnehmer um 9 Uhr begrüßen und die Diskussionen eröffnen.
Ein zentrales Element des DJFT wird die Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse einer Befragung zu KI-Assistenten wie ChatGPT sein. Diese Technologien gewinnen in der juristischen Welt immer mehr an Bedeutung und eröffnen neue Wege des Lernens und Arbeitens. Die Reform der Studieninhalte zur Befähigung zum Richteramt sowie die Auseinandersetzung mit deutschem Justizunrecht im Nationalsozialismus und in der DDR sollen ebenfalls in die Lehrpläne aufgenommen werden. Hierbei wird eine Bestandsaufnahme zur Verankerung dieser Themen in den Studiengängen vorgenommen.
Neue Ansätze in der juristischen Ausbildung
Immer mehr Universitäten nehmen die Herausforderung an, KI in ihre Studiengänge zu integrieren. So startet die Universität Bielefeld im Juli ein Pilotprojekt mit einem KI-gestützten Recherchetool für juristische Hausarbeiten. Ziel ist die wissenschaftlich kontrollierte Erprobung des KI-Einsatzes in der juristischen Ausbildung. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bietet im Rahmen eines Begleitstudiengangs „Rechtsfragen der künstlichen Intelligenz“ an, während die Leuphana Universität Lüneburg eine Kombination von Rechtswissenschaften mit dem Nebenfach „Artificial Intelligence“ ermöglicht.
Parallel dazu verankert die Technische Universität München eine umfassende KI-Strategie, die das Institute for LifeLong Learning einsetzt, um ein KI-Zertifikatsprogramm anzubieten. Hierbei können Teilnehmer nicht nur theoretisches Wissen erlangen, sondern auch praktische Anwendungsfälle kennenlernen. Die Teilnahmegebühr für das viertägige Programm liegt bei 4.400 Euro, wobei ECTS-Punkte auf einen Executive MBA angerechnet werden können. Dabei werden auch private Anbieter aktiv, wie der Legal Tech Verband, der einen Online-Kurs mit dem Titel „Künstliche Intelligenz für Jurist:innen“ anbietet.
Die Auswirkungen von KI auf die Berufswelt
Wie Sebastian Dötterl in seinem Aufsatz „Der Elefant im Raum – Generative Künstliche Intelligenz und die Zukunft der juristischen Ausbildung“ beschreibt, sorgt KI für einschneidende Veränderungen in der juristischen Berufswelt. Große Sprachmodelle wie GPT-4 übernehmen zunehmend Aufgaben, die traditionell Jurist:innen zugeordnet sind, wie die Prüfung komplexer Verträge oder das Bestehen von Klausuren. Dötterl warnt jedoch, dass KI auch Routinetätigkeiten in den Kernbereich juristischer Arbeit vorantreibt, was die klassischen Ausbildungsstrukturen gefährden könnte.
Um dem entgegenzuwirken, fordert Dötterl, dass zukünftige Jurist:innen neben rechtlichem Wissen auch technisches Grundverständnis, Kenntnisse über KI sowie Datensicherheit erlernen sollten. Diese Inhalte gilt es, stärker in die Pflichtmodule der Juristenausbildung zu integrieren. Innovative Lehrformate könnten durch den Einsatz von KI-Tools in Seminaren entstehen, was zur Verbesserung der Entscheidungsfindung und zur kreativen Fallbearbeitung beitragen kann.
Der DJFT und die umfassenden neuen Bildungsansätze zeigen deutlich, dass die juristische Ausbildung im Wandel ist und sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen muss. Professorin Tiziana Chiusi und alle Teilnehmer sind eingeladen, gemeinsam über Perspektiven und Lösungen zu diskutieren, um die Sichtbarkeit und die Effizienz der juristischen Ausbildung zu verbessern.
Für weitere Informationen oder Fragen steht Professorin Dr. Dr. h.c. Tiziana Chiusi unter der Telefonnummer +49 (0)6 81 302-4289 oder per E-Mail unter geschaeftsstelle@djft.de zur Verfügung.
