Der 24-jährige Student Fabrice Mamert Mbena Onana erhält den diesjährigen DAAD-Preis der Universität Vechta. Ausgezeichnet wird er für seine herausragenden akademischen Leistungen und sein Engagement für das Miteinander auf dem Campus. Die Ehrung findet am 29. Oktober 2026 bei der Eröffnung des akademischen Jahres 2026/27 statt. Die Festrede hält Professorin Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. Anmeldungen für die Veranstaltung sind bis zum 16. Oktober möglich.

Mbena kam 2023 mit einem Erasmus+-Stipendium nach Vechta. Möglich machte das eine Partnerschaft zwischen der Universität Yaoundé in Kamerun und der Universität Vechta. Danach entschied er sich, in Deutschland zu bleiben, und nahm 2024 sein reguläres Studium in Vechta auf. Ausschlaggebend sei die Integrationskultur der Universität gewesen, sagt er. Derzeit studiert Mbena im Masterstudiengang Kulturwissenschaften.

Zwischen Verschwörungsmythen und Alltagskultur

Für den DAAD-Preis wurde Mbena von vier Professorinnen gemeinsam nominiert: Prof. Dr. Gabriele Dürbeck, Prof. Dr. Lina Franken, Prof. Dr. Claudia Garnier und Prof. Dr. Christine Vogel. Sie heben seine Fähigkeit hervor, komplexe kulturwissenschaftliche Theorien kritisch zu hinterfragen und auf aktuelle gesellschaftliche Fragen anzuwenden.

Seine Arbeiten befassen sich unter anderem mit modernen Verschwörungsmythen und der regionalen Alltagskultur in Niedersachsen. Seine Beiträge, schreiben die nominierenden Professorinnen, bereichern das wissenschaftliche Niveau der Seminare. Sie beschreiben ihn als hochtalentierten und engagierten Studierenden, sprachlich sehr versiert, analytisch differenziert, urteilsfähig und sozial kompetent. Eine ziemlich lange Liste – und eine, die sich im Seminaralltag offenbar zeigt.

Regelmäßig übernimmt Mbena freiwillig eine Mentorenfunktion für Kommilitoninnen und Kommilitonen. Im internationalen Mentoring-Programm „VIP“ des International Office unterstützt er neue internationale Studierende beim Studienstart in Vechta. Das ist praktische Hilfe: ankommen, Fragen klären, sich orientieren, wenn noch nicht alles selbstverständlich ist.

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Vielfalt im Hörsaal, Selbstorganisation im Studium

Als besonderen Vorteil Vechta gegenüber seiner Heimat nennt Mbena die kulturelle und ethnische Vielfalt in den Lehrveranstaltungen. Den Austausch mit Menschen unterschiedlicher Herkunft bezeichnet er gerade im Kulturstudium als großen Gewinn. Im Vergleich zu Kamerun gebe es in Deutschland weniger Frontalunterricht; stattdessen stehe die Selbstorganisation stärker im Mittelpunkt.

Auch über Vechta hinaus wächst das internationale Netz der Universität. 2026 erhält sie insgesamt 902.442 Euro aus dem Erasmus+-Programm, und zwar aus der Linie „Mobilität mit Partnerländern“. Nach Angaben der Universität belegt Vechta damit bundesweit den zweiten Platz.

Mit dem Geld werden Auslandsaufenthalte von Studierenden sowie wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitenden an Partnerhochschulen weltweit finanziert. Im Mittelpunkt stehen neue wissenschaftliche Perspektiven, persönliche Erfahrungen und langfristige Kooperationen. Bestehende Partnerschaften gibt es mit Hochschulen in Albanien, Kosovo, Georgien, der Ukraine, dem Libanon, Marokko, Kamerun, Äthiopien, Burundi, Kenia, Tansania, Uganda, den USA und Kanada.

Neu hinzu kommen Partnerländer in Argentinien, Costa Rica, Japan und Uruguay. Die Förderung soll bestehende Partnerschaften stärken und zugleich neue Kooperationen ermöglichen. Für Mbena ist internationale Erfahrung längst nicht nur eine Zeile im Lebenslauf, sondern Teil des Studiums – mit vielen Gesprächen, neuen Blickwinkeln und vermutlich auch dem einen oder anderen Moment, in dem man sich erst einmal durchfragen muss.

1.000 Euro und eine größere Geschichte

Nach dem Masterabschluss strebt Mbena eine Promotion mit literatur- oder geschichtswissenschaftlichem Schwerpunkt an. Die nominierenden Professorinnen sehen in ihm eine Bereicherung für die Universität sowie einen künftigen Botschafter und ein Vorbild für Absolventinnen, Absolventen und Studieninteressierte.

Der DAAD-Preis wird von der Universität Vechta gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst vergeben. Er ist mit 1.000 Euro dotiert und richtet sich an ausländische Studierende mit besonderen akademischen Leistungen sowie bemerkenswertem gesellschaftlichem oder interkulturellem Engagement.

Der DAAD zeichnet mit dem Preis hervorragende Leistungen internationaler Studierender an deutschen Hochschulen aus. Vergeben wird die Auszeichnung seit mehr als zehn Jahren; pro Hochschule ist sie mit 1.000 Euro dotiert. Ziel ist, den großen Zahlen internationaler Studierender Gesichter und persönliche Geschichten zu geben. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen stellvertretend für internationale Kommilitoninnen und Kommilitonen aus aller Welt.

Sie nehmen Eindrücke aus Deutschland in ihre Heimatländer mit und hinterlassen zugleich eigene Erfahrungen in Deutschland. Der DAAD sieht internationale Studierende als künftige Partner Deutschlands in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Informationen zu Programmzielen, Ausschreibung und Antragstellung stehen auf der STIBET-Seite zur Verfügung.

Zum Programm wurden unter anderem Beiträge in den DAAD-Jahresberichten 2021 und 2022 veröffentlicht. Hinzu kommen Videos zu Preisträgerinnen und Preisträgern der Jahre 2014, 2016, 2018, 2019 und 2020 sowie ein Artikel über Najia Harrabi, DAAD-Preisträgerin 2017 der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Aachen, im Magazin „Klenkes“ im Januar 2018.

Kontakt beim DAAD – Deutscher Akademischer Austauschdienst – ist das Referat Mobilitäts- und Betreuungsprogramme / P42. Für Hochschulstandorte A–H ist Christiane Dahmann zuständig, erreichbar unter +49 228 882-440 und dahmann@daad.de. Für Hochschulstandorte I–Z ist Jan Rechmann zuständig, Telefon +49 228 882-4665, E-Mail rechmann@daad.de. Das Programm wird gefördert.