Körber beteiligt sich an Stuttgarter Start-up NAiSE für herstellerunabhängiges Flottenmanagement
Uni Stuttgart – Körber beteiligt sich an der deutschen Softwarefirma NAiSE GmbH. Das Stuttgarter Software-Start-up soll damit sein herstellerunabhängiges Flottenmanagement für die Intralogistik weiter ausbauen. Aus der bisherigen Zusammenarbeit wird eine strategische Partnerschaft.
Hinter der Kooperation steckt ein ziemlich praktisches Problem: In modernen Produktions- und Lagerumgebungen fahren oft Fahrzeuge verschiedener Hersteller nebeneinander. Fahrerlose Transportfahrzeuge, autonome mobile Roboter und manuell bediente Industriefahrzeuge müssen sich trotzdem koordinieren lassen. Körber und NAiSE wollen dafür ihre Kompetenzen bündeln und gemischte Flotten weltweit besser steuern.
Eine gemeinsame Ebene für viele Fahrzeuge
NAiSE wurde 2017 an der Universität Stuttgart gegründet und bislang vollständig eigenfinanziert. Die Fleet-Management-Software verbindet fahrerlose Transportsysteme beziehungsweise Automated Guided Vehicles (AGVs), autonome mobile Roboter (AMRs) verschiedener Hersteller sowie manuell bediente Flurförder- und Industriefahrzeuge.
Technisch geschieht das über eine standardisierte Integrationsschicht und eine gemeinsame Steuerungsebene. Darauf lassen sich unterschiedliche Fahrzeuge und Systeme zusammenführen. Integrierte Werkzeuge helfen bei der Konfiguration der Plattform. Sie bleibt dabei unabhängig davon, ob ein Unternehmen ein Warehouse Management System (WMS), ein Warehouse Execution System (WES) oder ein Warehouse Control System (WCS) einsetzt.
Ohne eine solche übergeordnete Ebene bleiben die Flotten leicht voneinander getrennte Einzellösungen. Das kann Effizienz, Transparenz und Skalierbarkeit begrenzen – gerade wenn in einer Halle mehrere Fahrzeugtypen unterwegs sind und Materialflüsse, Verkehrswege, Aufträge und Lagerprozesse ineinandergreifen.
NAiSE beschreibt seine Intralogistikplattform deshalb als herstellerunabhängige Softwareumgebung zur Steuerung von AGVs, AMRs, manuellen Fahrzeugen und Lagerprozessen. Ziel sind transparente, effiziente und skalierbare Materialflüsse in Produktions- und Logistikanlagen.
NAiSE bleibt eigenständig
Für das Stuttgarter Unternehmen ändert sich operativ zunächst wenig. NAiSE wird seine Plattform für Produktionslogistik und verwandte Anwendungen weiter betreiben und entwickeln. Das Geschäft mit bestehenden und neuen Partnern soll unverändert fortgeführt werden. Auch das bestehende Netzwerk von AGV- und AMR-Partnern soll gemeinsamen und neuen Kunden zur Verfügung stehen.
Die operative Leitung bleibt beim Gründerteam Kai Przybysz-Herz, Robert Libert und Raphael Kusumoto. Körber tritt als strategischer Investor und Sparringspartner auf und will NAiSE in der nächsten Wachstumsphase unterstützen. CEO Kai Przybysz-Herz zufolge geht es dabei besonders um die internationale Skalierung. Körber bringe Industrieerfahrung und ein globales Kundennetzwerk ein.
Geplant ist zudem eine engere Verbindung zwischen der NAiSE-Plattform und den Lagerlösungen von Körber. Beide Unternehmen wollen neue Anwendungsfälle für die Intralogistik entwickeln – darunter auch den Einsatz humanoider Roboter. Na, das klingt nach einer Halle, in der künftig noch mehr unterschiedliche Maschinen gleichzeitig ihren Weg finden müssen.
NAiSE will weiterhin mit weiteren Systemintegratoren und Fahrzeugherstellern zusammenarbeiten. Körber stärkt mit der Beteiligung sein Flottenmanagement-Angebot für die Intralogistik und erweitert das Softwareportfolio seines Geschäftsbereichs Supply Chain.
Vom Start-up zur internationalen Partnerschaft
Körber ist ein globales Technologieunternehmen für intelligente Fertigungs- und Supply-Chain-Lösungen. Zum Angebot gehören Hardware, Software und digitale Dienstleistungen. Mit der Beteiligung an NAiSE kommt eine Plattform hinzu, die Flotten-, Verkehrs-, Auftrags- und Lagerverwaltung miteinander verbindet – unabhängig vom Hersteller der eingesetzten Fahrzeuge.
Für NAiSE bedeutet der Schritt den Übergang von einer bislang eigenfinanzierten Entwicklung hin zu einer Partnerschaft mit einem international aufgestellten Technologieunternehmen. Die Firma bleibt eigenständig, erhält aber Unterstützung bei Wachstum, Internationalisierung und der Erschließung weiterer Kundengruppen. Als Medienkontakt wird Jascha Hommel, Marketing Manager bei der NAiSE GmbH, genannt.
Quelle: Automationspraxis; NAiSE
