70 Familien in Cochem-Brauheck ohne Heizung und Warmwasser
In Cochem-Brauheck sitzen rund 70 Familien seit Monaten ohne warmes Wasser und Heizung. In mehreren Wohnhäusern, darunter Wohnblöcke in der Groenhoffstraße, bleiben die Heizungen kalt. Der Energieversorger evm liefert die Siedlung seit Mai nicht mehr mit Gas.
Für die fünfköpfige Familie Arens bedeutet das: kaltes Wasser, eine ausgefallene Heizung und ein kleiner Elektroofen, der das Wohnzimmer notdürftig erwärmt. Die Kinder tragen warme Kleidung und schlafen teilweise unter Decken. Draußen wird es früh dunkel, drinnen bleibt es klamm.
Geld gezahlt, Gas trotzdem abgestellt
Die Bewohner sagen, sie zahlten ihre Nebenkosten pünktlich. Verantwortlich für die Zahlungsrückstände bei der evm seien sie laut dem Bericht nicht. Der Vermieter mehrerer Wohnungen ist seit Monaten mit Zahlungen an den Energieversorger im Rückstand. Die Wohnungsgesellschaft „CC Capital Verwaltung KG“ soll das von den Mietern gezahlte Geld offenbar nicht an die evm weitergeleitet haben.
Die evm hatte die Mieter zuvor schriftlich über die geplante Sperrung informiert. Umgesetzt wurde sie am Mittwoch, 10. Dezember 2025. Die Folge: kein Gas, kein warmes Wasser, keine funktionierende Heizung. Brauheck ist ein Höhenstadtteil von Cochem – dort kann sich die Kälte in den Wohnungen besonders hartnäckig halten.
Gespräche mit „CC Capital“ brachten die Betroffenen seit Monaten nicht weiter. Immer wieder seien kurzfristige Lösungen zugesagt worden. Auch bei einem Treffen im Rathaus vor etwas mehr als einer Woche versprach der Geschäftsführer nach Angaben des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Cochem, Wolfgang Lambertz (CDU), eine schnelle Abhilfe.
Rathaus telefoniert, Gerichtsbeschlüsse bleiben wirkungslos
Geschehen sei danach nichts, sagt Lambertz. Die Verbandsgemeinde habe nur begrenzte rechtliche Möglichkeiten und telefoniere täglich mit dem Unternehmen. „CC Capital“ beantwortete die Fragen des SWR bis zum Ablauf der Frist nicht. Telefonisch erklärte die Gesellschaft, kein Interesse an einem Gespräch zu haben.
Viele Mieter haben inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. Das Amtsgericht erließ in acht Fällen einstweilige Verfügungen gegen „CC Capital“, darunter auch zugunsten der Familie Arens. Darin wurde die Gesellschaft verpflichtet, sofort wieder für eine Gasversorgung in den Wohnungen zu sorgen.
Nach Angaben des Rechtsanwalts Marco Scheuer zeigten die Beschlüsse bislang keine Wirkung. Als nächster Schritt soll nun die Vollstreckung der Verfügungen eingeleitet werden. Sollte „CC Capital“ die offenen Gasrechnungen weiterhin nicht begleichen, könnte das Amtsgericht laut Scheuer Ordnungshaft gegen den Geschäftsführer anordnen.
Hoffen auf Wärme vor dem nächsten Frost
Die Bewohner hoffen auf eine schnelle Lösung. In den kommenden Wochen werden Temperaturen unter null Grad erwartet – dann reicht ein kleiner Elektroofen fürs Wohnzimmer kaum noch aus, schon gar nicht für eine ganze Wohnung. Bis dahin bleibt vielen Familien nur, sich warm anzuziehen, zusätzliche Decken bereitzulegen und auf den nächsten Anruf aus dem Rathaus oder vom Anwalt zu warten.
Quelle: SWR/Tagesschau und Rhein-Zeitung.
