CampusFM gewinnt Audiopreis NRW mit ESC-Beitrag von Tim Brüninghaus
Tim Brüninghaus von CampusFM hat den Audiopreis 2026 der Landesanstalt für Medien NRW (LfM NRW) in der Kategorie „Campusradio“ gewonnen. Ausgezeichnet wurde sein Beitrag „Bussi nach Wien – Der ESC steht wieder an!“. Für die Redaktion der Universität Duisburg-Essen ist das ein ziemlich schöner Grund, heute, am 2. Oktober 2026, kurz die Kopfhörer aufzusetzen und genauer hinzuhören.
Der Beitrag nimmt eine weniger bekannte Seite des Eurovision Song Contest unter die Lupe und ordnet die Ereignisse rund um das Musikevent ein – humorvoll, aber nicht auf Kosten des ESC. Die Jury betonte, dass sich die Produktion nicht über den Wettbewerb lustig mache, sondern die Hörerinnen und Hörer in dessen „spezielle Welt“ mitnehme.
Tempo, Timing und eine eigene Stimme
Besonders überzeugte die Jury der Schnitt. Tempo, Timing und pointierte Momente greifen ihrer Einschätzung nach gut ineinander. Hinzu kommen der humorvolle und nahbare Ton, die eigene Stimme des Beitrags sowie die An- und Abmoderation. Klingt leicht, ist es beim Audiomachen aber selten: Ein Satz zu lang, ein Einsatz zu spät – und der Witz steht plötzlich im Regen.
CampusFM ist das offizielle Campusradio der Universität Duisburg-Essen. Der Sender versteht sich als Ausbildungsradio, die Redaktion arbeitet ehrenamtlich. Gesendet wird in Duisburg und Essen sowie per Livestream. Hinter dem Beitrag steht also kein großes Studioteam mit endlosen Produktionsschleifen, sondern studentische Radioarbeit, die neben dem Uni-Alltag entsteht.
Der Audiopreis würdigt herausragende journalistische Leistungen privater Audioangebote in Nordrhein-Westfalen. 2026 gingen mehr als 310 Beiträge ein. Erstmals konnten auch Produktionen von Campusradios berücksichtigt werden.
Premiere für Campusradios
Verliehen wurde der Preis am 25. September in der Wolkenburg in Köln. Insgesamt waren 21 Campusradio-Produktionen nominiert. Drei davon erhielten einen Audiopreis: CampusFM, das Campusradio Dortmund und das Campusradio Münster.
Für CampusFM ist es außerdem nicht die erste Auszeichnung der LfM NRW. Bereits 2023 erhielten Sarah Brakemeier, Alexander Enseling und Max Mayer den Campusradio-Anerkennungspreis „Innovative Hörer*inneninteraktion“. Prämiert wurde damals ihr Beitrag „Best of Parookaville 2023: drei Tage in der City of Dreams“.
Der neue Preis zeigt nebenbei, wie breit der Audiopreis angelegt ist. Die Kategorie „Information“, vergeben mit Beteiligung des DJV NRW, richtet sich an Audiobeiträge, die komplexe Themen verständlich, präzise und fundiert aufbereiten. Eingereicht werden können Nachrichten, Reportagen und Rechercheleistungen, sofern Hintergründe und Zusammenhänge klar eingeordnet werden.
Vom Campusleben bis zur Demokratie
„Vor Ort“, die Kategorie des Verbands Lokaler Rundfunk NRW, rückt authentische und atmosphärische Beiträge über lokales Geschehen in den Mittelpunkt. Menschen und ihre Perspektiven sollen unmittelbar vorkommen; Campusradios können hier Beiträge zum Campusleben einreichen. In „Service & Wissen“, getragen vom Verband der Betriebsgesellschaften NRW, geht es um verständliche, verlässliche und anschauliche Beiträge zu Service-, Verbraucher- und Wissenschaftsthemen mit praktischem Nutzen. Für Campusradios sind dort Arbeiten zu Forschung, Wissenschaftskommunikation oder Lehre möglich.
Daneben würdigt die Kategorie „Moderation“ von RTL+ Moderatorinnen und Moderatoren, die Sendungen oder Podcasts durch Stil, Haltung und journalistisches Können prägen. Gefordert ist ein Zusammenschnitt mit Moderationskompetenz, Gesprächsführung, Authentizität und Timing sowie ein prägnantes Interviewbeispiel. „Unterhaltung“ von RADIO NRW belohnt kreative, originelle und emotional ansprechende Audioformate – mit Ideenreichtum, handwerklicher Qualität, Humor oder überraschenden Ansätzen. Kurze und längere Beiträge sind möglich.
Auch Nachwuchsarbeit hat ihren Platz: „Nachwuchs“ der LfM NRW fördert Talente bis 30 Jahre mit frischen Perspektiven, neuen Erzählweisen und eigenen Ideen. Ausgezeichnet werden innovative und eigenständige Beiträge. Die Kategorie „Für Demokratie“ der Landesanstalt für Medien NRW wiederum sucht Arbeiten, die demokratische Werte stärken, Desinformation entlarven und spaltenden Tendenzen entgegenwirken. Gefragt sind faktenbasierte Einordnung, die Analyse extremistischer Narrative und Beiträge zu Dialog, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Unter „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“, getragen von der LAG Freie Wohlfahrtspflege & Kirchen, werden journalistische Beiträge über soziale Herausforderungen und die Perspektiven benachteiligter Menschen gewürdigt. Sensible und konstruktive Produktionen sollen Missstände benennen, Lösungswege aufzeigen und Würde, Solidarität sowie Teilhabe hervorheben.
Auch Werbung gehört zum Audiopreis
Eine eigene Werbekategorie gibt es ebenfalls. Ausgezeichnet wird kreative und innovative Podcast-Werbung mit authentischen, überzeugend durch Hosts vermittelten Botschaften. Bewertet werden innovative, humorvolle oder besonders kreative Umsetzungen und die gezielte Ansprache eines engagierten Publikums.
Zusätzlich können herausragende Radiowerbungen als Einzelspot oder Kampagne im lokalen oder landesweiten Hörfunk in NRW ausgezeichnet werden. Zu den Kriterien gehören kreative Kundenkommunikation, crossmediale Einbindung sowie die Passgenauigkeit der Werbebotschaft zu Zielgruppe und Medium. Für die Einreichung gelten außerdem die Hinweise unter „Was ist bei der Einsendung zu beachten?“.
Wer den prämierten Beitrag von Tim Brüninghaus nachhören möchte, findet weitere Informationen bei CampusFM. Dort lässt sich auch nachvollziehen, wie aus einem Thema, das zwischen Glitzer, Punktevergabe und schrägen ESC-Momenten liegt, ein preisgekrönter Radiobeitrag wird.
